Oberengstringen

Die Altlasten anderer sind sein Beitrag an die Umwelt

Mario Setz hat in Oberengstringen mit Flyern für sein Projekt geworben.

Mario Setz hat in Oberengstringen mit Flyern für sein Projekt geworben.

Der 23-jährige Mario Setz startet im Februar ein Kleinunternehmen: Er holt Alu, Altglas und PET vor der Haustür seiner Kunden ab und entsorgt alles fachgerecht.

Altglas, Alu und PET nur noch vor die eigene Haustür stellen zu müssen, statt alles zur Entsorgungsstelle zu bringen – das klingt nach einem verlockenden Angebot. Genau diesen Service bietet Mario Setz ab Februar für alle Einwohner in Oberengstringen an. Er holt die Waren im Abstand von zwei oder vier Wochen – je nachdem wie es der Kunde wünscht – in einem dafür vorgesehenen Sack ab und entsorgt alles entsprechend bei der Entsorgungsstelle.

Sein eigenes Kleinunternehmen «Resetz» hat der 23-Jährige ins Leben gerufen, um etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Viele Leute seien es zudem leid, ständig zur Entsorgungsstelle zu fahren. Vor allem ohne Auto oder für betagte Menschen sei es ein mühsames Unterfangen. Aber auch für Junge sei das Angebot ideal: «Niemand macht sich gerne die Finger schmutzig und besonders appetitlich riecht es auch nicht», so Setz.

Für den Versicherungsvorsorgeberater ist der Recycling-Dienst eher ein Hobby als ein Nebenverdienst. Pro Monat und Abholung verlangt Setz 12.50 Franken, wer seinen Dienst alle zwei Wochen in Anspruch nimmt, zahlt im Monat 18.50 Franken. Ein dreimonatiges Testabo gibt es für 10 Franken im Monat für eine Abholung und 16 Franken für zwei Abholungen.

Wenn das Projekt gut ankommt, möchte Setz es auf weitere Gemeinden ausweiten. Geroldswil, Weiningen und Unterengstringen sollen dazukommen. Ganz so einfach, ist das Unterfangen aber nicht. Bevor Setz mit dem Einsammeln von Altglas beginnen konnte, musste er diverse Bewilligungen einholen. Da die Gemeinden für alle entsorgte Warte entschädigt werden, muss gewährleistet sein, dass Setz die gefüllten Säcke auch wirklich entsorgt und nichts davon weiterverkauft. Deshalb muss er der Gemeinde Oberengstringen Ende Jahr jeweils bekannt geben, wie viele Säcke er zur Entsorgungsstelle gebracht hat.

Recycling soll Nebenjob bleiben

Am Wochenende Zeit für den Abfall anderer aufzuwenden, macht Setz keine Mühe. Er werde von seinem Bruder und seinem Vater in seinem Tun unterstützt. Schon immer habe er einmal eine eigene Firma gründen wollen. «Resetz ist die perfekte Möglichkeit dazu. Es kostet mich weder viel Geld noch Aufwand», sagt er. Den Recyclingdienst hauptberuflich zu betreiben, kommt für den jungen Mann aber dann doch nicht infrage. Dafür mache er seinen eigentlichen Job zu gerne.

In anderen Schweizer Städten wie Winterthur und Basel gebe es bereits ähnliche Recycling-Projekte, die gut angelaufen seien. Setz ist gespannt, ob es im Limmattal ebenso funktioniert. «Das Feedback der Oberengstringer ist bisher positiv. Jetzt kommt es darauf an, wie viele von ihnen dann auch wirklich ein Abo abschliessen.» Der erste Abholtag findet am 7. Februar 2015 statt.

Für den Dienst anmelden kann man sich bei Mario Setz per Mail an info@resetz.ch oder unter 076 413 61 43

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