Jahresrückblick

Die Bahn rollt, die Bauerei geht weiter – und andere Ereignisse, die im 2019 für Aufregen sorgten

Die zweite Bauetappe der Limmattalbahn wird gestartet: Die Baustellen sorgen unter anderem im Dietiker Zentrum für Ärger.

Die zweite Bauetappe der Limmattalbahn wird gestartet: Die Baustellen sorgen unter anderem im Dietiker Zentrum für Ärger.

Jahresrückblick 2019: Das sorgte in den Monaten Juli bis September für Schlagzeilen.

6. Juli: Eine Wirte-Ära geht zu Ende

Im Dietiker Restaurant Honeret herrscht Hochbetrieb – das Wirtepaar Lilli und Hans Mair hat sein Lokal zwar nach 33 Jahren gerade geschlossen, doch haben sie zum Inventarverkauf geladen. Dies nutzen viele Stammgäste, um sich ein Andenken zu sichern. Später im Jahr kommt es andernorts ebenfalls zu einem «Inventarverkauf zu Schnäppchenpreisen»; anfangs November werden im geschlossenen Dietiker Kino Capitol Überbleibsel veräussert. Kinostühle gibt es da keine mehr, die sind schon verkauft.

18. Juli: Die Finnenbahn geht an die Gemeinde

Die Gemeinde Unterengstringen übernimmt den Unterhalt der Finnenbahn im Gebiet Chüehau. Die Männerriege hatte die 500-Meter-Bahn 1980 gebaut und seither für sie gesorgt. Finnenbahnchef Rolf Rietmann begründet die Abgabe der Finnenbahn mit der Überalterung der Männerriege; es wurde zusehends schwieriger, den Unterhalt mit Freiwilligen zu stemmen. Dieser war auch nicht einfach, gilt es doch unter anderem jährlich 30 Kubikmeter Sägemehl auf der Bahn zu verteilen.

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26. Juli: Die Hitze setzt dem Bahnhofslift zu

Viele Limmattalerinnen und Limmattaler geniessen den heissen Sommer. So verzeichnen etwa die Badis der Region viele Eintritte. Den beiden Liften am Schlieremer Bahnhof ist es aber zu heiss; die 2006 erstellten Anlagen sind für Innentemperaturen von minus 18 bis plus 40 Grad ausgelegt. Bei voller Sonneneinstrahlung wird es darin rasch heisser, und der Lift kann stehen bleiben. Damit niemand eingesperrt und in der brütenden Hitze auf Hilfe warten muss, stellt die Stadt die beiden Lifte ab einer Aussentemperatur von etwa 28 Grad ab.

30. Juli: Urdorf muss die Heimtaxen senken

Die Gemeinde Urdorf muss allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Alterszentrums Geld zurückerstatten: Pro Tag, die sie 2016 und 2017 im Weihermatt verbracht haben, erhalten sie fünf Franken. Der Bezirksrat hat auf eine Beschwerde einer 101-Jährigen die Betreuungstaxe in diesem geringen Umfang gesenkt. Weil das Alterszentrum äusserst gut ausgelastet war, waren in den beiden Jahren Gewinne entstanden, weshalb die Gebühr gesenkt werden musste. Der Gemeinderat akzeptierte den Entscheid, obwohl er darin «aufsichtsrechtliche Widersprüche» sah. Doch um die Gebühren wird weiter gestritten; die 101-Jährige stuft die angeordnete Reduktion als zu klein ein.

12. August: Der Wohnort der Stadtangestellten

Knapp ein Drittel der Dietiker Stadtangestellten lebt auch im Bezirkshauptort: Es sind genau 182 der rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Lehrpersonen). Dies hat der Stadtrat im Sommer auf eine Interpellation der Grünen hin ausgerechnet. In seiner Antwort hält er fest, dass er sich bei zwei gleichwertigen Bewerbern auf eine freie Stelle unter anderem aus ökologischen Gründen für denjenigen entscheide, dessen Wohnort näher liege. Für die Arbeit spiele die Herkunft aber keine Rolle: «Es zeigt sich immer wieder, dass die Verbundenheit und Loyalität zum Arbeitgeber nichts mit dem Wohnort zu tun hat.» Die Stadt ist denn auch ständig daran, ihr Profil als Arbeitgeberin zu stärken; so gewähren Stadtrat und Gemeinderat neu dem Personal eine fünfte Ferienwoche und sprechen für 2020 eine Lohnerhöhung aus.

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15. August: Joy kommt auf den Rapidplatz

Auf dem grossen, aber leeren Rapidplatz im Dietiker Limmatfeld tut sich etwas: Die sechs Meter hohe Skulptur Joy des 2006 verstorbenen Dietiker Künstlers Josef Staub wird aufgestellt. Zudem dürfte der Platz in absehbarer Zeit zusätzlich belebt werden; im städtischen Budget 2020 sind nun 49'000 Franken für einen «einfachen, aber ausreichend attraktiven Kinderspielplatz» eingestellt. Ein entsprechender Antrag des Quartiervereinspräsidenten Peter Metzinger (FDP) kommt im Dezember in der Budgetdebatte mit 16 zu 14 Stimmen durch.

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27. August: Mann tötet seine Ex-Frau

Ein Nordmazedonier sticht in Dietikon auf seine getrennt von ihm lebende Frau ein. Das Tötungsdelikt sorgt für Diskussionen: Denn der 37-Jährige war verschiedentlich aufgefallen, gegen ihn waren zuvor schon zwei Kontaktverbote erlassen worden. Doch diese waren zum Zeitpunkt der Tat abgelaufen.

30. August: Schlieren lacht und lacht

Es ist das grosse Fest des Jahres: Das Schlierefäscht findet zum zehnten Mal statt. Während zehn Tagen wird im Stadtzentrum unter dem Motto «Schliere lacht» gefeiert, getanzt, getrunken und gegessen. Das Programm, die historischen Bahnfahrten und das Wasserspiel locken Tausende von Besuchern an. Ende des Jahres wird OK-Präsident Rolf Wild stellvertretend für die Arbeit des engagierten Organisationskomitees von den Leserinnen und Lesern der Limmattaler Zeitung zum Limmattaler des Jahres gewählt.

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2. September: Das Cobra fährt bis nach Schlieren

Die Limmattalbahn nimmt den fahrplanmässigen Betrieb auf: Nach grossen Einweihungsfeierlichkeiten rund ums Schlierefäscht verkehrt das Zweiertram ab 4.51 Uhr zwischen Schlieren und dem Farbhof in Altstetten. Gleichzeitig mit der Eröffnung der ersten Etappe werden die Arbeiten für die zweite Etappe von Schlieren über Urdorf, Dietikon und Spreitenbach an den Bahnhof Killwangen gestartet. Die riesigen Baustellen verärgern unter anderem das Dietiker Gewerbe im Zentrum.

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11. September: Eine Drohne bemalt ein Spital

Am Spital Limmattal herrscht Innovationsfreude: Das zeigt sich auch beim Bau des neuen Sanität-Stützpunkts. Die Fassade des Gebäudes wird nicht von Malern mit Pinsel, sondern von einer vorgängig programmierten Drohne mit einer Spritze besprüht. Den Versuch hatte die Generalunternehmung Losinger Marazzi, die den Spitalbau verantwortet, initiiert und mit dem ETH-Spinoff Voliro durchgeführt. Er gilt als Premiere im Baubereich. Am «Limmi» wird auch an anderen Stellen weiter gebaut – so verschwindet in diesem Jahr das alte Spitalhochhaus. Es wird langsam von oben «abgeknabbert». Ein Bagger wurde dafür mit einem Helikopter aufs Dach geflogen.

17. September: Ein Urnengang gilt nicht

Am 1. September hatten sich die Stimmberechtigten der Oberstufenschule der Gemeinden Birmensdorf und Aesch knapp dagegen ausgesprochen, dass die Bildung einer Einheitsgemeinde geprüft werden soll. Rund zweieinhalb Wochen später gilt dieser Entscheid nicht mehr – der Bezirksrat hebt den Urnengang auf. Mit einem Flugblatt habe sich die Schulbehörde ungehörig in den Abstimmungskampf eingemischt. Gewisse Argumente seien geeignet gewesen, «bei den Stimmberechtigten falsche Annahmen zu erwecken», hielt der Bezirksrat fest. Dies bestätigt Ende Jahr auch das Zürcher Verwaltungsgericht; es weist eine Beschwerde der Schulpflege ab. Diese kann noch ans Bundesgericht gelangen.

20. September: Ein Austritt überrascht

Die Schlieremer Finanzvorsteherin Manuela Stiefel teilt mit, dass sie aus der FDP austritt. Der Entscheid kommt überraschend. Stiefel begründet ihren Schritt damit, dass ihr «Engagement für die ganzheitlich positive Entwicklung unserer Stadt zunehmend von wichtigen Exponenten der Ortspartei kritisiert und infrage gestellt wurde». Diese Kritik habe sich akzentuiert: «Sie erfolgte teilweise in einer Form, die ich nicht mehr akzeptieren konnte», schreibt die nun Parteilose.

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25. September: Dietikon stellt den Bachelor

Der Privatsender 3+ gibt bekannt, wer in der neuen «Bachelor»-Staffel nach seiner Prinzessin suchen wird: der Dietiker Patric Haziri (am Ende wird er trotz erfolgreicher Staffel alleine bleiben). Der 29-Jährige ist nicht der einzige Limmattaler, der sich vor Kameras präsentieren kann. Nayla Joy Dubs aus Aesch schafft es bei «Switzerland’s next Topmodel» fast bis zum Titel. Und der Dietiker Raffael Schellenberg kämpft sich geduldig in den Final von «Ninja Warrior Switzerland».

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