Am 9. Februar 2014 entscheidet sich, wer von den bisher bekannten acht Kandidaten die sieben Sitze im Urdorfer Gemeinderat besetzen wird. Nun wurde bekannt, dass sich die CVP, FDP, SVP und EVP zu einer «bürgerlichen Allianz» zusammenschliessen. Konkret heisse das, dass diese Parteien im Rahmen des Wahlkampfs in mehreren Bereichen näher zusammenarbeiten, sagt Danilo Follador. Der Präsident der Urdorfer Christdemokraten und Mediensprecher der bürgerlichen Allianz verweist auf den Versand eines gemeinsamen Wahlprospekts. Darin werden die Kandidaten der bürgerlichen Parteien zur Wahl empfohlen.

Namentlich handelt es sich hierbei um die bisherige Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP), Finanzvorsteher Thomas Hächler (FDP) und Bauvorsteher Christian Brandenberger (CVP). Ebenfalls zur Wahl empfohlen ist Olivier Buchs (FDP), der die abtretende FDP-Sozialvorsteherin Barbara Meerwein ersetzen soll. Werkvorstand Jürg Pauli (SVP), der ebenfalls nicht mehr antritt, soll von den beiden Kandidaten der SVP, Roland Stämpfli und Axel Mathys, verteidigt werden. Doch die Allianz will noch mehr: «Unser Ziel ist es, alle unsere Kandidaten in die Urdorfer Exekutive zu bringen», sagt Follador auf Anfrage.

Das würde heissen, dass einer der beiden bisherigen Gemeinderäte, Sicherheitsvorstand Andreas Herren (SP) oder Sportvorstand Urs Rimensberger (parteilos), den Hut nehmen müsste. Von einer persönlichen Attacke auf die Bisherigen will Follador jedoch nicht sprechen: «Wer nach den Wahlen nicht mehr im Rat ist, spielt keine Rolle, solange wir unsere sechs Kandidaten hineinbringen», sagt er.

Zwei gemeinsame Veranstaltungen

Um dieses Ziel zu erreichen, treten die Bürgerlichen geschlossen auf. Dies demonstrieren sie neben den Prospekten auch auf ihren Plakaten. Bei jedem Wahlplakat der Allianz-Parteien sind auch die Logos der anderen drei Mitgliederparteien zu finden. Zudem werden gemeinsame Anlässe veranstaltet. So sollen Anfang Januar ein Podium und eine Standaktion durchgeführt werden.

Follador ist sich bewusst, dass ein Zusammenspannen von CVP und SVP nicht von allen Wählern goutiert würde. «Diese Allianz bei uns in Urdorf ist keine Liebesheirat, sondern eine temporäre Vernunftspartnerschaft», sagt er. Es gehe um die Unterstützung von Personen, und da spiele das Parteibüchlein eine weniger grosse Rolle.

SP ist nicht eingeschüchtert

Auch die GLP wäre, in Anbetracht ihres Programms, für diese Allianz infrage gekommen. Die Co-Präsidentin der Grünliberalen, Silvia Rimensberger, betont zwar, dass der Vorstand mit sämtlichen Parteien in Kontakt gestanden sei. «Wir haben uns aber dazu entschieden, den Wahlkampf alleine zu bestreiten.» Den Grund dafür sieht sie darin, dass die Urdorfer Grünliberalen noch jung seien und sich nicht über Allianzen mit anderen Parteien definieren wollten.

Die Urdorfer Sozialdemokraten verunsichert die bürgerliche Allianz derweil nicht. «Wir sind es uns gewohnt, dass die Bürgerlichen zusammenspannen», sagt Hans Balmer, Co-Präsident der SP. Dass ihr Exekutivmitglied, Andreas Herren, abgewählt wird, glaubt Balmer nicht. Er habe sich als Urdorfer Gemeinderat bewährt.