Die SVP gibt sich realistisch: Ihr Ziel ist es, bei den Dietiker Parlamentswahlen vom 9. Februar «mindestens zwölf Sitze» zu holen. Das sind gleich viele, wie sie bei den letzten und vorletzten Wahlen für sich beanspruchen konnte. Der Wähleranteil der SVP ist seit 1994 stetig angestiegen: Damals stimmten erst 19,2 Prozent der Dietiker Wählenden für die Volkspartei, was acht Sitze ergab. Alle vier Jahre kamen ein paar Prozentpunkte und mindestens ein Sitz hinzu, bis die SVP 2010 bei 34,3 Prozent Wähleranteil ankam. Das liegt im Bereich des Wähleranteils, den die Partei 2011 bei den Nationalratswahlen erreichte: 34,9 Prozent.

Es ist also gut möglich, dass die aktuell grösste Fraktion im Dietiker Parlament auch in der nächsten Legislaturperiode wieder zwölf Sitze belegt. Personell wird es jedoch Wechsel geben: Trudi Frey, Ralph Hofer und Irene Wiederkehr treten nicht mehr an. Dafür stehen nach den Bisherigen neu Toni Felber, Daniela Howald-Hunger, Karin Dopler und Koni Lips in den Startlöchern.

SP verlor vor vier Jahren einen Sitz

Auch bei der zweitgrössten Fraktion, der SP, wollen es nicht mehr alle der sieben Bisherigen nochmals wissen: Angela Gullo verabschiedet sich aus dem Parlament. Beste Chancen, sie zu beerben, hat Michael Kramer, der auf dem Listenplatz sieben kandidiert; dahinter folgt Dragana Dimitrijevic. Bei den Gemeinderatswahlen vor vier Jahren gehörten die Sozialdemokraten jedoch zu den Verlierern: Ihr Wähleranteil sank von 23 auf 19,7 Prozent; sie verloren einen Sitz. National holte die Partei bei den letzten Wahlen mit 18,4 Prozent sogar noch etwas weniger Stimmen.

Auch die CVP musste vor vier Jahren in Dietikon einen Sitz hergeben und ist seither mit sechs Personen im Parlament vertreten. Zuvor hatte sie seit 1994 immer sieben Sitze beansprucht. Ihre Sitze verteidigen wollen die Christdemokraten mit den sechs bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten – wobei zwei davon, Roger Studer und Dominik Lamprecht, erst im letzten Jahr nachgerutscht sind. Auf dem siebten Listenplatz findet sich die erst 22-jährige Olivia Boccali.

Auch bei der EVP, die aktuell drei Sitze im Parlament beibelegt, steht mit der erst 19-jährigen Nadine Burtscher auf dem vierten Listenplatz eine Vertreterin der Jugend in den Startlöchern. Burtscher, deren Vater Rochus Burtscher für die SVP im Gemeinderat sitzt, ist erst seit dem vergangenen Frühling EVP-Mitglied. Dass die EVP, deren Wähleranteil in Dietikon seit vielen Jahren etwa konstant ist und vor vier Jahren bei 7,3 Prozent lag, zusätzliche Sitze holt, ist aber nicht sehr wahrscheinlich.

Grüne haben zuletzt zugelegt

Bei 10,5 Prozent der Stimmen lag die FDP bei den Parlamentswahlen vor vier Jahren. Sie beansprucht damit seit 2002 jeweils vier Sitze. Alle bisherigen Gemeinderäte kandidieren nochmals, darunter die beiden Söhne von Stadtpräsident Otto Müller, Raphael und Philipp. Auf dem fünften Platz steht Sona Schellenberg bereit.

Auf dem aufsteigenden Ast waren in den letzten Jahren die Grünen: Sie konnten ihren Wähleranteil seit 2002 von 2,6 Prozent bis 2010 auf 8,2 Prozent erhöhen und haben zurzeit Anspruch auf drei Sitze. Diese wollen sie mit ihren Bisherigen verteidigen. Auf dem vierten Listenplatz steht mit Andreas Wolf, Kantonsrat und Ehemann von Gemeinderätin Catalina Wolf-Miranda, ein bekannter Name.

Die AL gewann vor vier Jahren 1,5 Prozent der Stimmen und schaffte mit Ernst Joss den Sprung in die Legislative. Joss tritt wieder an und kandiert zudem auch für den Stadtrat.

Ebenfalls für Parlament und Stadtrat kandidiert Martin Müller von der Demokratischen Partei. Er sass früher schon mal für die FDP im Gemeinderat und bewarb sich vor vier Jahren als Parteiloser für beide Gremien, jedoch ohne Erfolg.

Gute Chancen auf einen Einzug ins Parlament dürfen sich die Grünliberalen machen. Angesichts ihres Wähleranteils von 5,4 Prozent bei den Nationalratswahlen 2011 liegen für sie zwei Sitze drin. Sie treten in Dietikon zu viert an, wobei auf den ersten beiden Plätzen Sven Johansen und Thomas Lo Russo kandidieren. Kaum Hoffnungen auf einen Sitz machen kann sich hingegen die EDU, die ebenfalls eine Liste mit drei Kandidierenden eingereicht hat.