Workshop
«Dialogwoche Alkohol»: Auch der Bezirk Dietikon spricht darüber

Scooter-Fahrsimulatoren, Rollenspiele, Diskussionsrunden - während der nationalen «Dialogwoche Alkohol» soll der Umgang mit Alkohol auf unterschiedlichste Art thematisiert werden.

Sandro Zimmerli
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An vielen Orten kommen Rauschbrillen zum Einsatz

An vielen Orten kommen Rauschbrillen zum Einsatz

Limmattaler Zeitung

Scooter-Fahrsimulatoren, Rollenspiele, Diskussionsrunden - während der nationalen «Dialogwoche Alkohol» soll der Umgang mit Alkohol auf unterschiedlichste Art thematisiert werden. Auch im Bezirk Dietikon sind zwischen dem 18. und 26. Mai verschiedene Veranstaltungen und Workshops geplant. Für die Koordination auf Bezirksebene der vom Bundesamt für Gesundheit lancierten Alkoholpräventionskampagne «Ich spreche über Alkohol» zeichnet die Suchtprävention Bezirke Affoltern und Dietikon (Supad) verantwortlich. Jugendverantwortliche der Gemeinden und Schulsozialarbeitende organisieren an Sekundarschulen und in Jugendtreffs Anlässe zum Thema und werden dabei von der Supad fachlich begleitet.

Fokus auf Jugendliche gerichtet

«An einem Treffen mit den Jugendverantwortlichen im Bezirk haben wir mögliche Aktivitäten während der ‹Dialogwoche Alkohol› diskutiert. Die Motivation, für die Jugendlichen etwas zu machen, war sehr gross», sagt Franzisca Schaub von der Supad. Die nationale Kampagne sei zwar nicht explizit auf Jugendliche ausgerichtet, aus Ressourcengründen habe man sich im Limmattal aber dafür entschieden, den Fokus auf diese Zielgruppe zu richten.

So können die Jugendlichen im Jugendtreff Schlieren Ausstellungsfenster sowie ein Info-Blatt für ihre Eltern zum Thema Alkohol erstellen. In Geroldswil besteht die Möglichkeit, sich zu einem freiwilligen Verzicht «8 Tage ohne Alkohol» einzuschreiben und danach die Erfahrungen zu diskutieren. In einem Forumtheater in Oberengstringen bietet sich den Jugendlichen die Gelegenheit, mögliche Verhaltensweisen im Umgang mit Alkohol auszuprobieren und zu reflektieren.

Zudem findet dort ein Elternabend statt, an dem sich die Eltern über Entwicklungsaufgaben im Jugendalter und Konsummotive informieren können. Auch in Urdorf und in Birmensdorf sind Aktivitäten vorgesehen. In Dietikon plant die Jugendarbeit, einen Film zum Thema Alkohol zu drehen.

Die Folgen sind zu wenig bekannt

An den meisten Orten können Jugendliche mit Hilfe von Rauschbrillen oder Scooter-Fahrsimulatoren die Wirkung von Alkohol erfahren. Zudem wird an vielen Orten «Alk-Tschegger» gespielt, ein von der Supad entwickeltes Brettspiel. Dabei sind die Jugendlichen in Teams unterwegs, beantworten Fragen, lösen Rollenspielaufgaben oder diskutieren Haltungsfragen im Zusammenhang mit Alkohol.

«Ziel ist es, dass über das Thema gesprochen wird. Dabei steht ein massvoller Umgang mit Alkohol im Zentrum», so Schaub. Es sei keinesfalls die Absicht, Alkohol zu verteufeln oder Abstinenz zu predigen. «Wir stellen bei unserer Arbeit aber immer wieder fest, dass gerade hinsichtlich der Folgen von erhöhtem Alkoholkonsum zu wenig Wissen bei den Jugendlichen vorhanden ist», sagt Schaub. Vielen sei nicht bewusst, wie schnell es gehe, bis man einen Rauschzustand erreiche und dann unüberlegte Dinge tue oder sage. «Auch dass exzessiver Alkoholkonsum sogar tödliche Folgen haben kann, ist nur wenig bekannt», so Schaub.

Nach 2011 wird die nationale Präventionskampagne zum zweiten Mal durchgeführt. Im Bezirk Dietikon ist eine solche Dichte von Veranstaltungen jedoch ein Novum. «Im Bezirk Affoltern machten wir bereits positive Erfahrungen und es zeigte sich, dass ein spielerischer Umgang ausserhalb eines pädagogischen Umfeldes zu äusserst angeregten Diskussionen führte», so Schaub.

Mehr zur Kampagne ist unter www.ich-spreche-ueber-alkohol.ch ersichtlich.