Dietikon
«Deutliche Verbesserung erreicht» – Velolobby setzt sich durch

Piktogramme und Hinweisschilder: Die Heimstrasse wurde für Velofahrer sicherer gestaltet. Die Dietiker Grünen sowie die beiden Verkehrsverbände ziehen eine positive Bilanz.

Oliver Graf
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Auf der Heimstrasse ist es zu eng für Velofahrer: Dass sie das Trottoir benützen dürfen, macht ein Piktogramm deutlich.

Auf der Heimstrasse ist es zu eng für Velofahrer: Dass sie das Trottoir benützen dürfen, macht ein Piktogramm deutlich.

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Für Velofahrer und Fussgänger wäre die Heimstrasse als flache Verbindung ins Einkaufsgebiet Silbern eigentlich ideal. Doch die Verkehrssituation sei insgesamt alles andere als ideal gelöst, sagt Andreas Wolf. Der Präsident der Grünen Dietikon, der auch Vorstandsmitglied beim VCS Zürich ist, zeigt sich heute dennoch zufrieden: «Wir konnten kurzfristig das Beste herausholen.»

Die Grünen und der VCS hatten gemeinsam mit Pro Velo Limmattal im Sommer 2016 einen offenen Brief an den Stadtrat geschrieben. Darin verwiesen sie auf verschiedene «Gefahrenherde auf den Rad- und Gehwegen an der Heimstrasse». Die Signalisation sei mangelhaft, kritisierten sie etwa. So sei weder den Autofahrern noch den Fussgängern bewusst, dass das Trottoir auch dem Veloverkehr zur Verfügung stehe.

Es bestanden Defizite

Er sei deshalb früher auf dem Radweg auch von wütenden Passanten beschimpft worden, erinnert sich Wolf. Zudem hatte er auch mehrere gefährliche Situationen beobachtet, als Automobilisten bei verschiedenen Ein- oder Ausfahrten nicht auf vorbeirauschende Velofahrer vorbereitet waren. «Das waren gefährliche Konfliktzonen.»

Auf den offenen Brief hin räumte die Stadt gewisse Defizite ein. Die vorhandene Strassenbreite entlang der Heimstrasse entspreche zwar ab dem Rapidplatz bis ins Industriegebiet dem heutigen Ausbaustandard, sei aber nicht sehr komfortabel, hiess es im stadträtlichen Antwortschreiben. Als problematisch bezeichnet die Stadt heute im Rückblick etwa, dass damals parkierte Autos auf die öffentlichen Velowege ragten und so den Langsamverkehr behindert hätten. Zudem habe die Gefahr bestanden, dass Autolenker den Vortritt der Velofahrer missachten würden.

Als «Brennpunkte» wurden im damaligen Antwortschreiben denn auch insbesondere die Ein- und Ausfahrten bei Gewerbebetrieben bezeichnet, die allenfalls mit Markierungen entschärft werden könnten.

Inzwischen wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt. So sind zahlreiche gelbe Velomarkierungen angebracht worden – etwa dort wo die Grünaustrasse über das Trottoir in die Heimstrasse mündet. Bei Ein- und Ausfahrten von Gewerbebetrieben wurde der Radweg zudem optisch mit gelben gestrichelten Linien markiert.

Unterstützung für ihr Anliegen fanden die Velolobbyisten nicht nur bei den Behörden und weiteren zuständigen Stellen. Auch private Grundeigentümer haben mitgewirkt. So warnen sie ihre Kunden inzwischen etwa auf den Parkplätzen: «Vorsicht beim Rückwärtsfahren – Radfahrer und Fussgänger!», heisst es beispielsweise auf Schildern.

Neuralgische Stellen entschärft

Im vergangenen Sommer wurden gemäss der Stadt Dietikon die letzten der geplanten Piktogramme angebracht. Und nun ziehen die Dietiker Grünen sowie die beiden Verkehrsverbände eine positive Bilanz: Es sei zwar nur langsam und in kleinen Schritten vorwärtsgegangen, halten sie in einer gemeinsamen Medienmitteilung fest. Doch habe die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöht werden können.

Andreas Wolf verweist darauf, dass dank den Piktogrammen, Markierungen und freiwilligen Hinweisschildern «die neuralgischen Stellen entschärft werden konnten». Und auch die Verantwortlichen der Stadt sprechen auf Anfrage davon, dass «deutliche Verbesserungen erreicht wurden».

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