Mitte der 1960er-Jahre gaben sich die Vertreter des Zürcher Stadtrates in Limmattaler Freibädern die Klinke in die Hand. Im Spätfrühling 1966 weilten Emil Landolt und sein frisch gewählter Nachfolger Sigmund Widmer in Oberengstringen, um die dort kurz zuvor fertiggestellte Badi einzuweihen. Ein Jahr später gab sich Stadtrat Ernst Bieri in Urdorf die Ehre. Die Gemeinde feierte die Einweihung der Sportanlage Weihermatt. Ob Bieri auch einen Kopfsprung wagte, wie Widmer im Jahr zuvor, ist nicht überliefert.

Mit leeren Händen reiste er jedenfalls nicht an, wie die «NZZ» damals berichtete. Bieri überreichte dem Gemeindepräsidenten Jakob Lips im Namen des Stadtrates ein Bild des Urdorfer Künstlers Hans Falk. Zudem wusste er mit humorvollen Worten zu gefallen.
Ab nächstem Mittwoch wird in der Badi Weihermatt wieder gefeiert. Bis und mit Samstag wird der 50. Geburtstag der Anlage begangen. Den Auftakt macht ein Plauschnachmittag am Mittwoch. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bilden die Anlässe am Samstag, wenn unter anderem Liegenschaftenvorstand Roland Stämpfli eine Ansprache halten wird.

Weichen früh gestellt

Er wird an einem Ort zu den Besuchern sprechen, an dem einst Landwirtschaft rund um einen Weiher betrieben wurde. Das Land gehört seit 1954 der Gemeinde. Damals sprach sich die Gemeindeversammlung für einen Kredit von 700 000 Franken für den Kauf von 91 067 Quadratmeter Boden in der «Weihermatt» aus. Gemeindepräsident Jakob Schälchli sprach dabei erstmals öffentlich davon, dass dieses Land für Sportanlagen besonders geeignet sei.
Es sollten allerdings einige Jahre vergehen, ehe ein Projekt ausgearbeitet war. 1963 orientierte der Gemeinderat über die Pläne für eine Anlage mit Kunsteisbahn und Freibad. Eine Curlingbahn wollte er in einer ersten Etappe noch weglassen.

Das Interesse in der Bevölkerung war gross und die Turnhalle gut gefüllt. Es war ein Vorgeschmack auf das, was ein Jahr später noch kommen sollte. 324 Stimmberechtigte waren am 10. Juli 1964 an der Gemeindeversammlung anwesend. So viele, dass erstmals in der Geschichte Urdorfs nicht alle einen Sitzplatz fanden. Ohne Gegenstimme nahm die Versammlung den Kredit über 3,3 Millionen Franken für den Bau der Anlage an.

Verzögerung durch Rohrbruch

Als erstes wurde die Kunsteisbahn fertiggestellt. Sie konnte am 26. November 1966 eröffnet werden. Im Februar folgte das Restaurant. Die Eröffnung des Freibads war auf den 1. Juli terminiert. Allerdings spielte das Wetter damals nicht mit. Die Bauherrschaft geriet in arge Schwierigkeiten, den Zeitplan einzuhalten. Ein Leitungsbruch sorgte dafür, dass die Urdorferinnen und Urdorfer ihre Badi erstmals am 15. Juli betreten konnten. Immerhin stimmte dann aber das Wetter.

Die Weihermatt war die insgesamt fünfte Badi im Limmattal. An dieser Zahl hat sich bis heute nichts geändert. Als erste Gemeinde kam Birmensdorf in den Genuss eines Freibades. Es wurde 1937 erstellt. Noch heute existiert das Garderobengebäude von damals. Dietikon und Schlieren erhielten ihre Freibäder 1948. In beiden Gemeinden wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts Pläne für eine Badi geschmiedet.