Kinderkrippen haben es im wohlhabenden Uitikon überraschend schwer. Kürzlich verteilte die Gemeinde eine Chronologie seit 2005 in Farbdruck, auf der die leidvolle Suche nach einem geeigneten, definitiven Standort minutiös aufgelistet ist.

Nun bearbeitet die Exekutive eine Idee, die nach einer Klausurtagung im Mai in Angriff genommen wurde: Weil die Siedlung Binzmatt im Zentrum von Uitikon Dorf der Gemeinde gehört, wäre es möglich, eine Liegenschaft davon für die Krippe zu verwenden.

Unselige Verknüpfungen bisher

Einige Lösungen für die jahrelange Suche nach einem geeigneten Krippenplatz, der das Provisorium auf dem Spilhöfler ersetzen könnte, waren auf komplizierte Weise miteinander verknüpft. Ursprünglich wollte man die Krippe ins Werkhofgebäude zügeln. Das wiederum hätte eine neue Lösung für den Werkhof bedingt, die so schnell nicht in Sicht war. Zudem wäre das Werkhofprojekt nicht billig zu stehen gekommen, «von Altlasten beim Umbau gar nicht zu sprechen», wie Sozialvorsteherin Carol Hofer auf Anfrage sagte.

Mit der Binzmatt war der Gemeinderat allerdings auch schon mal gescheitert. Aus Kostengründen lehnte die Bevölkerung einen neuen Kinderkrippenpavillon im Garten an der Urne klar ab. Das war im Januar 2008.

Zwei Ausbauschritte

Die Lösung in der Binzmatt könnte relativ problemlos realisiert werden. Der Gemeinderat schlägt vor, das Haus Binzmatt 19 umzunutzen. Dies hat den Vorteil, dass es relativ schnell zur Verfügung steht. Allerdings müsste man in einer ersten Phase den Mietern künden. In einer zweiten Phase ab Mitte 2017 würden auch die Flächen der beiden gewerblichen Nutzer, eine Arztpraxis und eine Praxis für traditionelle chinesische Medizin, zur Verfügung stehen. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dafür entschieden - im Wissen, dass es Härtefälle geben kann. Die Mieter wurden bereits Ende September informiert. Danach kam es zu einer Flugblattaktion seitens der Mieter.

Mit einem Minimalaufwand an baulichen Veränderungen sollen in einer ersten Phase zwei Kinderkrippengruppen zu 11 Kindern und eine Babygruppe mit sechs Plätzen eingerichtet werden.

Zurzeit besitzt die provisorische Krippe noch keine Babygruppe. Sie betreut aber rund 43 Kinder in zwei Gruppen. Im Endausbau, wenn das ganze Haus zur Krippe gehören würde, plant man, drei Gruppen zu elf Kindern und eine Babygruppe unterzubringen.

Im Mai an die «Gmeind»?

«Wir versuchen, zusammen mit dem Architekturbüro bis an der Gemeindeversammlung vom Mai 2013 die Umbaukosten eruiert zu haben», erklärt Carol Hofer. Und: «Das Best-Case-Szenario wäre, wenn wir im Herbst darauf mit dem Umbau beginnen könnten.» Derzeit sehe es so aus, als ob zumindest die Umbaukosten unter eine Million Franken zu stehen kommen.

«Keine Luxuslösung»

«Wir arbeiten derzeit intensiv im Zwei-Wochen-Turnus zusammen mit Architekten und auch der jetzigen Krippenleitung, deren Inputs konstruktiv und den Gegebenheiten angepasst sind», so Hofer. Man wolle unter den gegebenen Umständen das Beste daraus machen. «Wir streben keine Luxuslösung an», denkt Hofer.

Die jetzigen Mieter würden bei der Suche nach einer neuen Wohnung von der Verwaltung bestmöglichst unterstützt, sagt Hofer weiter. Eine externe Mietlösung für die Kinderkrippe sei in Uitikon fast nicht möglich. «Eine Lösung mit Mietverhältnis gegenüber Privaten ist für eine Krippe wegen der hohen Mieten hier im Dorf unrealistisch», folgert Carol Hofer abschliessend.