Es ist also höchste Zeit, sich den Wolf und sein Wesen etwas genauer anzuschauen.

Der Wolf wurde in der Schweiz im 19. Jahrhundert ausgerottet. Seither wurden vereinzelte Tiere beobachtet. Natur-, Umwelt- und Tierschutz bewirken, dass der Wolf in den letzten Jahren in seine angestammten Gebiete in der Schweiz zurückkehrt. Normalerweise ist er als Rudel von bis zu 20 Tieren unterwegs. Der Schlieremer Wolf war aber ein Einzeltier. Überhaupt ist in der Schweiz nur das Surselva-Rudel bekannt, von dort könnte auch das Schlieremer Exemplar, ein junger Rüde, abstammen.
Der Wolf ist für den Menschen keine Gefahr, wie verschiedene Experten gegenüber der Limmattaler Zeitung erklärten. Einer davon ist Urs von Riedmatten, der im Wildpark Langenberg das Wolfsrudel betreut. Spielfilmszenen, die einen von Wölfen verfolgten Menschen zeigen, hält er für unrealistisch. Der Wolf sei ein scheues Tier, meide den Menschen. Dieser bekommt ihn nur selten zu Gesicht, denn ein Wolf kann einen Menschen oder ein Tier auf 270 Meter gegen den Wind wahrnehmen.
Der Wolf gehört zur Familie der Hunde, ist gegen 80 Kilogramm schwer, hat eine Schulterhöhe von zirka 80 Zentimetern und eine Länge von gegen 150 Zentimetern. Der Wolf ist ständig in Bewegung, läuft bis zu 60 Kilometer pro Nacht. Er jagt Huftiere, wie Rehe, in Menschennähe auch mal Schafe.

Hier wurde der Wolf von einem Zug überfahren.

Hier wurde der Wolf von einem Zug überfahren.

Wolf, Biber und Luchs

Der Kanton Zürich hat aktuell einen Leitfaden über den Umgang mit dem Wolf in der Vernehmlassung. Das Bundesamt für Umwelt hat seine Richtlinien seit längerem parat und begleitet die Rückkehr von Raubtieren wie den Wolf, den Bären oder den Luchs mit dem Projekt Kora. Grundsätzlich wird der Wolf als ursprünglich in der Schweiz heimisches Tier akzeptiert und er ist geschützt. Seine Einwanderung - vor allem über Italien und Frankreich - wird hingenommen. Das Ziel von Bund und Kanton Zürich ist eine Koexistenz zwischen Wolf und Mensch. Ein Abschuss ist nur unter bestimmten Bedingungen und mit Bewilligung erlaubt. Reisst der Wolf Nutztiere, werden dessen Halter mit 80 Prozent der Kosten entschädigt.
Bis sich im Kanton Zürich ein Wolfsrudel niederlässt, werden laut Philipp aus Erfahrung Jahre und Jahrzehnte vergehen. Mit Einzeltieren wie dem Schlieremer Wolf ist nun aber jederzeit zur rechnen, auch in Stadtnähe. Im Limmattal sind in den letzten Jahren auch andere ausgestorbene Arten gesichtet worden, so der Biber und der Luchs.

Pressekonferenz mit dem Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung, Urs Philipp, Teil 1

Pressekonferenz mit dem Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung, Urs Philipp, Teil 1

Pressekonferenz mit dem Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung, Urs Philipp, Teil 2

Pressekonferenz mit dem Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung, Urs Philipp, Teil 2