Kantonsschule Limmattal

Die Begründung für die teure Mensa löst Ernüchterung aus

Die Kantonsschule Limmattal.

Die Kantonsschule Limmattal.

Die Dietiker SP-Kantonsrätin Rosmarie Joss ist enttäuscht, dass der Zürcher Regierungsrat wegen der im ­ Vergleich sehr hohen ­Mensa-Preise der Kantonsschule Limmattal nicht mehr Handlungsbedarf sieht.

Dass das teuerste Menu in der Mensa der Kantonsschule Limmattal 36 Prozent mehr kostet als an der Kanti Rämibühl in Zürich, stört die Dietiker Kantonsrätin Rosmarie Joss (SP). Für die hohen Preise in Urdorf verlangte sie zusammen mit ihren SP-Kantonsratskolleginnen Michèle Dünki-Bättig und Carmen Marty Fässler in einer Anfrage an den Zürcher Regierungsrat eine Erklärung.

Die Antwort ist mittlerweile eingetroffen (siehe «Limmattaler Zeitung» von gestern), falle aber eher ernüchternd aus, sagt Joss auf Anfrage. «Nach dem Lesen der regierungsrätlichen Antwort sind wir genau so schlau wie zuvor.» Vieles sei ausweichend beantwortet worden, als habe die Regierung sich aus der Verantwortung stehlen wollen.

Die Mensen der Mittel- und Berufsfachschulen würden durch verschiedene Unternehmen geführt, die auch das finanzielle Risiko tragen, schrieb der Regierungsrat. Dies könne zu preislichen Differenzen führen. Zudem seien die Anforderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie bei einigen Mensen nicht in die Verkaufspreise eingeflossen.

Den Anstieg der Mensapreise in Urdorf auf Anfang 2020, den die drei Kantonsrätinnen ebenfalls kritisierten, rechtfertigt der Regierungsrat mit höheren Standards in diesen Bereichen und einem erneuerten ­Angebot. Deshalb seien «die Preise auf ein durch die Quali­täts­erweiterung begründetes Niveau anzupassen».

Dies lässt Joss nicht gelten: «Als ich noch die Kanti in Urdorf besuchte, waren die Preise im kantonalen Vergleich schon sehr hoch.» Und dass die Mensen von verschiedenen Unternehmen betrieben werden, erkläre die exorbitanten Preisunterschiede keinesfalls. Eine Begründung dafür fehle in der Regierungsratsantwort leider. «Offenbar fehlt die Bereitschaft, da genau hinzuschauen», sagt Joss. Aber dies sei wichtig, weil zwischen Kantonsschulen auch Wettbewerb herrsche und die Kanti Limmattal so deutlich benachteiligt sei.

Systematischer Preisvergleich nötig

Immerhin anerkenne die Regierung, dass eine Angleichung der Preise anzustreben sei, sagt Joss. Auch diesbezüglich sei die Antwort aber viel zu allgemein und ohne Zeithorizont formuliert. «Ich habe mir von der Regierung eine klare Ansage erhofft, was jetzt passiert», sagt sie. Das Thema sei für sie sicher nicht abgeschlossen. «Wir müssen jetzt schauen, was wir mit dieser Antwort machen.» Damit schnell Verbesserungen angestrebt werden können, sei es wichtig, die Kostenstruktur der Kantonsschulmensen systematisch anzuschauen. Nur so werde klar, wie diese Preisdifferenzen überhaupt zustande kommen.

In einem nächsten Schritt müsste man sich überlegen, die Mensapreise notfalls über Subventionen anzugleichen, so Joss. Denn für Familien mit kleinem Budget könne die Kantonsschule heute schon eine finanzielle Belastung sein, ohne dass jährlich noch pro Kind Hunderte Franken wegen hoher Mensapreise dazukämen.

Meistgesehen

Artboard 1