Das laute Knallen der Geisseln war das Zeichen für den Einzug der Trychlergruppe Dietikon. Die Besucher der 28. Ausgabe der Chalä-Chilbi eilten nach draussen vor das Festgelände beim Bauernhof der Familie Keller, um das kurze und laute Spektakel nicht zu verpassen. Mit langsamen Schritten und konzentrierten Gesichtern zogen die Männer an diesem Samstagnachmittag die Strasse hoch.

Für viele Besucher hat der Anlass Tradition. Etwa für Sandra Bänziger, die bereits um 17 Uhr zum Einzug erschien. «Ich war schon als Kind immer dabei, es gehört für mich dazu, das Fest ist so bodenständig, und das gefällt mir sehr», sagte sie. Beim Eintreffen der Trychler zeigte ihr dreijähriger Sohn Kilian auf seinen Grossvater Anton Felber, Dietiker Gemeinderat (SVP), der seit 1995 aktives Mitglied der Trychlergruppe ist: «Die Chalä-Chilbi ist unser Fest und jeweils ein Highlight für jeden in unserer Gemeinschaft», so Felber.

Auch Sandra Bänzigers Patenkind Eileen war vor Ort. Sie konnte ihr gewünschtes Sprite gleich bei ihrem Vater Reto Vogel bestellen, der sich seit vielen Jahren im Service der Chalä-Chilbi engagiert. Bei feiner Verpflegung wurden die Besucher mit Live-Musik des Ländlertrios «Stockbergbuebe» unterhalten.

Ein Höhepunkt des Abends war dann der Auftritt der Gast-Trychler. Über dreissig Aktive des Trychler- und Chlepfervereins Arth führten diese Tradition weiter. Werner Fässler, mehrfacher Schweizer Meister im Priis-Chlepfä und Präsident des Vereins, hielt die Geissel in der Hand. «Für uns kommt der Ausflug nach Dietikon einem Aufenthalt im Ausland gleich», sagte er lachend und merkte an, dass die jungen Limmattaler Trychler einen grossen Willen beim Erlernen des Geisselchlepfens zeigen würden. Denn die jungen Aktiven aus Dietikon lernen das Chlepfen bei Fässler und drei weiteren Profis in Arth. Besonders erfreut über den Besuch war der Präsident der Trychlergruppe Dietikon Pius Baggenstos: «Am 6. Dezember werden wir nach Arth reisen und ebenfalls bereit sein», sagte er.

Für heitere Stimmung sorgten derweil die Schlagersongs des Duos Grenzenlos. «Wir sind wegen dieser Musik gekommen und das Fest ist toll, aber auch das Trycheln live zu hören, war sehr schön», sagte Maria Köhle aus Tettnang. Sie reiste gemeinsam mit ihrem Ehemann Helmut Köhle extra mit dem Wohnwagen aus Deutschland an.

OK-Präsident ist erfreut über die Besucherzahl

Zufrieden war auch Konrad Lips, OK-Präsident des Anlasses und Fraktionschef der Dietiker SVP-Gemeinderatsfraktion: «Wir sind sehr zufrieden und konnten wieder mit fast 500 Besucher rechnen.» Es sei immer viel los in der Region. «Beim Eidgenössischen Schwingfest am vergangenen Wochenende hätten wir mehr treue Gäste vermisst als an diesem Wochenende mit dem Schlierefäscht», ist sich Lips sicher. Insgesamt sei ein ruhigeres Fest im Gange als noch in den vergangenen Jahren, meinte Ehren-Trychler Martin Camenzind zur vorgerückten Stunde. Seit zwei Jahren übernimmt er die Aufgabe des Kassiers und verteilt die Tickets. Diese sind in Form einer kleinen Trychlerglocke als Anstecker gehalten und eignen sich damit bestens als Sammelstück oder Souvenir.