Urdorf
Die alljährliche Mähaktion ist für viele «der schönste Arbeitseinsatz im Jahr»

Die jährliche Mähaktion des NVV im Allmendli ist wichtig für die Gesunderhaltung von Flora und Fauna. Am Samstag war es wieder mal soweit.

Mojan Salehipour
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Alljährliche Mähaktion des NVV
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Auch die Kinder waren mit Eifer bei der Sache.
Nach der Arbeit das gemütliche Beisammensein.
Auf dem feuchten Boden fühlen sich Kröten wohl.
Das Heu wir zu Bio-Gas verarbeitet.

Alljährliche Mähaktion des NVV

Mojan Salehipour

Es ist Samstagmorgen, und in der Bachstrasse in Urdorf ist geschäftiges Treiben zu beobachten. Im «Waschhüsli», dem Vereinshaus des Natur- und Vogelschutzvereins (NVV) Urdorf, haben sich die ersten Mitglieder zusammengefunden und bereiteten ihren Einsatz im Allmendli vor.

Das Allmendli am Honeret ist ein unter Naturschutz gestelltes Waldried von überkommunaler Bedeutung. Vom «Waschhüsli» sind es etwa zwanzig bis dreissig Minuten zu Fuss durch den Wald. Vom Waldweg aus ist die versteckte Lichtung kaum zu erkennen. Zwischen den Bäumen steht ein kleiner Hochsitz und kommt man näher, dann lichtet sich der Wald und das Ried offenbart sich dem Besucher.

Man braucht nicht fachkundig sein, um zu erkennen, dass sich dieses Gebiet vom restlichen Wald unterscheidet. Das Feuchtgebiet hat einen sumpfigen Boden und ist von Natur aus licht. Nur wenige Bäume stehen dort, auf dem Boden tummelt sich verschiedenstes Getier.

Vor allem kleine Kröten kriechen durchs Gestrüpp, und wenn man Glück hat, kann man sogar Feuersalamander zu Gesicht bekommen, erzählt Peder Zipperlen vom NVV. Er leitet das Ressort Naturschutz im Verein und auch den Arbeitseinsatz.

Arbeit mit der Sense

Das Feuchtgebiet ist normalerweise dicht bewachsen. Gräser und Sumpffarne spriessen wild in die Höhe. Einmal im Jahr wird der Wildwuchs jedoch vom NVV gemäht, um die Struktur in dem Gebiet zu gewährleisten. Es wird sichergestellt, dass Flora und Fauna gesund gedeihen können, und dass die Artenvielfalt im Allmendli erhalten bleibt. Während vor dem Waldried zwei Mitglieder Bänke und Gaskocher für das gemeinsame Z’nüni und Mittagessen aufbauen, greifen die restlichen Helfer zu Heugabel, Sense und Heckenschere.

Das Gebiet ist bereits vorgemäht. Einige Pflanzen konnte der Balkenmäher jedoch nicht erfassen. Dort kommen Sense und Heckenschere zum Einsatz. Nur die ältesten Mitglieder wissen noch, richtig mit der Sense umzugehen. Die meisten von ihnen pflegen das Gebiet schon seit zwei bis drei Jahrzehnten. Doch die nächste Generation hilft schon mit.

Beim diesjährigen Arbeitseinsatz sind viele Kinder dabei, die auf der gemähten Lichtung helfen, die dicke Schicht aus Gräsern zusammenzukehren und aufzuladen. Von der Gemeinde steht ein Fahrer mit Anhänger und Traktor bereit. Der Gemeindemitarbeiter erzählt, dass das Heu später zu Bio-Gas verarbeitet wird.

Die meisten Mitglieder sind aus Liebe zur Natur zum Verein gekommen, aber was sie beim Verein hält, ist das soziale Miteinander. Norman Briggs ist schon langjähriges Mitglied und war auch bereits Präsident des Vereins.

Doch bevor er vor einigen Jahrzehnten zum NVV kam, musste er erfahren, dass nicht alle Vereine im Limmattal so viel Wert auf den sozialen Austausch legen. Dies betont auch Annie Tencé, ebenfalls langjähriges Mitglied und ehemalige Exkursionsleiterin: «Wir unternehmen oft gemeinsame Exkursionen in der Schweiz, aber auch ins Ausland, und wenn wir einen Arbeitseinsatz wie heute haben, dann geht es nicht nur darum, die Aufgaben stumpf zu erledigen.

Oft sitzen wir nach getaner Arbeit noch bis in die frühen Abendstunden und geniessen das Beisammensein.» Peder Zipperlen bestätigt: «Sowohl landschaftlich als auch sozial, ist der Arbeitseinsatz im Allmendli für uns der schönste im Jahr.»