Am Valentinstag 1984 hatten ein paar Limmattaler die Idee, eine Blues Band zu gründen. Entstanden ist daraus die legendäre Limmattaler «59 Container Blues Band». Zu den Gitarristen Christian Meier, Steve Buchli und Markus Peterer kam der charismatische Sänger Felix Hollenstein mit seiner rauen Stimme. Und im Saxofonisten Andy Gisler fand die Band ein Rampensau-Gspänli für Hollenstein. Etwas Erdung bot Bassist Andreas Geistlich, der sich selbst als «stiller Arbeiter im Hintergrund» bezeichnet – eine Rolle, die der heutige FDP-Kantonsrat aus Schlieren auch als Politiker gerne einnimmt. Perfekt ergänzt wurde die «59 Container Blues Band» mit Schlagzeuger Stefan Müller und Keyboarder Pädde Brunner.

Schweizerdeutscher Blues

Auftritte an den Schlieremer und Dietiker Stadtfesten machten die «59 Container Blues Band» im Limmattal bekannt. Ursprünglich spielte sie vor allem Chicago-Blues und Klassiker der Beatles, Stones und Doors. Mit Eigenkompositionen wie «Hürlimaa Blues» oder «Züri-Song» machte die Band später etwas in der Schweiz Neues, indem sie den Blues mit schweizerdeutschen Liedtexten verband.

Im Jahr 2000 löste sich die Band auf und einige der Musiker gründeten neue Formationen. Die Bandmitglieder haben sich jedoch nicht aus den Augen verloren, denn das gemeinsame Musizieren hat sie zusammengeschweisst: «Nach den Konzerten grillierten wir jeweils um vier Uhr morgens und konnten so runterfahren», erzählt Bassist Geistlich. Ende 2013 kam dann der Wunsch auf, zum Anlass des 30-jährigen Bestehens ein Revival-Konzert zu geben.

Dieses fand am Samstag in Adlikon bei Regensdorf statt. Und die wieder auferstandene Band spielte den Blues, als hätte sie nie aufgehört, Musik zu machen. Mit Liedern von Elmore James, Albert Collins, Eric Clapton und Creedence Clearwater Revival bluesten sie, was das Zeug hielt – aber auch Eigenkompositionen wurden gespielt. Deren Texte sind vielschichtig: In «Züri-Song» schlägt die Band einen gesellschaftskritischen Ton an und beschreibt den Drogenstrich Zürichs der späten 1980er-Jahren. In «The Bomb that ticks» wird über einen möglichen Ausstieg aus der Konsum- und Leistungsgesellschaft sinniert. Auch das Thema Liebe kommt nicht zu kurz – in «Secondhand Lover» merkt ein junger Mann, dass er bei seiner Angebeteten nur zweite Wahl ist.

Genau wie früher

Definitiv erste Wahl war die «59 Container Blues Band» hingegen für ihre Zuhörerinnen und Zuhörer. «Das Konzert war super. Ich bin überrascht, wie gut sie noch sind», sagte Mirjam Minichiello aus Zürich nach dem Konzert. Aber auch die Band selber war ganz angetan von ihrem Revival. «Es war genau wie früher, ein sehr schönes Gefühl», sagte Bassist Geistlich, der schon seit Jahren nicht mehr auf einer Bühne gespielt hat.