Dietikon
Die Dietiker Weihnachtszeit wird umweltfreundlicher

Bei der neuen Weihnachtsbeleuchtung spart die Stadt gleich doppelt: Geld und Strom. Die neuen Sterne sollen wieder mehr Weihnachtsstimmung verbreiten als zuletzt.

Florian Schmitz
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Dank der technischen Aufrüstung erhalten die in der Bevölkerung beliebten Dietiker Sterne ein stromsparendes Zweitleben. Archivbild/Rinaldo Tibolla

Dank der technischen Aufrüstung erhalten die in der Bevölkerung beliebten Dietiker Sterne ein stromsparendes Zweitleben. Archivbild/Rinaldo Tibolla

Rinaldo Tibolla

In Dietikon gibt es dieses Jahr einen zusätzlichen Grund, sich auf die Adventszeit zu freuen: Endlich kommt eine neue Weihnachtsbeleuchtung. Diese setzt den Schwerpunkt – im Gegensatz zu früheren, wieder verworfenen Plänen – auf finanzielle und ökologische Vernunft, wie aus der Mitteilung des Stadtrats hervorgeht. Trotzdem soll die Stadt in einem guten Monat prächtiger leuchten als noch im vergangenen Winter.

Äusserlich werden die neuen Sterne den bisherigen zum Verwechseln ähnlichsehen. Dies wurde bewusst so entschieden, wie Maike Sittel, Leiterin Infrastrukturabteilung, auf Anfrage erklärt. Umfragen hätten ergeben, dass die seit rund 40 Jahren jeweils zu Weihnachten aufgehängten Sterne in der Bevölkerung als Wahrzeichen immer noch sehr beliebt sind. Und weil die Stadt die Stückzahl von zuletzt nur noch 17 funktionierenden Sternen auf 52 erhöht, wird die besinnliche Beleuchtung im Dietiker Zentrum wieder deutlich präsenter sein.

Für die Neubeschaffung der zusätzlichen sowie die Sanierung und Aufrüstung der bestehenden Sterne hat der Stadtrat einen Kredit über 100 000 Franken bewilligt. Vergeben wurde der Auftrag an die EKZ Eltop in Dietikon. Diese ist bereits seit längerem für die jährliche Installation der Weihnachtsbeleuchtung zuständig.

Altes Gewand, moderne Technik

Erst der Blick ins Innenleben der neuen Sterne offenbart die grossen Neuerungen. Dank LED-Leuchtmitteln entsprechen sie dem heutigen Stand der Technik und auch umweltfreundlichen Menschen können die neue Beleuchtung mit gutem Gewissen geniessen. «Von zirka 300 Wattstunden pro Stern wurde der Stromverbrauch auf 20 Wattstunden pro Stern reduziert», sagt Sittel.

Diese enorme Differenz ist nur einer der vielen Vorteile gegenüber den alten Stromfressern. Die neuen LEDs sind auch deutlich stabiler und nicht so fehleranfällig. Damit sind sie weniger wartungsintensiv und sollten längerfristig zu tieferen laufenden Kosten führen.

Die Umrüstung auf umweltfreundliche LEDs entspricht dem internationalen Qualitätslabel «Energiestadt Gold», mit dem Dietikon in diesem Herbst erstmals prämiert wurde (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die vom «Forum European Energy Award» verliehene Auszeichnung setzt voraus, dass eine Stadt mindestens 75 Prozent der im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegenden Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umsetzt. Dietikon erreicht auf dieser Skala aktuell 77 Prozent und die sparsame Beleuchtung ist ein weiterer, kleiner Schritt im Hinblick auf das langfristige Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft, das die Stadt vor Augen hat.

Zum Start des Dietiker Weihnachtsmarkts am letzten Novemberwochenende soll die neue Beleuchtung in Betrieb gehen. Die einzelnen Sterne sollen so montiert werden, dass sie stadteinwärts in Richtung Zentrum führen, erklärt Sittel. Für die Zukunft ist es möglich, das der aktuelle Bestand noch erweitert wird: «Es wäre schön, wenn die Zürcherstrasse in der Weihnachtszeit vom Ortseingang bis zum -ausgang durchgehend beleuchtet wäre», so Sittel.

Sieg der Vernunft

Die neue Beleuchtung mag auf den ersten Blick nicht für grosse Begeisterung sorgen und kann vom Prestige her nicht mit den verworfenen Plänen für die glamouröse Beleuchtung «Sterngucker» mithalten. Diese hätte die Stadt mit schicken 3D-Sternen erhellen sollen, stellte sich nach einer Prototypphase auf dem Kirchplatz im Winter 2011 aber als zu teuer und unpraktisch heraus. Im Gegensatz dazu stellt die neue Lösung eine konkrete Verbesserung dar; und das zum schmalen Preis. Angesichts der heutigen Haushaltslage der Stadt hält der Stadtrat in seiner Mitteilung fest, dass die neuen Sterne die kostengünstigste und nachhaltigste Möglichkeit seien, auch weiterhin im Dietiker Zentrum eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung zu ermöglichen.