In der Stube des Abtes heiraten? Das wird schon bald möglich sein. Wie die Gemeinde Würenlos in einer Mitteilung schreibt, stehen für Ziviltrauungen, die das Regionale Zivilstandsamt Wettingen durchführt, ab diesem Frühling neu auch Räumlichkeiten des Klosters Fahr als Traulokale zur Verfügung – und zwar an ausgewählten Freitagnachmittagen von Mai bis September.

Zur Auswahl stehen die Abtstube, für bis zu 10 Personen, und der Raum «Vier Jahreszeiten», für bis zu 20 Personen.

«Damit Trauungen im Kloster Fahr möglich geworden sind, bedurfte es eines Antrages des Gemeinderates Würenlos an den Gemeinderat Wettingen und danach der Zustimmung der kantonalen Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen, dem Departement Volkswirtschaft und Inneres», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Traulokale im Kloster Fahr stünden allen Personen, unabhängig von Konfession und Nationalität, zur Verfügung.

Auch der Wohnort der Paare spielt keine Rolle. Im Gegensatz zum Ehevorbereitungsverfahren, das an den Wohnort gekoppelt ist, können die Verlobten frei wählen, in welchem Zivilstandskreis die Trauung stattfinden soll.

Bei der Abtstube handelt es sich um jenes Zimmer, das der Abt von Einsiedeln bei seinen regelmässigen Besuchen im Kloster Fahr auch heute noch bewohnt.

Der Raum, der in der Zeit von 1735 bis 1740 entstanden ist, «weist Täfermalereien in Grisaille-Technik und einen bemalten Turmofen im Régencestil auf», schreibt der Gemeinderat Würenlos. Der Raum «Vier Jahreszeiten» sei im Zuge der Renovationsarbeiten neu eingerichtet worden.

Früher wurde er vom Propst, dem Verwalter des Klosters Fahr, genutzt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die Stuckdecke in ihren Originalzustand zurückversetzt. Dabei sind die einst übertünchten Deckenmalereien wieder freigelegt worden.

Die vier Eckmedaillons zeigen die vier Jahreszeiten und das Mittelmedaillon ein Bildnis des Saturn, dem mythologischen Gott des Ackerbaus. Beide Räume befinden sich im sogenannten Propsteiflügel.