Fitness
Der Zumba-Boom überrollt das gesamte Limmattal

Die Mischung zwischen Tanz und Fitness lockt vor allem die Frauen in Scharen in die Fitnesszentren der Region. Die Kurse sind praktisch immer ausgebucht, wie verschiedene Studioleiter sagen. In Urdorf gibt es unterdessen bereits drei Zumba-Studios.

Anina Gepp
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Das Zumba-Fieber ist ansteckend: An der Zumba-Mega-Party in der Dietiker Stadthalle schwangen im Juni 2011 rund 1000 Personen ihre Hüften.DAE

Das Zumba-Fieber ist ansteckend: An der Zumba-Mega-Party in der Dietiker Stadthalle schwangen im Juni 2011 rund 1000 Personen ihre Hüften.DAE

Wenn Fitnessstunden zur Party werden und Menschen aller Altersklassen zu lateinamerikanischen Rhythmen die Hüften schwingen, dann ist die Rede von Zumba. Die Kurse in den Fitnesscentern sind schnell ausgebucht und der Zumba-Boom ist ungebrochen – auch im Limmattal. Die einfachen Choreografien vereinen Hip-Hop, Salsa, Merengue und klassische Bewegungen aus dem Aerobic.

Schlaflose Nächte vor Aufregung

Auch Rahel Petrescu ist dem Zumba-Fieber verfallen. Seit diesem Sommer leitet sie mit Begeisterung Kurse in Urdorf. Damit ist sie bereits die Dritte in der Gemeinde. Weshalb sie trotz der Konkurrenz Erfolg hat, liegt für Petrescu nahe: «Ich habe die attraktiveren Trainingszeiten.» Die ausgebildete Tänzerin ist Mutter von drei Kindern und weiss, dass fixe Termine im Kalender nicht immer einfach zu handhaben sind, wie sie sagt. Deshalb bietet sie ein Zehnerabo an, das drei Monate lang gültig ist. «So können die Frauen selbst wählen, wann und wie oft sie zum Training kommen», so Petrescu. «Und wenn es mal nicht passt, können sie auch eine Stunde auslassen.»

Sie selber kam per Zufall zu Zumba, erzählt Petrescu. «Ich sah im Fernsehen, wie die Leute tanzten und fand das Konzept genial. Danach habe ich begonnen, selbst Zumba-Stunden zu nehmen.» Danach packte sie das Zumba-Fieber derart, dass sie beschloss, möglichst schnell selbst zu unterrichten. «Zumba ist meine absolute Leidenschaft und genau mein Ding», sagt Petrescu. Es habe Nächte gegeben, in denen sie kein Auge habe zudrücken können, weil sie so viele Ideen für neue Choreografien im Kopf hatte.

Mit ihrer Leidenschaft ist sie in guter Gesellschaft: Die Teilnehmerinnen in ihren Kursen seien zwischen 15 und 64 Jahre alt, sagt Petrescu. Es gebe von jedem Alter genügend Leute, sodass sich niemand fehl am Platz fühlen müsse.

Ausgebuchte Kurse

Dass die Nachfrage für Zumba-Kurse riesig ist, bestätigt das grosse Angebot der Fitnesscenter in der Region. Die Kurse im Ladies Gym in Dietikon sind so gut besucht, dass täglich Zumba angeboten wird. Geschäftsführer Carlo Eichenberger sagt: «Wir bieten sogar Zumba für Kids und Teenager an und das sehr erfolgreich, weil das sonst fast niemand tut.» Auch das Activ Fitness in Dietikon bietet seit vergangenem Herbst drei Mal in der Woche Zumba-Lektionen an. «Die Kurse sind immer noch ausgebucht, es läuft richtig gut», sagt Manager Lorenzo Danti.

Zumba kommt aus Kolumbien

Entstanden ist das Zumba damals durch Zufall, wie diverse Internetseiten wissen. Wenn Alberto Perez gewusst hätte, welchen Trend er dank seiner Vergesslichkeit ins Leben ruft, hätte er sich wahrscheinlich nicht darüber aufgeregt. Der Kolumbianer vergass 1990 die Musikkassette für einen von ihm geleiteten Aerobic-Kurs und bediente sich kurzerhand seiner Latin-, Salsa- und Merengue-Musik aus dem Auto. Zu diesen ungewöhnlichen Rhythmen leitete er die Stunde und die Teilnehmenden waren begeistert. Zumba verbreitete sich in Amerika, bevor es nach Europa kam.