Urdorf
«Die Berge vermisse ich heute noch»: Ab und zu muss Berti Weber-Bucher die Berge sehen

Berti Weber-Bucher machte eine Ausbildung als Familienhelferin. Vor 30 Jahren kam sie der Liebe wegen nach Urdorf, wo sie sich als Präsidentin und Kursleiterin für den Samariterverein engagierte.

Margret Stöcklin
Merken
Drucken
Teilen
Berti Weber-Bucher.

Berti Weber-Bucher.

Die 1958 im Luzerner Seetal geborene Berti Weber-Bucher bezeichnet sich selbst als authentisch, fair, kommunikativ und kreativ. Aufgewachsen ist sie mit zwei Brüdern und drei Schwestern, davon zwei Mal Zwillinge. «Die Mädchen kamen immer im Doppelpack. Mit meiner Zwillingsschwester Gritli habe ich heute noch ein enges Verhältnis. Aktuell umfasst unsere Grossfamilie 50 Angehörige, die sich alle zwei Jahre treffen, was immer ein grosses Erlebnis ist», sagt Weber-Bucher.

Im Alter von 15 Jahren hatte sie ihre Schulzeit beendet und kam in ihren ersten Haushalt im luzernischen Pfaffnau. Das Kochen und die Haushaltsführung lernte sie hier schätzen und lieben, sodass sie mit 16 Jahren bereits einen Haushalt von sechs bis acht Personen selbstständig managen konnte. Zwei Jahre später zog sie für eine Wintersaison nach Zermatt, wo sie für eine Familie mit sieben Personen arbeitete. Danach war sie ein Jahr lang für eine Familie in Rom tätig, mit welcher sie heute noch Kontakt hat. Ihre eigentliche Ausbildung als Familienhelferin begann Berti Weber-Bucher mit 19 Jahren als Praktikantin in Neuenhof. In der Regel blieb sie 14 Tage in einer Familie. «Die Zeit in diesen verschiedenen Familien war jeweils lehrreich und intensiv, denn überall fehlte die Mutter, meist aus gesundheitlichen Gründen.»

Vielfältige Arbeit

Ihr Spitalpraktikum absolvierte Weber-Bucher auf der Geburtsabteilung, im Gebärsaal sowie im Altersheim. Die Schule der Familienhelferinnen war im Melchtal. Danach war sie acht Jahre in ihrem Lehrberuf tätig. «Meine Arbeitgeber in Seedorf setzten mich vielseitig ein, etwa im Bereich der selbstständigen Haushaltsführung, für die Mithilfe bei Hausgeburten, die Krankenpflege, das Flicken, das Gärtnern, das Heuen und auch mal als Einsatzleiterin für Lastwagentransporte. Das alles ist heute kaum noch denkbar», sagt Weber-Bucher.

Ehemann Peter lernte sie auf ihrer Kanada- und Amerikareise 1984 in Vancouver kennen und lieben. Als aktive Samariter fühlten sich beide von Anfang an miteinander verbunden. Der Liebe wegen zog sie schweren Herzens Anfang 1988 vom schönen Kanton Uri ins Limmattal nach Urdorf. «Die Berge vermisse ich heute noch. Darum muss ich ab und zu in die Höhe fahren, um mir die prächtigen Gipfel anzuschauen», sagt sie. Aber ihr Wohnort habe natürlich auch seine Vorzüge. Vor allem sei Urdorf keine Schlafstadt. Dank des regen Vereinslebens kenne man sich und es sei immer etwas los. Im Alterszentrum sei sie auch ab und zu anzutreffen, um mit Senioren zu plaudern. Die 59-Jährige war während vier Jahren auch in Urdorf als Familienhelferin tätig, ehe sie Mutter wurde.

Mit Ehemann Peter trat sie 1991 vor den Traualtar. Bald darauf erblickten ihre beiden gemeinsamen Kinder, ein Sohn und eine Tochter, das Licht der Welt. Die Sommerferien verbrachte die kleine Familie jedes Jahr in Spanien, bei den ausgewanderten Eltern. Heute sind die Kinder flügge geworden und das Ehepaar Weber-Bucher hat mehr Zeit für den Familiengarten, für interessante Reisen sowie für verschiedene Dorfvereine. Der Samariterverein sei immer noch ihre grösste Leidenschaft, sagt Weber-Bucher. Für diesen hat sie sich als Präsidentin und Kursleiterin engagiert. «Ein weiteres interessantes Hobby ist unser Familiengarten, in dem ich schon so manches Natursujet vor die Linse gekriegt habe. Meine Kreativität lebe ich ausserdem mit meinen selbstgemalten Aquarell-Weihnachtskarten aus, über die sich alle freuen.»