Uitikon
Die Bibliothek wird zur Panini-Tauschbörse

In der Schulbibliothek ist das Fussballfieber ausgebrochen. Unzählige Panini-Bilder wechseln ihre Besitzer – für viele Kinder ist das Tauschgeschäft ein voller Erfolg

Aline Ilk
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Schauplatz: Panini-Tauschbörse
5 Bilder
Die Bibliothekarin, Tatjana Zenoni, hat ihre eigene Sammlung an Paninibildern.
Gespannt wartet dieser Bub auf die Bilder seines Kollegen. In der Hoffnung, neue Bilder zu finden.
Hier am Tisch haben alle das gleiche Ziel - Jeder möchte alle Paninis haben und sein Buch vervollständigen.
Konzentriert schaut der sechs jährige Gian Luis (im blauen T-Shirt) auf die Bilder von seinem Kollegen.

Schauplatz: Panini-Tauschbörse

Aline Ilk

Voller Konzentration schauen die jungen Fussball-Fans, welche Bilder ihnen noch fehlen. Sie verhandeln schon wie Grosse und sind stolz, wenn sie eine Mannschaft in ihrem Panini-Heft vervollständigen können. Schon jetzt ist die Vorfreude auf die Europameisterschaft, die dieses Jahr in Frankreich stattfindet, gross. Die Atmosphäre in der Bibliothek ist entspannt und den Kindern macht es eine grosse Freude, ihren freien Nachmittag so zu verbringen.

Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr hatten Kinder, aber auch Erwachsene aus der Umgebung, gestern die Möglichkeit, ihre Panini-Bilder in der Bibliothek des Schulhauses Schwerzgrueb zu tauschen. Laut Bibliothekarin Tatjana Zenoni kämen manchmal bis zu 30 Kinder an einem Nachmittag. Es sei eine schöne Abwechslung zum normalen Alltag und vor allem kämen so auch mehr Knaben in die Bibliothek, wo sonst eigentlich nur Mädchen anzutreffen seien.

Der sechsjährige Gian Luis aus Uitikon kommt gerne hierher, um seine Bilder zu tauschen. Er spielt selber Fussball und ist grosser FC-Bayern-Fan. Überhaupt, Deutschland ist beliebt bei den Knaben. Einer trägt eine FC-Bayern-Kappe und sagt, bei der Europameisterschaft sei er für Deutschland. Sein Panini-Buch ist schon fast voll. An diesem Nachmittag konnte er drei weitere Mannschaften vervollständigen.

Jung und Alt tauschen Paninibilder

Sogar ein älterer Mann sitzt mit den Kindern am Tisch, um Panini-Bilder zu tauschen. Er sei im Auftrag für die Enkel eines Bekannten gekommen, weil diese keine Zeit hätten, sagte er. Selber sammle er heute keine Panini-Bilder mehr. Aber als er noch jünger gewesen sei, habe ihn das Panini-Fieber natürlich auch gepackt. Ein bisschen genervt, erzählt er, dass immer die gleichen Bilder fehlen würden. Seine Theorie ist, dass die fehlenden Bilder erst später in den Verkauf kommen und somit gar niemand die Möglichkeit hat, diese Bilder schon zu ergattern.

Auch die Bibliothek hat eine eigene Sammlung. Da die Bibliothekarin aber keine freie Zeit hat und arbeiten muss, hilft ihr ein Knabe. Er sitzt den ganzen Nachmittag an einem Tisch und tauscht Bilder, die ihm gar nicht gehören. Das macht ihm aber nichts aus und bereitet ihm sogar Spass. Er selber sammelt keine Bilder.