Dietikon
Die Athleten bei den Einkampf- und Staffelmeisterschaften trotzten dem trüben Wetter

Bei den Einkampf- und Staffelmeisterschaften in Dietikon gab es 50 Teilnehmende mehr als im letzten Jahr.

Michel Sutter
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Einkampf- und Staffelmeisterschaften 2018: Die Weiningerin Martina Ott beim Diskuswurf.
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Die Weiningerin Martina Ott beim Diskuswurf.
Die Mädchen der Kategorie U14 messen sich beim Lauf über 800 Meter.
Die Einzel- und Staffelmeisterschaften auf der Sportanlage Hätschen in Dietikon
Martina Ott (links) und Cornelia Jakob vom TV Weiningen holen im Schleuderball Rang 2 und 3.
Mit 80 Jahren war Werner Frey der älteste Teilnehmer.

Einkampf- und Staffelmeisterschaften 2018: Die Weiningerin Martina Ott beim Diskuswurf.

Michel Sutter

Plötzlich giesst es wie aus Kübeln an diesem Auffahrtsdonnerstag auf der Sportanlage Hätschen in Dietikon. Viele flüchten ins Festzelt, das sich innert kurzer Zeit füllt, im Gegensatz zum Vormittag, als nur vereinzelte Plätze besetzt waren – kurioserweise auch wegen des Wetters. «Man merkt schon, dass es heute trüb ist», sagt OK-Präsident Dominic Schöni.

Viele Leute hätten nur kurz vorbeigeschaut und seien dann wieder gegangen, im Gegensatz zum Vorjahr, als man extra angereist und geblieben sei. Das wirke sich natürlich auch auf den Umsatz aus.

Die Zahl der Athletinnen und Athleten ist mit 350 allerdings höher als im Vorjahr, als sich 300 angemeldet haben. Für sie seien die nasskalten Bedingungen aber kein Problem. «Auf der Tartanbahn zum Beispiel sind sowieso alle mit Nagelschuhen unterwegs», sagt Schöni. «Die meisten mögen es, wenn es nicht so heiss ist.»

Das gilt auch für Elia Triaca. Der 13-Jährige aus Dietikon darf sich schon am frühen Nachmittag gleich zweimal zuoberst aufs Podest stellen. Er hat in der Kategorie U14 im Kugelstossen und im Weitsprung gewonnen. «Mir ist es lieber, wenn es eher kühl ist», sagt der Dietiker, der zum ersten Mal an den Einkampf- und Staffelmeisterschaften teilnimmt.

Werner Frey, der sich eine Wintermütze aufgesetzt hat, ist dagegen froh, dass seine Disziplin, das Diskuswerfen der Senioren, schon am Mittwochabend stattgefunden hat. «Da war es noch schön und trocken», sagt der Dietliker.

Frey ist mit 80 Jahren der älteste aktive Teilnehmer bei den Einkampf- und Staffelmeisterschaften. Und wohl auch derjenige, der am meisten Erfahrung in seiner Disziplin aufweist: Seit über 60 Jahren schleudert er den Diskus durch die Luft. Doch im Vergleich zu früher hat sich das Gewicht der Scheibe halbiert. «Ich darf mittlerweile den Ein-Kilogramm-Diskus werfen», sagt Frey, der noch immer regelmässig an Turnfesten teilnimmt und dienstags und freitags trainiert. In anderen Disziplinen tritt er aber nicht mehr an. «2007 habe ich das letzte Mal einen Sechskampf bestritten», sagt der Dietliker. Damals war er schon 69. Und bis vor fünf Jahren rannte er auch noch über 100 Meter mit: «Auf dieser kurzen Distanz merkt man nicht, wenn jemand schlechter ist als die anderen.»

Mit dem Diskuswerfen will Frey aber noch nicht so bald aufhören. «Mein Ziel wäre es, dass ich den Diskus über 25,42 Meter weit werfe, bevor ich ins Altersheim gehe», sagt er. «Das habe ich vor 60 Jahren geschafft, als die Scheibe doppelt so schwer war.»

Wohl nicht mehr im Hätschen

Den Versuch könnte Frey dann wohl aber nicht mehr im Hätschen machen. Denn der TV Urdorf, der die Einkampf- und Staffelmeisterschaften dieses Jahr organisiert hat, möchte den Anlass gerne einem anderen Verein übergeben. «Wir im Organisationskomitee haben uns gesagt, dass wir die Einkampf- und Staffelmeisterschaften nicht noch ein drittes Mal in Folge durchführen möchten», sagt Schöni. Damit ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Anlass nächstes Jahr nicht im Hätschen stattfinden wird.