Standortförderer Albert Schweizer ist mit der Entwicklung des Immobilienmarkts, insbesondere bei Leerflächen in bestehenden Gebäuden, sehr zufrieden: «Generell lässt sich sagen, dass Schlieren bei Firmenumzügen als Standort immer häufiger geprüft wird.» Dies sei nicht nur wichtig für die Immobilienverwalter und das Image der Stadt, sondern auch für die lokale Wirtschaft.

Der Mix macht es aus

Neben dem tieferen Preisniveau im Vergleich zur nahe gelegenen Stadt Zürich und der guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist gemäss Schweizer auch das breite Angebot an Immobilien in Schlieren ein Faktor für das Interesse der Firmen: «Zum einen gibt es hier sowohl grosse als auch kleine Gewerbeflächen, zum andern bietet jede Immobilie andere bauliche Voraussetzungen.»

Dadurch könnten die individuellen Ansprüche der Firmen gut abgedeckt werden. Quartiere, in denen sich Liegenschaften besonders gut oder eher schlecht vermieten lassen, gebe es in Schlieren nicht, erklärt Schweizer: «Die leer stehenden Flächen sind auf das gesamte Stadtgebiet verteilt.»

Verwalter zeigen Initiative

Entscheidend für die derzeitige positive Entwicklung des Schlieremer Gewerbemarktes sei auch die fruchtbare Zusammenarbeit der Standortförderung mit den Eigentümern und Liegenschaftsverwaltern. So hat die Stadt gemeinsam mit mehreren Anbietern einen Tag der offenen Tür in grösseren Liegenschaften mit leer stehenden Gewerbeflächen organisiert. Programmpunkte dieser Veranstaltungen waren Führungen durch die Gebäude und Referate zu Themen wie der örtlich konzentrierten Ansiedlung branchenähnlicher Firmen. «Der Vorteil für die Interessenten an solchen Events ist, dass sie sich dort völlig anonym über die Immobilienangebote informieren können», sagt Schweizer. Wenn sie dies bei den Immobilienverwaltungen direkt machen müssen, würden sie danach oft von Immobilienmaklern bestürmt.

Nicht nur bei diesen Events zeigen die Immobilien-Anbieter viel Engagement im Werben um mögliche Mieter, wie Schweizer erklärt. «Ein Verwalter hat beispielsweise ein Gebäude umbenannt, neu beschriftet und beleuchtet, um eine neue Marke zu schaffen. Diese vermarktet er nun auf einer eigens erstellten Website.»

Die Stadt unternimmt einiges, um Firmen zum Umzug nach Schlieren zu bewegen. So bietet man der potenziellen Mieterschaft etwa eine Art Lotsen-Service durch die Bewilligungsverfahren und Behördengänge, die bei der Ansiedlung einer Firma anstehen.

Auffällig sei, dass Firmen eher zu Mietobjekten in Neubauten tendieren als zu solchen in bestehenden Gebäuden, stellt Schweizer fest: «Das liegt daran, dass die Eigentümer von Neubauten die Preise stark senkten, sodass sie heute nicht mehr viel höher liegen als die von bestehenden Gebäuden.» Im Fall bereits bestehender Gewerbeimmobilien versucht die Standortförderung deshalb andere Wege zu finden, um die leer stehenden Flächen zu minimieren. Im ehemaligen Sony-Gebäude, wo grössere Flächen günstig angeboten werden, versucht man etwa ein Jungunternehmerzentrum aufzubauen, das verschiedenen Branchen zugänglich sein soll. «Wir stehen bereits in Kontakt mit mehreren Interessenten», sagt Schweizer. Durch die Initiative von Liegenschaftsverwaltern und Standortförderung gelingt es immer wieder, grössere Unternehmen für bestehende Gebäude zu gewinnen. Im ehemaligen Schlatter-Hochhaus an der Brandstrasse werden etwa bald zwei grosse Autohersteller ihre Hauptsitze eröffnen, wie Schweizer erklärt. Damit werde das Gebäude wieder vollständig vermietet sein.

Trendwende wäre möglich

Die derzeitige positive Entwicklung im Schlieremer Gewerbeflächenmarkt könnte sich schon bald wieder in ihr Gegenteil verkehren, so Schweizer: «Es gibt Anzeichen dafür, dass es in einzelnen Unternehmen zu Umstrukturierungen kommen könnte. Damit verbunden sind immer auch Reduktionen der genutzten Gewerbefläche.»

Für dieses Szenario müsse man jetzt schon gewappnet sein. «Im Idealfall hat man als Liegenschaftsverwalter jetzt schon Interessenten für Gewerbeflächen, die noch gar nicht frei sind.»