Schlieren
Die Arbeitgeber sind zufrieden, wenn der Verkehr fliesst

Arbeitgeber, Immobilienbesitzer und Arbeitnehmer fühlen sich in Schlieren wohl. Sie bestätigen damit das Ergebnis der SP-Umfrage in der Bevölkerung. Allerdings: Der Verkehr darf nicht eingeschränkt werden.

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Das hohe Verkehrsaufkommen in Schlieren liegt vielen der befragten Personen auf dem Magen

Das hohe Verkehrsaufkommen in Schlieren liegt vielen der befragten Personen auf dem Magen

AZ

Vor allem die gute Verkehrserschliessung mit öffentlichem Verkehr und Individualverkehr sowie die Nähe zum Flughafen werden von Schlieremer Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Immobilienbesitzern als grossen Standortvorteil gewertet. Sie fühlen sich in der Stadt mehrheitlich sehr wohl. Das ist das Resultat einer Umfrage der Wirtschaftskammer, des Gewerbevereins, der Detaillistenvereinigung, des Hauseigentümerverbands und der Interessengemeinschaft Rietbach. Sie adaptierten den Fragebogen der SP (Ausgabe von gestern und obiger Artikel) auf die eigenen Bedürfnisse und verteilten sie an die eigenen Mitglieder zur Beantwortung.

«Diese Standortvorteile des Wirtschaftsstandorts Schlieren dürfen nicht preisgegeben werden», schreiben die fünf Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung. Und auch dies teilen sie mit: Man freue sich mehrheitlich auf die Limmattalbahn, erwarte allerdings, dass der motorisierte Ziel- und Quellverkehr nicht durch Staus beeinträchtigt werde. Die geplante Limmattalbahn wird dann begrüsst, wenn sie den Verkehrsfluss vor allem im neuralgischen Zentrum nicht behindert. Der Steuerfuss so die Organisationen – er liegt bei 119 Prozent – wird als zu hoch empfunden. Im Detail sehen die Ergebnisse folgendermassen aus.

Verkehr: Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter von Firmen, Gewerbe und Läden seien zwingend auf Erreichbarkeit, eine funktionierende und flüssige Verkehrsstruktur sowie Parkplätze angewiesen. Baustellen, Verkehrsbeschränkungen, künstliche Behinderungen und Staus stellten eine massgebliche Beeinträchtigung dar.

Grundsätzlich sei man mit der heutigen Situation zufrieden. Man begrüsse mehrheitlich die Umlagerung des Transitverkehrs auf die Bernstrasse, sofern es nicht zu Kapazitätsengpässen komme. Im Zusammenhang mit der Limmattalbahn und der Neugestaltung des Zentrums sei man jedoch skeptisch:

Keine Staus. Tägliche Staus, so wie sie von zwei unabhängigen Verkehrsplanungsbüros im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Verkehrsplatzes im Zentrum prognostiziert wurden, seien inakzeptabel. Staus bedeuteten unproduktive Zeit für die Wirtschaft und unerwünschten Schleichverkehr in den mit Tempo 30 beruhigten Wohnquartieren.

Gute Erschliessung. Das Trassee der Limmattalbahn (LTB) bilde eine unüberwindbare Barriere für den Süd-Nord Verkehr und für Linksabzweiger in die Quartiere. Die verkehrstechnische Erschliessung der Firmen und der Läden dürfe jedoch in keiner Weise beeinträchtigt werden.Sollten die LTB und die neue Verkehrsführung Schlieren wirklich vorwärtsbringen, sind planerisch gute Lösungen zu erarbeiten und geeignete flankierende Massnahmen rechtzeitig umzusetzen.

Ein weiterer Wunsch der Schlieremer Wirtschaft sei eine direkte Verbindung an den Flughafen Zürich.

Begegnungsorte: Diese sind von untergeordneter Bedeutung. Die verschiedenen Restaurants und Lokale böten ausreichende Verpflegungsmöglichkeiten, Austausch und Networking an. Hingegen bestehe Bedarf an Seminarräumen und einem repräsentativen Restaurant für gehobenere Ansprüche am Standort Schlieren.

Sicherheit: Grundsätzlich fühlt man sich in Schlieren sicher. Allerdings ist die gefühlte Sicherheit besonders bei Mitarbeiterinnen von Firmen an der Schlieremer Peripherie im Sommerhalbjahr deutlich höher als im Winter. Die gelegentlichen Einbrüche in Büros, Produktions- und Lagerräume erfordern immer mehr Sicherheitsvorkehrungen, weshalb auch mehr sichtbare Polizeipräsenz gefragt ist.

Einkaufen: Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wird als gut beurteilt. Besonders das Lilie Zentrum mit seinem Parkplatzangebot ist für Autofahrer bestens erreichbar – gerade der Wocheneinkauf lasse sich schlecht zu Fuss bewältigen. Man erwarte, dass sich diese Situation nach der Neugestaltung des Zentrums nicht verschlechtern werde. Es fehlten eine Metzgerei, eine Bäckerei und eine Buchhandlung.

Grünflächen/Erholung: Von den in Schlieren tätigen Arbeitnehmenden würden nebst dem Limmatufer, dem Schlierenberg und dem Schwimmbad das Vitis und die Tennisanlage im Rohr geschätzt. Der Grund: deren zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit zu Fuss und das grosszügige Parkplatzangebot.

Lärm: Er wird nicht als Problem angesehen. Besseres Rollmaterial von Güterzügen würde sehr begrüsst.

Steuern: Es wurde vermisst, dass in der SP-Umfrage der Steuerfuss kein Thema war. Dieser befinde sich an der obersten Grenze des Tolerierbaren. Die fünf Organisationen erklären, dass die Schlieremer Betriebe und deren Besitzer über 50 Prozent an den städtischen Finanzhaushalt beitragen würden. (jk)