Afrikanische Musik tönt aus den Boxen. Moderator Leo aus Togo betritt die Bühne und sagt: «In Afrika gibt es 46 Länder. Dort ist es warm, genauso wie in diesem Raum.» Zur Auflockerung fragt er: «Ist Senegal da?» Das Publikum antwortet mit einem tosenden «Jaa!» Der Moderator macht weiter mit dem Fragespiel, bis Organisator Lawane Fousseni ein paar ernste Worte verkündet: «Jetzt brauchen die neun Kandidatinnen aus verschiedenen afrikanischen Ländern Ihre Unterstützung, um uns allen einen umwerfenden Abend zu bieten.»

Die erste Runde beginnt. Die Kandidatinnen präsentieren sich im Miss Africa-T-Shirt und kurzen Jeans. Die Senegalesin Youma Diew, die in Dietikon aufgewachsen ist, schreitet in elegantem Gang über die Bühne. Sie möchte Miss Africa Deutschschweiz werden, um die afrikanische Kultur und Schönheit zu repräsentieren, sagt sie. In einem zweiten Durchgang tanzen die Kandidatinnen in einem traditionellen Kleid ihres Landes und zu Musik aus ihrer Heimat, die sie selbst auswählen durften.

«Die Leute erhalten durch diese Misswahl eine andere Sicht auf Afrika. Der Fokus liegt nicht auf der Thematisierung eines Drittweltlandes, sondern auf den Schönheiten des Kontinents», erklärt Juror und Designer Kesi Okoro.

Ausstrahlung und Gang zählen

Um die Finalistinnen zu bestimmen, können die Besucher ihre Favoritin auf dem Eintrittsticket auswählen. Besucherin Harriet Hamilton-Fröiland fällt die Entscheidung schwer. Alle Teilnehmerinnen seien einzigartig schön, meint sie. Die fünfköpfige Jury hat ebenfalls eine gewichtige Stimme. Jury-Mitglied David Castro erklärt, dass er bei der Checkliste, in der Aussehen, Charakter, Kleiderwahl, Performance und Gesamteindruck bewertet werden, vor allem auf die Ausstrahlung der Kandidatinnen und die Sicherheit ihres Auftretens achte. Für Jurorin Rachida Bawa ist ausschlaggebend, wie sich jemand in Gang und Wort ausdrückt.

Nach einer ersten Stimmenauszählung stehen die sechs Finalistinnen fest. Der letzte Durchgang nach der Bikini-Präsentation ist für die Frage-Antwort-Runde im Abendkleid reserviert. Als Erste zeigt sich Finalistin Youma Diew in einer schulterfreien Robe. Das stimmungsvolle Lied «Beneath Your Beautiful» von Labrinth und Emeli Sandé begleitet ihren anmutigen Gang auf Highheels. Das Publikum ist verzaubert. Zurück auf den Boden der Realität holt es erst die Frage an Diew, wie sie Aids-Prävention in Afrika betreiben würde. Dann sind die nächsten Finalistinnen dran. Sie werden unter anderem auf ihr Wissen über die Schweiz geprüft.

Endlich wird die Siegerin verkündet. Fürs Krönchen reicht es Youma Diew knapp nicht. Sie wird Vize-Miss. Die erste Miss Africa Deutschschweiz heisst Messi Gebrekrestos. Glücklich über ihren Sieg, verrät die Äthiopierin Gebrekrestos, dass sie in Zukunft weiterhin als Model arbeiten möchte.