Bestattungen

Der Wunsch nach einer Feuerbestattung nimmt im Limmattal zu

Dürften bald alle besetzt sein: Wand mit leeren Urnennischen auf dem Friedhof Guggenbühl.

Dürften bald alle besetzt sein: Wand mit leeren Urnennischen auf dem Friedhof Guggenbühl.

Mit einem neuen Urnenhain reagiert Dietikon auf die Zunahme bei den Feuerbestattungen.

Immer mehr Kremationen, immer weniger Erdbestattungen: Der Trend, sich nach dem Tod einäschern zu lassen, lässt sich im ganzen Land beobachten. So auch auf dem Dietiker Friedhof Guggenbühl. Gemäss Geschäftsbericht der Stadt liessen sich hier im Jahr 2014 noch 21 Menschen in einem Sarg bestatten – 145 hingegen fanden ihre letzte Ruhe in einer Urne. Diese Zahlen passen zur Entwicklung der vergangenen 25 Jahre (siehe Grafik).

«Offensichtlich entspricht die Feuerbestattung dem Zeitgeist», sagt Heinz Illi (EVP), Vorsteher der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. Mit der steigenden Nachfrage ist der Platz für Urnen auf dem städtischen Friedhof die letzen Jahre knapp geworden – insbesondere bei den Urnennischen, von denen zeitweise in den letzten Jahren gerade noch zehn frei waren.

Immer mehr Kremationen

Immer mehr Kremationen

Bereits 2014 erweitert

Durchschnittlich werden im Guggenbühl jährlich 31 neue Urnennischen besetzt. Das ist immer noch ein kleiner Teil aller Urnenbestattungen auf dem Friedhof. Doch die Tendenz ist «steigend», wie der Stadtrat in einem Antrag schrieb, der vergangene Woche im Gemeinderat behandelt wurde. Mit dem darin vorgeschlagenen und vom Parlament letztlich bewilligten Bau von zwei U-förmigen Wänden soll der Engpass bei den Urnennischen für die nächsten Jahre behoben werden.

Bereits 2014 war eine bestehende Anlage in der Nähe der alten Kapelle um eine zusätzliche Wand mit 40 Nischen erweitert worden. Eine weitere Ergänzung der Anlagen bei der Kapelle (heute: 190 Nischen) und in der Mitte des Friedhofs (444) waren gemäss stadträtlichem Antrag danach nicht mehr möglich. «Es muss deshalb ein zusätzlicher Urnenhain geplant und erstellt werden», begründete der Stadtrat seinen Antrag im Gemeinderat.

Bei den beiden neuen Wänden, die im zweiten Halbjahr 2016 gebaut und Ende Jahr in Betrieb genommen werden sollen, handelt es sich nicht um ein völlig neues Projekt. Stattdessen wird damit eine Anlage vervollständigt, deren erste Etappe vom Stadtrat im Rahmen seiner Finanzkompetenz bereits genehmigt und realisiert wurde: Seit letztem Herbst steht eine neue U-förmige Urnennischenwand mit 190 Nischen neben der Abdankungshalle des Friedhofs. Mit den zwei neuen Wänden mit jeweils 160 Doppelnischen soll der neue Hain in diesem Jahr nun vervollständigt werden.

Wie die bestehende sind auch die beiden neuen Wände Richtung Süden ausgerichtet. Ihre Rückseite, ergänzt durch eine Hecke, schaffen gemäss Antrag des Stadtrats «eine ideale Abgrenzung zum Besucherparkplatz» sowie eine «zusätzliche Beruhigung und Befriedung» des Friedhofareals.

«Die Wände dienen gleichzeitig auch als Lärmschutz», erläutert Illi. Der gewählte Standort biete sich auch deshalb für die Urnennischenanlage an, weil dieser für andere Bestattungsformen nicht geeignet sei: Für neue Grabfelder könne er aufgrund von Bauschutt im Untergrund nicht genutzt werden.

Vorwurf der Salamitaktik

Auch wenn der Gemeinderat den Kredit von rund 540 000 Franken für die Wände und Umgebungsarbeiten letztlich bewilligt hat: Die Stadt musste sich für ihr Vorgehen – Realisierung einer ersten Etappe und einem nachträglichen Kreditantrag für die Fertigstellung eines Projekts – die Kritik der Salamitaktik gefallen lassen: Sie habe mit dem Bau der ersten Wand des Urnenhains Tatsachen geschaffen, rügten Gemeinderäte von links bis rechts das Vorgehen. Hochbauvorständin Esther Tonini (SP) gestand ein, dass dieses Vorgehen «unschön» gewesen sei, begründete dieses aber mit der Dringlichkeit, mit welcher der Engpass bei den Urnennischen habe behoben werden müssen.

Kritisiert wurden im Parlament auch die Kosten des Projekts und die Gestaltung des neuen Hains. Allerdings handelt es sich bei den 540 000 Franken gemäss Antrag um eine erste Kostenschätzung. Und auch bei der Gestaltung des Hains ist laut Stadtrat Illi noch vieles offen. «Die Details des Projekts, etwa die Art der Bepflanzung, werden erst noch ausgearbeitet.»

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