In einer Ecke des Quartierbüros liegen bunt bemalte Holzschindeln, in der anderen ein Plakat mit aufgeklebten Kinderzeichnungen. Am Samstag sammelten 40 Kinder und 30 Erwachsene Ideen für die Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Spielplatzes bei der Färberhüsliwiese. Die Holzschindel tragen die Namen der Kinder und sollen nächstes Jahr beim neuen Spielplatz angebracht werden – als Zeichen der Partizipation.
Dass sich die Quartierbewohner aktiv an der Gestaltung und Verbesserung ihrer Umgebung beteiligen, das ist der Stadt ein grosses Anliegen. «Wir geben den Anstoss zu einem Prozess, den die Einwohner weiterführen sollen», sagte Stadtpräsident Toni Brühlmann an der gestrigen Medienkonferenz. Im Rahmen des vom Bund geförderten Stadtentwicklungsprogramms «Projet urbain» hat die Stadt deshalb im Mai an der Badenerstrasse das Quartierbüro eröffnet. Dort traf sich denn auch jeweils die Arbeitsgruppe zum Spielplatz, um den Anlass vom letzten Samstag vorzubereiten. Im Quartierbüro werden sie nun die gesammelten Ideen auswerten – ob die Kinder tatsächlich wie gewünscht, ein Baumhaus erhalten, wird sich zeigen.

Das Quartierbüro fungiert allerdings nicht nur als Treffpunkt für die verschiedenen Arbeitsgruppen, sondern auch als eine Anlaufstelle der Einwohner. Sara Huber ist seit April als Quartierkoordinatorin angestellt. Als Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und den Quartierbewohnern begleitet sie die Arbeitsgruppen und führt das jeweils am Mittwoch und Donnerstag geöffnete Büro. Einmal sei etwa ein Hauswart vorbeigekommen mit dem Anliegen, sich mit anderen Hauswarten zu vernetzen und sich auszutauschen. Huber wird nun ein Treffen organisieren.

Helfen für ein Taschengeld

Ob das Quartierbüro auf längere Sicht weitergeführt wird, ist indes noch nicht sicher. Das «Projet urbain», welches die Lebensqualität in Wohngebieten von Städten und Agglomerationen fördern soll, wird im nächsten Jahr beendet. Im ersten Halbjahr 2015 werde sich die Zukunft des Büros entscheiden, sagte Brühlmann. Die Quartierkoordination aber wolle die Stadt unbedingt weiterführen: Die durch das «Projet urbain» gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Zukunft weitergetragen werden. Konkret bedeutet das: Die Bewohner des Quartiers sollen auch weiterhin zur Entwicklung des Stadtteils beitragen.

Derzeit laufen diesbezüglich bereits mehrere Projekte: Eine Gruppe will auf den nächsten Sommer hin eine Jobbörse lancieren. Jüngere Quartierbewohner sollen dort für ein Taschengeld ihre Hilfe an Senioren anbieten. Die Jungen könnten den Älteren gewisse Arbeiten abnehmen. Eine andere Gruppe hat bereits begonnen, das Färberhüsli wieder frisch herzurichten – ein Begegnungsort soll entstehen. Senioren planen dort ebenfalls einen Kaffeetreff einzuführen, weil es bisher kaum solche Angebote gibt. Bereits umgesetzt wurden verschiedene Quartierfeste. «Dadurch erreichen wir nun auch die ausländischen Bewohner des Quartiers», sagt Sara Huber.