Schlieren
Die Delegiertenversammlung sagt einstimmig Ja zum «Limmi»-Neubauprojekt

Die Delegierten des Spitalverbands Limmattal gaben am Mittwochabend dem Neubauprojekt ihren Segen. Damit ist es jedoch noch lange nicht getan: Im April befinden die Delegierten über die Finanzierung, im September folgt die Volksabstimmung.

Bettina Hamilton-Irvine
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Auf gutem Weg: So soll das neue Spital Limmattal gemäss Projekt des Totalunternehmers Losinger Marazzi dereinst aussehen.

Auf gutem Weg: So soll das neue Spital Limmattal gemäss Projekt des Totalunternehmers Losinger Marazzi dereinst aussehen.

Das 270 Millionen Franken teure Neubauprojekt «LimmiViva» des Spitals Limmattal ist einen Schritt weiter: Die Delegiertenversammlung sprach sich am Mittwochabend einstimmig und ohne Enthaltungen dafür aus.

Zu diskutieren gab zuvor vor allem die Frage, worüber denn nun ganz genau abgestimmt werde - und wie der Antrag zu formulieren sei, damit er keinen Interpretationsspielraum lasse. Klar war, dass die Delegiertenversammlung insgesamt über einen zweiteiligen Antrag der Baukommission befinden muss. An der Sitzung vom Mittwochabend stand die Abstimmung über das Gebäude als solches auf der Traktandenliste. An der nächsten Delegiertenversammlung am 24.April wird über die Finanzierung entschieden.

Unter anderem habe man diesen zweiteiligen Weg gewählt, weil ein positiver Entscheid der Delegiertenversammlung den potenziellen Investoren hinsichtlich Finanzierung grössere Sicherheit gebe, sagte Spitalpräsident Markus Bärtschiger. Zudem sei es von Vorteil, wenn die aktuelle Baukommission, die per Ende Januar aufgelöst wird, ihre Arbeit mit dem Beschluss über den Bau abschliessen könne. Am 1. Februar nimmt die neue, dem Verwaltungsrat unterstellte «Baukommission LimmiViva» ihre Arbeit auf.

Manuela Stiefel, Stadträtin und Delegierte aus Schlieren, schlug vor, den Antrag der Baukommission in diversen Punkten leicht anzupassen. «Ich will heute ein klares Signal für das neue Spital setzen», so Stiefel. «Aber wir können jetzt kein Projekt beschliessen, wenn wir die Finanzierung noch nicht kennen.» Man könne dieses bloss zustimmend zur Kenntnis nehmen.

Stiefel bekam Unterstützung von Karin Hauser aus Dietikon und Jean-Claude Perrin aus Schlieren, die ebenfalls Anpassungen an die Formulierung des Antrags verlangten.

Bärtschiger reagierte rasch und schickte die Delegierten in eine kurze Pause, während der die Anträge angepasst wurden. Ja sagten die Delegierten schliesslich zu drei Punkten. Sie nahmen erstens das Projekt mit einem Bruttoinvestitionsvolumen von 270 Millionen Franken zustimmend zur Kenntnis. Zweitens beauftragten sie den Verwaltungsrat mit der Erarbeitung der Finanzierung. Und drittens ermächtigten sie den Verwaltungsrat, das Projekt der Stimmbevölkerung der Verbandsgemeinden nach Freigabe der Kreditvorlage so schnell wie möglich zur Genehmigung vorzulegen.

Die Beschlüsse sind noch vorbehältlich eines Gerichtsentscheids. Mitte Dezember 2012 hat einer der drei in der Ausschreibung unterlegenen Totalunternehmer, die Bietergemeinschaft Marti/BAM, beim Zürcher Verwaltungsgericht eine Submissionsbeschwerde gegen den Entscheid der Baukommission für das Projekt der Firma Losinger Marazzi eingereicht. Am Montag, 21. Januar, hat das Spital Limmattal nun dem Gericht fristgerecht eine Beschwerdeantwort zukommen lassen.

Spitalpräsident Bärtschiger rechnet damit, dass das Gericht bis Ende Februar über das weitere Vorgehen entscheidet. Bis dahin gilt eine aufschiebende Wirkung, während der keine Verträge für den Neubau abgeschlossen werden dürfen.

Im April soll die Delegiertenversammlung dann über die Finanzierung befinden, bevor es voraussichtlich im September zur Volksabstimmung kommt. Die Stimmberechtigten in allen Verbandsgemeinden werden dann über den Kreditantrag befinden. Der Baustart kann frühestens im Jahr 2014 erfolgen. Im Idealfall sollte das neue Spital 2018 bezugsbereit sein.

Die Verantwortlichen zeigten sich am Mittwochabend zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann und die Zusammenarbeit mit Losinger Marazzi zustande kommt. Sie betonten noch einmal die Vorzüge des Siegerprojekts. Es sei eine Lösung, «hinter der wir wirklich stehen können», sagte Baukommissionspräsident Max Walter. Auch Spitaldirektor Thomas Brack betonte, das vorliegende Projekt sei «klar das Beste».