Wir waren in der zweiten Mannschaft des HC Dietikon-Urdorf zu gut besetzt für die 1. Liga. Einige Spieler wollten einfach nicht mehr. Im Cup allerdings war die Challenge für jeden da. In diesem Fall wartete das NLA-Team Amicitia auf uns, das zwar nicht mehr über ein grosses Budget verfügte, aber mit zwei Ausländern sowie Juniorennationalspielern immer noch viel besser als wir war. Im Tor spielten Bucheli und Mägi (Stefan Maag, Anm. d. Red.), ein enger Freund meiner Teamkollegen Peach und Olaf Rusert. Aus Dietiker Sicht stand Amicitia immer für die grossen Stadtzürcher und für die Akademiker. Es war wie ein Klassenkampf zwischen Arbeiterverein und Studierten. Dass die Hälfte unseres Teams auch studierte, spielte in diesem Moment natürlich keine Rolle.

Wir spielten in der alten Dietiker Stadthalle: düstere Atmosphäre, dunkelgrüner Boden, hässlicher Vorhang an der Wand, Rauchglasscheiben.
Pius Biffiger war sehr treffsicher. Kurz vor Schluss lagen wir mit einem Tor vorn, als Peach einen Penalty für uns schiessen konnte. Mägi wurde dafür ins Tor geschickt. Als er an Peach vorbeiging, sagte der ihm: «Das ist im Fall ein wichtiger Penalty.» Mägi hatte seinen typischen Tunnelblick und kriegte davon nichts mit. Es war eine seltsame Szene: auf der einen Seite der ganz lockere Peach, auf der anderen Seite der vom Spiel seines Teams frustrierte und in dieser Situation angespannte Mägi.

Peach versenkte den Penalty, ich weiss nicht mehr genau wie, aber wahrscheinlich halbhoch links – er hat immer sehr effizient geschossen. Wir gewannen 20:18 oder 22:20, jedenfalls nicht so wie heute, wo man 48:43 oder so gewinnt.

Die Sensation war perfekt. Die Überschrift von Mac Huber im Limmattaler Tagblatt lautete ungefähr «Die Biertrinker gewinnen gegen die Profis». Dieser Ruf begleitete uns durch die Saison, wir haben ihn manchmal fast überzelebriert, was nicht jeder im Vorstand lustig fand.

In der Erinnerung an jene Partie gibt es bis heute unterschiedliche Wahrheiten: Mägi spricht davon, dass Amicitia darauf bedacht war, dieses Match nicht erfolgreich zu gestalten, um sich auf die Abstiegsrunde in der NLA konzentrieren zu können. Aus unserer Sicht waren wir ganz einfach überragend. Von allen Mannschaften, in denen ich spielte, war diese die zweitbeste. Wir mussten fast nichts absprechen, weil wir uns so gut kannten.

In der folgenden Cup-Runde schalteten wir mit Stäfa einen weiteren NLA-Klub aus. Im Achtelfinal verloren wir dann gegen das mit Christen, Haroun, Estermann und anderen stark besetzte Borba Luzern.