Jahresrückblick

Die besten Tiergeschichten, die das Jahr 2018 im Limmattal geschrieben hat

Der Wirbelwind Elvis von der Freizeitanlage Chrüzacher kam in eine Benimmschule – auf eine Fohlenweide im Aargau.

Der Wirbelwind Elvis von der Freizeitanlage Chrüzacher kam in eine Benimmschule – auf eine Fohlenweide im Aargau.

Auch Tiere sorgten in diesem Jahr im Limmattal für Schlagzeilen. Allen voran der Esel Elvis von der Freizeitanlage Chrüzacher. Das Limmattal hat dieses Jahr viele neue Tierhelden dazugewonnen.

Elvis has left the Building – Elvis hat das Limmattal verlassen. Selbstverständlich nur zu seinem Besten. Viele erinnern sich gerne an den Esel namens Elvis, der in der Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher das Licht der Welt erblickte. Er war von Beginn an der Liebling vieler Besucher.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil niemand mit Elvis rechnete. Seine Mutter, eine Stute namens Shakira, galt als unfruchtbar. Sie sollte eigentlich «nur» dem bereits im Chrüzacher heimischen Esel Sassa Gesellschaft leisten. Und dann war Elvis plötzlich da.

Das junge Fohlen entpuppte sich als regelrechter Wirbelwind und begann im Frühling mit dem sogenannten Hengsteln. Elvis tyrannisierte und biss seine Mutter. Mirjam Spring, Reitpädagogin und verantwortlich für die Tiere und Kinderprogramme im Chrüzacher, reagierte und schickte Elvis im Mai in eine Benimmschule: auf eine Fohlenweide im Aargau. Dort wurde er von älteren Artgenossen in die Pflicht genommen und habe seither vieles gelernt.

Nicht nur Elvis sorgte für Schlagzeilen im Limmattal. Auch andere Tiere wie Bienen, Rehe oder Enten spielten im Jahr 2018 eine Rolle. Hier eine Auswahl der tierischen Schlagzeilen des Jahres.

Der Schnüffler

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Er hat einen klingenden Namen, dieser Diensthund: Arani von der Lobdeburg. Als Betäubungsmittelspürhund von Beruf, hat Arani zudem eine feine Nase. Ende Oktober machte der Hund auf einer Raststätte in Oberengstringen einen satten Fund. Von der Zürcher Kantonspolizei aufgeboten, fand Arani das Versteck zweier Drogenkuriere, die als Touristen unterwegs waren.

Acht Kilogramm Kokain konnten dank des tierischen Schnüfflers sichergestellt werden. Es war nicht sein erster Treffer: Bereits ein Jahr zuvor wurde Arani in den Medien erwähnt, als er in einer Wohnung in Horgen unter anderem 600 Gramm Heroin fand.

Ein Herz für Bambi

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Anfang Juni wurden in einer Wiese in Unterengstringen zwei Rehkitze von einem Jagdaufseher gerettet und entkamen so dem drohenden Massaker durch eine Mähmaschine. Weil Rehkitze zu dieser Jahreszeit oft im hohen Gras liegen, geben viele Bauern am Tag vor dem Mähen den Jägern Bescheid.

Diese haben vielseitige Methoden, um die Rehe zu warnen. Etwa mit blinkenden Baustellenlampen oder einem Radio auf der Wiese. Werden die Geräusche oder das Licht von den Tieren wahrgenommen, suchen die Rehmütter mit ihrem Nachwuchs in der Regel einen Platz auf, der ihnen sicherer erscheint – fernab der Wiese.

Alle meine Entchen

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Auf der Dachterrasse der Abwasserreinigungsanlage Limeco in Dietikon brütete Ende Mai eine Entenmutter in einem Pflanzentrog zehn Eier aus; schliesslich schlüpften fünf Küken.
Gut, dass der Klärwerkfachmann Sergej Hammel zur Stelle war. Dank Anweisungen der Vogelwarte Sempach konnte er die Enten in einem Eimer an die Limmat bringen. Laut eigener Aussage unter strenger Beobachtung der Entenmutter.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hammel als Retter für Tiere in Not auftritt. Bereits im Januar rettete er zusammen mit einem Arbeitskollegen einen Hund aus der Limmat.

Ein Kaninchenleben

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Dank dem Tierschutz Limmattal und Säuliamt werden schon seit 1993 immer wieder Tiere vor dem sicheren Tod gerettet. Die heutige Verantwortliche des Vereins, Heidi Illi, fokussiert sich besonders auf Kaninchen. Rund 40 der Kleintiere leben bei ihr, die sie versorgt und auch weitervermittelt.

Im Gespräch mit der Limmattaler Zeitung sorgte sie sich im Sommer, da jeweils vor den Ferien viele Haustiere ausgesetzt würden. Nicht alle könne sie aufnehmen. Aber jene Kaninchen, die bei Illi ein Für-immer-Zuhause gefunden haben, sollen ihre übliche Lebensdauer weit überschreiten.

Gefährdete Völker

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Als am 20. Mai der Weltbienentag begangen wurde, konnte die Limmattaler Zeitung das Bienenhaus der Imkerin Barbara Kohler Gross in Dietikon besuchen. Sie übernahm einst die Bienenvölker von ihrem Vater und trotz anfänglicher Skepsis will sie das Imkern nicht mehr missen.

Beim Besuch lernten wir beispielsweise, dass ein neuer Schwarm entsteht, wenn ein Volk zwei Königinnen hat, dass Völker ohne Bienenhäuser eher selten überleben oder dass die männlichen Bienen stets die Minderheit ausmachen und zwecks Fortpflanzung nur der Bienenkönigin dienen. Kohler kann zudem pro Jahr rund 220 Kilogramm Honig ernten. Wichtiger ist aber ein Zitat von Albert Einstein: «Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.»

Ein Hoch auf das Leben

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Auch über die Grenzen hinaus gibt es Tiere, deren Glück und Gesundheit im Limmattal ihren Ursprung haben. Die Stiftung Tierbotschafter.ch der Birmensdorferin Brigitte Post hat weltweit nachhaltige Kastrationsprogramme unterstützt und gefördert.

Im Jahr 2018 haben die Tierbotschafter 2222 Hunde und Katzen kastrieren und gegen Tollwut impfen lassen. Seit Bestehen der Stiftung wurden insgesamt rund 8500 Strassentiere kastriert, was ihnen zu einem besseren Leben verhalf. Gleichzeitig wurden so Millionen von unerwünschten Welpen und Katzenbabys verhindert. Kastrations- und Impfprogramme sind zudem die einzige Lösung bei der Bekämpfung von Tollwut.

Die Hochzeitsreisen der Amphibien

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Mitte März wurde die Urdorferstrasse in Urdorf für sechs Wochen abends zwischen 18 Uhr bis morgens um 7 Uhr morgens gesperrt. Grund war die Amphibienwanderung, die jeweils im Frühjahr stattfindet. Dann zieht es die Tiere, die im Wald oder in den Feldern leben, zur Laichabgabe in die niedriger gelegenen Wasserzonen.

Laut der Website des Natur- und Vogelschutzvereins Urdorf sind es hauptsächlich Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche, die dann auf Wanderschaft sind. Ihr bevorzugtes Reiseklima: Laue Regennächte. Im kommenden Frühjahr kündigen sich die nächste Amphibienwanderungen an. Solche «Hochzeitsreisen» finden an vielen Orten im Limmattal statt.

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