Schlieren

Deutscher Kasperli-Aufführung füllte das Zelt

Kasperli durfte in seinem Zelt viele grosse und kleine Zuschauer begrüssen.

Kasperli durfte in seinem Zelt viele grosse und kleine Zuschauer begrüssen.

Die Puppenspieler-Familie Liebe lud am Samstag in Schlieren wegen grosser Nachfrage zu zwei Zusatzvorstellungen.

Kasperli hat wieder einmal alle Hände voll zu tun: Der Räuber hat es nicht nur auf die Prinzessin, sondern auch ihren Hund Wuschel abgesehen. Um die beiden vor dem Räuber zu schützen, schliesst Kasperli sie in ihrem Schloss ein. Für Kasperli und seinen Helfer, der Polizist, gibt es also viel zu tun, damit die Prinzessin mit Wuschel weiterhin im Märchenschloss leben kann.

Nicht nur Kasperli, auch der 34-jährige Mario Liebe hatte am Sonntag alle Hände voll
zu tun: Mit grosser Leidenschaft spielt er nun seit 30 Jahren die echten Hohensteiner Handpuppen und macht damit Gross und Klein eine Freude. Für den Kasperli-Auftritt in Schlieren waren ursprünglich zwei Wochen Aufführungszeit geplant. Dank der grossen Nachfrage – fast alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft – liess das Familienunternehmen ihr Zelt jedoch eine Woche länger stehen.

Mit bei der Produktion sind auch die drei Kinder von Liebe. Die 22-jährige Michelle ist genauso wie ihr Vater Puppenspielerin. Die 19-jährige Lorene ist zuständig für Ton und Musik und das jüngste Mitglied, Jason, packt über all mit an.

Die Uraufführung hatte das Familienunternehmens vor rund 100 Jahren in Deutschland. 1921 übernahm der Urgrossvater von Liebe einen kleinen Wagen und spielte darauf ohne grosses Drumherum mit handgefertigten Puppen. Dass das Puppentheater auch nach 100 Jahren nicht ausgestorben ist, kann sich Liebe nur so erklären. «Eltern wollen mit den Kindern etwas unternehmen und ihnen eine Freude machen – das hat sich bis heute nicht verändert.»

Genau aus diesem Grund besuchte auch die 37-jährige Julia Schild mit ihren drei Kindern die letzte Kasperli-Vorstellung. Ihr Fazit: «Es ist ein herzliches und amüsantes Theater.» Auch ihren Kindern gefiel das Theater, obschon der Räuber ihnen etwas Angst einjagte.

Eltern geben Begeisterung für Kasperli weiter

Nostalgie verspürte der 30-jährige Nelson Raya aus Schlieren: «Als Kind besass ich alle Kasperli-Kassetten – ich war ein grosser Fan», sagte er. Dank seinen beiden Töchtern – die nun dieselbe Leidenschaft teilen – durfte er am Sonntagmorgen in Kindheitserinnerungen schwelgen.

Ob das Kasperlitheater wieder ins Limmattal zurückkehrt? «Es ist ein Weihnachtsprogramm geplant», verrät Liebe. Dann bescheren Kasperli und seine Freunde mit ihren Abenteuern den Kindern hoffentlich wieder eine Freude. Und den Erwachsenen ein Stück Kindheitserinnerungen.

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