Forschungsprojekt
Die Ästhetik der Schlieremer Agglomeration in Klang und Bild

Die Zürcher Hochschule der Künste hat ihr Forschungsprojekt zur visuellen und klanglichen Wahrnehmung der Agglomeration online gestellt. Die Forscher untersuchen die ästhetische Wahrnehmung von Urbanisierungsprozessen

Sandro Zimmerli
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Eine Stadt im Wandel

Eine Stadt im Wandel

Matthias Kessler

Schlieren befindet sich mitten in einem Veränderungsprozess und ist deshalb ein beliebtes Forschungsobjekt. Jüngst hat sich die Hochschule der Künste mit der Frage befasst, wie die sinnlich-emotionale Erfahrung des städtischen Raums erfasst und in die Untersuchung dieser Veränderung einbezogen werden kann. Das daraus hervorgegangene Forschungsprojekt «Visuelle und auditive Wahrnehmungsdispositive» ist jetzt umfänglich im Internet dokumentiert.

Damit lässt sich nachvollziehen, was die Forscher bewegte, wie sie vorgegangen sind und welchen Nutzen die Ergebnisse für künftige Planungsprozesse in Agglomerationen haben können. Ausgangspunkt für das Projekt war die These, dass bei der Erfolgskontrolle von Urbanisierungsprozessen, wie sie in Schlieren stattfinden, die ästhetische Dimension ausser Acht gelassen werde. Diese sei aber für die Qualität von Lebensräumen von wesentlicher Bedeutung. Die Forscher zeigen sich überzeugt, dass Fotografie und Klangforschung einen Zugang zu dieser sinnlich-emotionalen Dimension ermöglichen können.

Räumliche Installationen entstehen

Im Forschungsprojekt wurden deshalb Fotografien und Schallaufnahmen aus den Archiven der fotografischen und der auditiven Langzeitbeobachtung Schlierens verwendet, um daraus sogenannte Wahrnehmungsdispositive zu erstellen. Dabei handelt es sich um räumliche Installationen, in denen Bild und Ton in unterschiedlicher Weise zusammenspielen.

Dadurch entstehen unterschiedliche Formen von Hören und Sehen des Stadtraums. Gezielte Fragen lenken die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf bestimmte Aspekte des präsentierten Materials, etwa Objekte oder Klänge. Da die Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen wurden, lassen sich so Veränderungen vom Stadtraum feststellen.

Solche Herangehensweisen könnten laut den Forschen in verschiedenen Stufen von Planungsprozessen zur qualitativen Analyse von Stadt- räumen, zur Formulierung von qualitativen Zielen sowie zur Überprüfung der voraussichtlichen Auswirkungen von planerischen Konzepten auf den konkreten Ort genutzt werden.

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