«Wuaaahhh!», tönt es vom blauen Himmel. In schwindelerregender Höhe über der Bachstrasse schwingen ein paar Teenager Kopf über in den Gondeln der «Big Flight»-Bahn - in Schlieren ist Chilbi. Nach der Fahrt verrät die 17-jährige Laura Bilalli, dass sie da schon zum fünften Mal mitfliege. «Je mehr ich fahre, desto weniger schlimm kommt mir die Höhe vor», sagt Laura. Nun freue sie sich auf Zuckerwatte und gebrannte Mandeln.

Die Chilbi vereint Adrenalin und Kalorien am selben Ort - eine perfekte Kombination. So gibt es bei der Casa Grischuna Bündner Spezialitäten wie Käse und Nusstorte, aber auch echte Lammfelle.

Direkt neben Graubünden befindet sich an der Schlieremer Chilbi Asien, vertreten durch «Asian Food», wo Frühlingsrollen und Sweet and Sour mit Bratwurst, Chnoblibrot, frisch gemachten Kartoffel-Chips oder heissen Marroni der anderen Stände um die Wette duften.

Auch die Westschweiz ist vertreten

«Die Multikultur an der Chilbi ist etwas Schönes», findet denn auch die Chnoblibrot-Verkäuferin Gordana Ramsauer. Aus der Westschweiz kommt beispielsweise Boîte-à-rire-Bahnbetreiber Claude Reymond.

Aus seinem grossen Wunderhaus hört man laut lachende Kinder, die durch bewegende Treppen und Böden laufen. «Es ist lustig», meint der 6-jährige Simon Hurschler zum Wunderhaus. Das Vergnügungsangebot ist breit: Riesenrutschbahn, Ponyreiten, Karussell oder Putschauto liegen alle um die Ecke.

Nicht weit entfernt ist auch das Chilbi-Kafi im Familienzentrum. Ein beliebter Treffpunkt, wo man sich bei Kaffee und selbst gemachtem Kuchen der Frauen der Gymnastikgruppe Satus Schlieren aufwärmen kann.

Für die 15-jährige Julia Wildhaber ist das Chilbi-Kafi zu einem traditionellen Familienausflug geworden, weil ihre Mutter in Schlieren aufgewachsen ist und ihre Tante die Organisatorinnen unterstützt. «Zusammen die Chilbi erleben, verbindet», meint Julia.

Dieser Meinung sind auch die Rentnerinnen und guten Freundinnen Elisabeth Ammann und Marie-Louise Gehrig aus Urdorf. Gehrig begegnet an der Chilbi Bekannten, die sie kennenlernte, als sie vor 17 Jahren im Jelmoli in Schlieren arbeitete. Sie wären auch an die Chilbi gekommen, wenn es regnen würde, sagen die beiden.

Unzählige Beizen zur Auswahl

Aber zum Glück ziehen die grauen Wolken an der untergehenden Sonne vorüber, ohne sich über die Chilbi-Besucher zu ergiessen. Der hat nun erst richtig angefangen. Ammann und Gehrig haben sich fürs Fondue-Stübli des Stiefeli Clubs entschieden.

Das war keine einfache Entscheidung. Denn der Männerchor bietet im Stürmeierhuus eine Chilbi-Metzgete, die Feuerwehr einen Spaghetti-Plausch und der Club 99 verwöhnt seine Gäste mit Hörnli und Gehacktem in der Baragge.

Diese Beizli-Kultur schätzt Bahnbetreiberin Jolanda Lüthi. «Die Leute bleiben wegen der Beizli länger an der Chilbi. Das ist gut für das Geschäft», sagt die Frauenfelderin Lüthi. Die Fünftklässlerinnen Jasmin, Roxanne und Lyvia werden dennoch nicht zu spät zurück nach Urdorf fahren.


Die Schlieremer Chilbi dauert noch bis Montagabend um 23 Uhr.