Oberengstringen

Der Zank um den Oberengstringer Rastplatz geht in die nächste Runde

Der umstrittene Rastplatz in Oberengstringen.jpg

Der umstrittene Rastplatz in Oberengstringen.jpg

Das eidgenössische Verkehrsdepartement hat die Einwände der Gemeinde zum Ausbau der Autobahnraststätte abgelehnt. Die Einsprachen des Gemeinderates und der Gemeindeallianz Lebensqualität Limmattal gegen das Projekt wurden abgelehnt.

Der geplante Ausbau des Autobahnrastplatzes bei Oberengstringen wird eine Angelegenheit für das Bundesverwaltungsgericht. Die Einsprachen des Gemeinderates und der Gemeindeallianz Lebensqualität Limmattal gegen das Projekt wurden vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) abgelehnt. Die Oberengstringer Exekutive hat sich deshalb entschieden, den Fall weiterzuziehen. Sie hat dafür einen Kredit von 10 000 Franken gesprochen.

«Wir sind irritiert, dass das Uvek gar nicht auf unsere Einwände eingegangen ist», sagt Oberengstringens Bauvorstand René Beck. Hauptkritikpunkt des Gemeinderates ist die geplante Verlängerung der Einspurstrecke. Diese hätte eine Verbreiterung der Autobahn und den Bau einer 125 Meter langen Stützmauer entlang des Limmatuferwegs zur Folge. Aus Sicht der Gemeinde macht es jedoch keinen Sinn, dass ein solches Bauwerk nur wenige Hundert Meter unterhalb eines renaturierten Abschnitts der Limmat entstehen soll. Gemeint ist der Limmat-Auenpark Werdhölzli, der sich von der Werdinsel bis zur Autobahnbrücke Oberengstringen erstreckt und letzten September eröffnet wurde.

Der Streit dauert schon lange

Zudem ist der Gemeinderat nicht damit einverstanden, dass die Anzahl der Lastwagenparkplätze zugunsten der Personenwagenparkplätze erhöht werden soll. Als sinnvoll erachtet er hingegen die geplante Strassenabwasser-Behandlungsanlage. Diese soll das verschmutzte Regenwasser auf der Autobahn reinigen und danach in die Limmat abführen.

Am liebsten wäre der Gemeinde aber die Aufhebung des Rastplatzes. Aus ihrer Sicht braucht es ihn gar nicht. Sie ist der Meinung, dass es keinen Sinn macht, einen Rastplatz zu unterhalten, der sich so kurz vor den Toren von Zürich befindet.

Die Forderung nach einer Aufhebung des Autobahnrastplatzes bei Oberengstringen ist nicht neu. Früher sorgten vor allem die Vorgänge, die sich dort zutrugen, für Ärger. Der Rastplatz diente nicht nur Fernfahrern als Nachtquartier, er war auch als Strassenstrich für Schwule bekannt. Bereits 1999 haben deshalb zwei Oberengstringer eine Initiative eingereicht und den Gemeinderat aufgefordert, sich für die Schliessung des Platzes einzusetzen. Es war vergebens. Zwar wurden die verwinkelten WC-Gebäude abgebrochen und durch übersichtlichere ersetzt, die Stätte wurde aber wieder eröffnet.

Derzeit ist der Rastplatz allerdings nicht in Betrieb. Seit Anfang 2013 wird die A1 zwischen dem Limmattaler Kreuz und der Ausfahrt Zürich Altstetten umfassend saniert. Die Arbeiten werden voraussichtlich diesen Sommer abgeschlossen werden. Bis dahin dient der Rastplatz als Installationsfläche für die Baufirmen.

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