Waffenplatz Reppischtal

Die Armee exerziert im «Central Park»

Der kantonale Waffenplatz Reppischtal feierte sein 25-jähriges Bestehen. Mario Fehr, Regierungsrat (SP) und Vorsteher der Sicherheitsdirektion Kanton Zürich sprach zum Publikum. Neben vielen Kaderleuten waren auch die sechs Vorgänger von ihm vor Ort.

In seiner Rede zum 25-jährigen Bestehen des Waffenplatzes Reppischtal verglich Mario Fehr, Regierungsrat (SP) und Vorsteher der Sicherheitsdirektion Kanton Zürich, die Anlage mit dem New Yorker Central Park: Zunächst sei der Waffenplatz mit seinen drei Quadratkilometern Fläche etwa gleich gross wie Stadtpark der amerikanischen Metropole. «Er ist aber auch etwa gleich nahe bei der Zürcher Börse gelegen wie der Central Park bei der New Yorker Stock Exchange.

Das zeigt, wie zentral seine Lage ist», so Fehr. Man könne kaum angemessen würdigen, was es bedeute, einen Waffenplatz dieser Grösse an einem solchen Ort zu konzipieren und in der Volksabstimmung ein deutliches Ja zu einem Kredit von 123 Millionen zu erhalten.

Die sechs Vorgänger Fehrs

Im Publikum, welches sich am Dienstagmorgen auf dem Waffenplatz Reppischtal eingefunden hatte, sassen neben vielen militärischen Kaderleuten auch die sechs Vorgänger Fehrs in der Sicherheitsdirektion. Konrad Gisler, der zwischen 1977 und 1987 als Regierungsrat der Polizei- und Militärdirektion vorstand, und von Fehr als «eigentlicher Vater» des Waffenplatzes geehrt wurde, war ebenfalls anwesend.

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Nach den einführenden Reden des Sicherheitsvorstehers und des Amtschefs des kantonalen Amts für Militär und Zivilschutz, Anton Melliger, erfolgte eine Präsentation von Bildmaterial aus der Geschichte des Waffenplatzes. Dann wurde das Publikum in Gruppen aufgeteilt und durch das Areal geführt. Schliesslich wartete im Verpflegungszentrum ein Mittagessen auf die Besucher.

«Dreiklang» als Erfolgskonzept

Der Entscheid, die Kaserne sowie die Schiess- und Ausbildungsplätze aus der Stadt ins Reppischtal zu verlegen, wurde bereits 1975 gefällt. Der Waffenplatz sollte von Beginn an nicht nur der Ausbildung der Infanterie und der Offiziere dienen, sondern stand im Zeichen des so genannten «Dreiklangs»: Neben der militärischen Funktion sollte das Areal weiterhin auch die eines Naherholungsgebiets für die gesamte Region, und einer landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich nutzbaren Kulturlandschaft wahrnehmen.

Fehr betonte, dass dieser «Dreiklang» noch bis heute funktionierte: «Die Rolle als Naherholungsgebiet erfüllt der Waffenplatz bisweilen so gut, dass es Erholungssuchende nicht für möglich halten, dass das Areal auch vom Militär benutzt wird.» Diesen Besuchern müsse man jeweils wieder in Erinnerung rufen, dass sie sich trotz allem nicht im Central Park, sondern auf einem Waffenplatz befinden, sagte Fehr.

Dass das Areal trotz des Waffenplatzes als Naherholungsgebiet benutzt werde, bestätigte auch der Birmensdorfer Gemeindepräsident Werner Steiner (SVP): «Die Befürchtungen der lokalen Bevölkerung, die militärischen Übungen könnten viel Lärm in das Reppischtal bringen, bestätigten sich nicht.»

«Kultur des guten Einvernehmens»

Seit 2006 die Militärakademie von Wädenswil auf den Waffenplatz verlegt worden sei, und im Rahmen der Armee XXI vor allem Durchdiener hier ihren Dienst leisten würden, sei die Akzeptanz in der Bevölkerung gar noch gestiegen, sagte Steiner.

Der wichtigste Faktor für das Nebeneinander von Waffenplatz und Dorfbevölkerung sei aber eine «Kultur des guten Einvernehmens», welche die Platzverwaltung mit den Anrainergemeinden pflege. «Es gab sicher ab und zu mal Reibungspunkte. Zum Beispiel wegen der gelegentlichen Nachtruhestörungen durch einrückende Rekruten. Aber dann sitzt man zusammen und bespricht diese Dinge», so Steiner.

Kaserne mit ungewisser Zukunft

Was mit der alten Kaserne in der Stadt Zürich weiter geschehe, sei noch immer ungewiss, sagte Fehr. Zur Zeit sind darin die Kantonspolizei und das provisorische Polizeigefängnis untergebracht.

Falls der Kredit für ein neues Polizei- und Justizzentrum auf dem Güterbahnhofareal durch den Kantonsrat genehmigt würde, so könne frühestens ab 2013 mit dem Bau begonnen werden, erklärte Fehr: «Erst dann würde wohl auch der Ideenwettbewerb für die weitere Nutzung des Kasernenareals beginnen können.»

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