Bergdietikon

Aktivistin gegen Foodwaste: Hélène Vuille aus Birmensdorf erhält die Flamme des Friedens

Der Friedenspreis wurde der Anti-Foodwaste-Aktivistin am Freitagabend in der Kunstgalerie Bachlechner in Bergdietikon überreicht.

«Hélène Vuille war immer Feuer und Flamme für ihre Anliegen», sagte Max Elmiger, Direktor der Caritas Zürich, in seiner Laudatio in der Kunstgalerie Bachlechner. Hier wurde der Birmensdorfer Anti-Foodwaste-Aktivistin am Freitagabend die Flamme des Friedens verliehen. Für die Übergabe waren Herta Margarete Habsburg-­Lothringen und ihr Gatte Sandor, die Präsidentin und der Vizepräsident des Vereins zur Förderung des Friedens, aus Österreich nach Bergdietikon angereist. «Vielen Dank für ihr grossartiges Engagement und dass sie immer im Dienste der Nächsten für die anderen da sind», sagte die Präsidentin, ­bevor sie Vuille den Preis überreichte.

Dank ihrem Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung ist Vuille über das Limmattal hinaus bekannt. Gastgeber und Galerist Hanns Bachlechner erzählte die Geschichte davon, wie Vuille 1998 zufällig beobachtete, wie in einer Migros-Filiale nach Ladenschluss noch gut aussehende Frischwaren entsorgt wurden. In der Folge überzeugte sie den Filialleiter, ihr die abgelaufenen Frischwaren zu überlassen, um sie an Obdachlose und Bedürftige weiterzugeben.

Damals hätte sie sich nicht vorstellen können, 22 Jahre später massgeblich dafür mitverantwortlich zu sein, dass National- und Ständerat erstmals eine Motion annehmen, welche die Lebensmittelabgabe an gemeinnützige Organisationen auf ­nationaler Ebene vereinfacht. «Ihr Mann René Vuille, Jurist und Haftpflichtspezialist, formulierte den Passus. Hélène ­Vuille schrieb mit der Nationalrätin Martina Munz zusammen die Begründung», sagte Bachlechner.

«Du zündest eine Kerze an, wo Dunkelheit herrscht»

«Dein Feuer ist so intensiv wie deine Hartnäckigkeit», sagte Caritas-Direktor Elmiger. «Getragen von Menschenliebe zündest Du eine Kerze an, wo Dunkelheit herrscht.» Das würden auch ihre drei Kinder zeigen. So nannte Elmiger ihre drei veröffentlichten Bücher, in denen sie Menschen mit harten Schicksalen eine Stimme verleiht.

Vuille zitierte in ihrer Dankesrede aus einer Mail, die sie von Jérôme, einem Sterbehospizmitarbeiter, als Reaktion auf den Preis erhalten hatte. «Ich stelle mir vor, wie du eher zurückhaltend, fast schon schüchtern und vor allem bescheiden die Flamme des Friedens entgegennimmst», schrieb er. Dabei denke sie sicher an alle Menschen, die geholfen haben und finde, dass sie diesen Preis doch erhalten sollen. Er sollte recht behalten: Vuille widmete den Preis allen, die sich einsetzen für Menschen, «die auf der Rückseite des Lebens leben müssen». Vuille bedankte sich besonders bei ihrem Mann René und ihrem Sohn Raphael für die grosse Unterstützung.

Die Preisverleihung in der Kunstgalerie wurde musikalisch untermalt von der Alphorngruppe Rebberg – auf Wunsch von Vuille, wie Bachlechner erklärte. Am Anlass verlieh Herta Margarete Habsburg-Lothringen zudem dem Galeristenpaar Béatrice und Hanns Bachlechner die «Goldene Maske» als Auszeichnung für ihr soziales Engagement. Anschliessend wurden drei Kunstwerke versteigert zugunsten eines thailändischen Hilfsprojekts des früheren «Flamme des Friedens»-­Preisträgers Christian Hort.

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