Dullikens Torhüter Remo Schenk schaute machtlos dem Ball hinterher, der über seinen Kopf hinwegflog. Doch Schenk hatte Glück im Unglück: Blazenko Klarics Freistoss aus rund 20 Metern knallte an die Latte. Klarics Freistosshammer war die letzte Chance in der Partie zwischen Dietikon und Dulliken, wenige Minuten später wurde das Spiel abgepfiffen. Es blieb am Ende beim 3:0-Sieg für Dietikon.

Das Resultat spiegelte ziemlich genau die Geschehnisse auf dem Platz wider. Die Dietiker waren von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft und hätten bereits nach zwei Minuten in Führung gehen können, als Klaric den Ball im Strafraum direkt in die Hände von Goalie Schenk köpfte. Und die Limmattaler setzten nach, sie brachten die Dulliker Defensive ein ums andere Mal in Verlegenheit.

Nach einer Viertelstunde gingen die Hausherren dann in Führung: Der Ball flog quer durch den Strafraum und landete direkt bei Raphael Meyer, der nicht lange fackelte und abzog – 1:0 für die Dietiker. «Wir haben bis zu diesem Zeitpunkt unsere Philosophie verfolgt, dass wir als Team zusammenstehen», sagte der Torschütze. «Danach sind wir leider etwas davon weggekommen. Dadurch haben wir Dulliken wieder stark gemacht.»

Tatsächlich wurden die Gäste in der Folge etwas besser, sie tauchten häufiger in der gegnerischen Platzhälfte auf. Doch vor dem Tor blieben sie harmlos. Erst nach 40 Minuten gaben sie ihren ersten Torschuss durch Philippe Conz ab. Ein Ball, den Dietikons Torhüter Alpay Inaner parierte. Die Dietiker ihrerseits hätten zwischenzeitlich durch Aleandro Norelli auf 2:0 erhöhen können. Doch es blieb zur Pause beim 1:0 – angesichts der Spielanteile eine zu knappe Führung für die Limmattaler.

Meyer als Doppeltorschütze

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie ausgeglichener. Erst hätte Dino Duvnjak für das 2:0 sorgen können, doch sein Ball landete in den Händen von Schenk. Gleich im Anschluss kam Dulliken zu einer guten Chance, und kurz darauf vergab Klaric die nächste Gelegenheit. Das Spiel wog nun hin und her – bis zur 58. Minute. Die Limmattaler hatten über Klaric und Duvnjak einen vielversprechenden Angriff gestartet, der Ball landete bei Meyer, und dieser traf via Lattenoberkante zum erlösenden 2:0.

Und der Doppeltorschütze war auch am dritten Dietiker Treffer beteiligt, der zehn Minuten später fiel. Meyer gewann in der gegnerischen Hälfte einen eigentlich schon verloren geglaubten Ball zurück und spielte ihn nach vorne. Über Umwege landete der Ball bei Norelli, der mit einem herrlichen Trick die Dulliker Innenverteidiger aussteigen liess und seine Kür mit dem 3:0 abschloss. Damit war die Partie endgültig entschieden. «Wir haben einen soliden Auftritt gezeigt und unsere Stärken ausgespielt», sagte Meyer. «Und wir waren auch konditionell besser. Das harte Training hat sich bezahlt gemacht.»

Dietiker noch ohne Niederlage

Auch für Trainer João Paiva liegt der Schlüssel für den Sieg beim Training. «Wir haben die ganze Woche über seriös gearbeitet», sagte er. «Und das haben wir in der Partie gegen Dulliken umgesetzt. Heute waren wir aggressiv und kompakt, wir haben den Gegner nicht spielen lassen.» Einen Gegner, der in der bisherigen Saison immerhin zwei Siege gefeiert hatte. Auch deswegen sei der Sieg besonders wertvoll: «Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, denn Dulliken hat auch Qualität.»

Der Sieg gegen Dulliken war bereits der vierte der Dietiker im fünften Spiel. Damit sind die Limmattaler in der Gruppe 5 als einzige Mannschaft ungeschlagen, nach Verlustpunkten stehen sie an der Tabellenspitze. Für Paiva ist die Rangliste jedoch zweitrangig. «Die Saison dauert noch lange», sagte er. «Wir haben in den ersten fünf Spielen einen kleinen Erfolg erreicht, aber noch nichts gewonnen. Wir befinden uns in einem Prozess und müssen immer schauen, was wir verbessern können.» So ganz unwichtig scheint die Tabelle aber dennoch nicht zu sein, zumindest nicht für die Spieler. «Es macht natürlich ein bisschen stolz, die Tabelle zu sehen», so Meyer.

Am nächsten Samstag dürften die Dietiker allerdings auf mehr Gegenwehr stossen. Dann wartet mit Wohlen II ein echter Prüfstein. Doch bei den Limmattalern bleibt man gelassen. «Wir beginnen jetzt mit der Vorbereitung auf diesen Gegner, so wie wir das immer tun», sagte Paiva.