Dietikon
Die Dietiker Chilbi findet wieder nicht statt

Letztes Jahr wurde die Dietiker Chilbi erstmals abgesagt - und auch in diesem Herbst wird es keine Karussells geben. «Keine geeigneten Platzverhältnisse, zu wenig Umsatz, fehlende Innovation von allen Beteiligten» - so wird die Absage begründet.

Katja Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Auch dieses Jahr gibt es keine Chilbi in Dietikon (Archivbild)

Auch dieses Jahr gibt es keine Chilbi in Dietikon (Archivbild)

Limmattaler Zeitung

Die Probleme rund um die Dietiker Chilbi sind nicht neu: 2007 war die Chilbi auf den Zentralschulhausplatz verlegt worden, wo jeweils gleichzeitig auch die «Sichlete» des Trachtenvereins stattfindet. 2008 und 2009 fand die Chilbi wieder auf dem Zelgliplatz statt, 2010 wurde sie erstmals abgesagt. Es sei zunehmend schwierig, attraktive Bahnen nach Dietikon zu holen, so die Begründung des Veranstalters im letzten Jahr. Insbesondere der Standort auf dem Zelgliplatz werde als suboptimal erachtet, er sei zu dezentral.

Den Schaustellern schwebte der Bereich rund um Bahnhof und Kirchplatz als Standort vor. «Wir haben für 2011 ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet, das die Stadt abgelehnt hat», sagt Peter Baer, der für die Organisation des Anlasses vonseiten der Schausteller zuständig war.

Unter den bis anhin herrschenden Bedingungen und aus seiner Perspektive sei die Dietiker Chilbi gestorben.

So einfach sei die Sachlage betreffend Standort nicht, widerspricht Sicherheitsvorstand Heinz Illi: «Der Stadtrat hat klar festgelegt, dass die Chilbi auf den Zelgliplatz gehört. Wir haben im Zentrum keinen Platz dafür.» Ausserdem sei auf dem Zelgliplatz die gesamte benötigte Infrastruktur mit Wasser- und Stromanschlüssen vorhanden.

Schicksal besiegelt?

Für Illi liegt der Ball für die Weiterführung der Chilbi bei den Schaustellern und den Vereinen; das gehöre nicht zu den städtischen Aufgaben. «Die Stadt kann keine Chilbi organisieren. Und wenn die Verantwortlichen keine Chilbi organisieren wollen, dann wollen sie eben nicht.» Ausserdem sei die Mitarbeit der Vereine vonnöten, um der Chilbi einen Mehrwert, einen Festcharakter mit Beizli und Bars, zu verschaffen und die Chilbi zu unterstützen.

Diese hatte Illi mehrfach versucht zu rekrutieren, leider ohne Erfolg. «Für die Vereine wird es immer schwieriger, ihre Mitglieder für die Fronarbeit zu mobilisieren.» Das sei bedauerlich, aber er habe dafür volles Verständnis. «Die Vereine setzen sich bei zahlreichen Veranstaltungen ein, da sind die Kapazitäten irgendwann erschöpft.»
Illi findet es schade, dass die Tradition der Dietiker Chilbi zu enden droht. Trotzdem müsse man realistisch sein: «In ländlichen Gegenden ist die Chilbi fix im Terminkalender verankert, da strömt das ganze Dorf zusammen.»

In urbanen Gegenden gehöre es wohl zur Zeiterscheinung, dass solche Traditionen aussterben würden.
Ist damit das Schicksal der Dietiker Chilbi besiegelt? Nein - Illi lässt durchblicken: Wer die Tradition der Dietiker Chilbi weiterleben lassen wolle, stosse bei ihm auf offene Ohren. Und auch Baer betont: Würden die Umstände geändert, sehe er noch eine Chance für die Chilbi. «Neues Spiel, neues Glück.»