Urdorf

«Die Bremer Stadtmusikanten» sind beschwingt aufmarschiert

Das CMU spielte in Urdorf und Jörg Schneider erzählte die berühmte Geschichte vom Esel, von Hund, Katze und Hahn. Diese habe, so Schneider, an Aktualität eigentlich nichts eingebüsst.

Es ist kurz vor vier Uhr vor der neuen reformierten Kirche in Urdorf. In Scharen strömen Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkel, Kinder und Jugendliche in den Saal. Auf sie alle wartet diesmal das zauberhafte musikalische Kleinod aus der Feder des in Zürich aufgewachsenen Musikpädagogen und Komponisten Hanspeter Reimann mit der packenden Mundartfassung von Jörg Schneider.

Er selber erzählt die Geschichte von den vier Tieren Hahn, Katze, Hund und Esel, die ihren Besitzern infolge ihres Alters nicht mehr nützlich sind und daher verjagt werden oder in der Suppe «landen» sollen.

Drama steigert sich in der Musik

Es gelingt den Tieren zu entfliehen, und sie folgen dem Vorschlag des Esels, in Bremen Stadtmusikanten zu werden. Der Weg ist weit, das Übernachten im Wald ungemütlich. Ein fernes Licht führt die angehenden Virtuosen zum Räuberhaus. Die Dramatik des Geschehens steigt, als die müden und hungrigen Tiere die Bösewichte mit lautem Geschrei erschrecken und vertreiben.

Dabei inszeniert das Orchester die Erzählung durch die ganze Vielfalt heiterer, tänzerischer und melancholischer Klänge bis zu fetzigem, jazzigem Sound.

Mutig das Unmögliche geschafft

«Die Geschichte hat eigentlich an Aktualität nichts eingebüsst», meint denn auch der bekannte und überaus beliebte Bühnenkünstler Jörg Schneider. Denn: Die Tiere entsprächen den im Dienst bei der Herrschaft alt gewordenen, abgearbeiteten und durch den Verlust an Leistungskraft nutzlos gewordenen Knechten und Mägden.

«Mit ihrem Aufbruch, ihrem Zusammenhalt und Mut schaffen sie das fast Unmögliche. So überlisten sie die Bösen, schaffen sich ein Heim und somit ein neues Leben», findet der Textschreiber und Erzähler, der als legendärer Kasperlistimmgeber bei ganzen Generationen bekannt und beliebt ist.

Die Stimmen der Tiere gut gehört

Dazu gehörte auch Magi Meier aus Urdorf: «Fröhlich und spontan spielte das CMU dieses Familienkonzert als Kinderkonzert. Mir und meinen beiden Enkelinnen hat es super gefallen.»
Tobias Frey aus dem aargauischen Egliswil sagte: «Mir hat das Konzert über ‹Die Bremer Stadtmusikanten› sehr gut gefallen.» Er habe die Tierstimmen zwischendurch immer wieder gut gehört. «Mir hat es so richtig Spass gemacht», so der Zehnjährige, der selber Keyboard spielt.

Der Dietiker Christian Maurer meinte: «Ich bin hier, weil meine Freundin am Konzert Geige spielt.» Auch hätten Bekannte von ihm als Geiger und Kontrabassist mitgemacht. «Ich fand die Aufführung wirklich ganz toll», ergänzte der 21-jährige Umweltnaturwissenschafts-Student an der ETH Zürich.

Jörg Schneider eroberte die Herzen des Publikums

Am Schluss der überaus gelungenen Aufführung sagte Dirigent Pascal Druey: «Die grosse Anzahl von Zuhörerinnen und Zuhörern jeden Alters bestärkt mich in meiner Absicht, jedes Jahr mindestens ein Familienkonzert durchzuführen.» Dies scheine für ihn ein echtes Bedürfnis in Urdorf und Umgebung zu sein.

Zudem: Wenn die anschliessende Instrumentenpräsentation für die Kinder auch den örtlichen Musikschulen zugute komme, wäre er sehr glücklich. «Für mich persönlich bleibt die Begegnung mit Jörg Schneider ein unvergessliches Erlebnis», betonte Pascal Druey, «die wunderbar phantasievolle Musik Reimanns, das engagierte Spiel unseres Orchesters und Jörg Schneider, welcher seine eigene Mundartfassung des Märchens erzählte und sofort die Herzen des Publikums eroberte - dies ergab eine Einheit, wie ich sie mir nur wünschen konnte.»

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