Unterengstringen
Die «dicke Berta» erhält Gesellschaft von der dünnen «Berta II»

Unterengstringen Zum 100. Geburtstag des Verbandes Zürcher Forstpersonal werden im ganzen Kanton 100 Walnussbäume gepflanzt. Einer steht bei der «dicken Berta» und erhielt den namen «Berta II».

Von Sandro Zimmerli
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Der Präsident der Holzkorporation Unterengstringen Dieter Meier (5. von rechts) freut sich mit seinen Kollegen über den Wallnussbaum. zim

Der Präsident der Holzkorporation Unterengstringen Dieter Meier (5. von rechts) freut sich mit seinen Kollegen über den Wallnussbaum. zim

Die «dicke Berta» war mindestens 185 Jahre alt, als sie infolge anhaltender Regenfälle auf das benachbarte «Elmerhaus» stürzte und die Sparrenbergstrasse versperrte. Das war 1977. Seither liegt ein Teil des Stammes der einst mächtigen Eiche am Waldeingang oberhalb von Unterengstringen.

Nun hat die «dicke Berta», die ihren Namen der zweiten Frau von Eduard Heinrich Landolt verdankt, der einst auf dem Gut Sparrenberg wohnte, Gesellschaft erhalten. Und zwar in Form eines Walnussbaumes. Der Verband Zürcher Forstpersonal feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Grund werden insgesamt 100 solcher Bäume gepflanzt. In jedem Forstrevier des Kantons soll Ende Jahr an einem ausgesuchten Ort ein Nussbaum stehen.

Es sind spezielle Bäume, wie Dieter Meier, Präsident der Holzkorporation Unterengstringen, gestern erklärte. «Schon bald sollen dort rotkernige Walnüsse wachsen», so Meier. Weil es bei der Holzkorporation Tradition hat, dass besondere Bäume getauft werden, erhielt der Wallnussbaum den Namen «Berta II.».

Erinnerung ans Jubiläumsjahr

Mit der Aktion will der Verband Zürcher Forstpersonal «auch über das Jubiläum hinaus an die Arbeit der Förster erinnern», sagte Kreisforstmeister Stefan Studhalter von der Abteilung Wald des kantonalen Amtes für Landschaft und Natur. Als Standort wurde der Platz gewählt, wo sich einst die Feuerstelle befand. Diese wurde entfernt, nachdem Vandalen ihr Unwesen trieben, und weil dort immer wieder viel Abfall hinterlassen wurde. Die Sitzbänke, der Maienbrunnen und die vor allem bei Kindern als Kletterbaum beliebte «dicke Berta» bleiben weiterhin bestehen. «Der Ort soll ein Treffpunkt bleiben», erklärte Jakob Meier, alt Gemeindepräsident und ehemaliger Präsident der Holzkorporation.

Jakob Meier wies auch darauf hin, dass es durchaus Sinn mache, einen Nussbaum an diesem Ort zu pflanzen. Bis ins Jahr 1940 existierte zwischen dem nahe gelegenen Sparrenberg und der Grenze zu Weiningen eine Nussbaumallee. «Dann kaufte der Bundesrat sämtliche Bäume auf, um daraus Gewehrschäfte herzustellen», so Meier. Bereits damals sei das Nussbaumholz wert voll gewesen. «Ein Stamm kostete zwischen 15 000 und 25 000 Franken», sagte Meier.

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