Zirkus
Der Zirkus ist da: Manege frei für die Artisten!

Der Circolino Pipistrello schlägt erstmals seine Zelte in Bergdietikon auf – mit Akteuren aus dem eigenen Dorf. Diese Tatsache versetzt die Eltern und Kinder in einen Freudentaumel.

Sophie Rüesch
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Der Zirkus Pipistrello gastiert in Bergdietikon
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 Die Seiltänzerinnen im Urwald gehören auch zur Attraktion.
 Der Tonnentanz darf ebenfalls nicht fehlen.
 Die Stars: Der Paradiesvogel!
 Die Paradiesvögel führen ein Märchen auf.
 Marnie und Vanessa.
 Jon. Er ist der stärkste Mann der Welt.
 Das Kinder-Orchester sorgt für die musikalische Unterhaltung.

Der Zirkus Pipistrello gastiert in Bergdietikon

Limmattaler Zeitung

Auf dem Schulgelände in Bergdietikon ist der Zirkus ausgebrochen: Wo man hinsieht, purzelt, balanciert und zaubert es. 74 Kinder aus dem Kindergarten und der Primarschule üben vor der grossen Vorstellung heute Abend noch einmal ihre selbst erarbeiteten Stücke. «Das Spezielle an unserem Zirkus ist, dass die Kinder frei wählen können, was sie machen wollen und wie sie es machen wollen. Wir leisten dabei lediglich Hilfestellung», sagt Renate Rickenbach, die seit drei Jahren beim Circolino Pipistrello ist. Vanessa von der «Paradiesvogel»-Gruppe doppelt nach: «Wir spielen ein Märchen, das wir selber erfunden haben, im Fall».

Ursprünglich als Sommerprojekt lanciert, führt der Zirkus Pipistrello, der dieses Jahr sein dreissigjähriges Jubiläum feiert, unterdessen jedes Jahr von Mitte April bis Mitte Oktober «Animationswochen» durch. In diesen üben die 17 Pipistrelli, so nennen sich die Teammitglieder, mit bis zu hundert Kindern ein Zirkusprogramm ein. Den Höhepunkt stellt dabei die Kindergala dar, in der diese zeigen können, was sie die Woche über einstudiert haben. Obwohl bei den meisten Engagements mit Kindern geübt wird, betont Rickenbach, seien sie «ein Zirkus für alle Menschen – integrative und heilpädagogische Projekte sind uns genau so willkommen wie Kinder und Senioren.

Kinder bestimmen das Programm

In Bergdietikon hat der Circolino Pipistrello seine Zelte zum ersten Mal aufgeschlagen – und die Kinder konnten dabei gleich mithelfen. Zum «ganzheitlichen Zirkuserlebnis» gehört eben auch Auf- und Abbau. Das sei natürlich eine willkommene Hilfe, sagt Rickenbach. Doch im Vordergrund stehe für sie, dass die Kinder Freude daran haben, mit anpacken zu dürfen. Nachdem die Zelte aufgebaut sind, geht es ans Zirkusprogramm. Am ersten Tag können die Kinder Disziplinen von Seiltanz über Theater bis hin zum Feuerspektakel ausprobieren.

Wenn ein Kind etwas ausserhalb des üblichen Zirkusrepertoires machen wolle, dann sei das auch möglich, sagt Rickenbach. Sie würden den Kindern schon Vorschläge unterbreiten, wenn sie nicht weiterkommen. «Aber eigentlich versuchen wir, die Ideen bei ihnen abzuholen. Die Kinder liefern die Kreativität – wir helfen ihnen, daraus eine Zirkusnummer zu machen». So wird es auch für die Pipistrelli nie langweilig: Jede Woche sei für sie ganz anders, da die Kinder bestimmen, was läuft. «Das Schöne am Pipistrello; Es gibt keine Nummer zweimal».

Nervös vor dem Auftritt

Nach einer Woche Proben sind die jungen Artisten bereit für die Vorstellung vor einem grossen Publikum – was nicht heisst, dass sie nicht nervös sind. Auch wenn bei den Proben alles gut lief, hätten die meisten Kinder Lampenfieber vor der Show, sagt Rickenbach. «Aber wenn der Vorhang aufgeht, legen sie los, als ob nichts gewesen wäre».