Seit Mittwochabend legen sich dicke weisse Flocken auf das Limmattal. «Ich freue mich, dass es endlich schneit, das ist ein richtiger Winter», sagt eine ältere Dame am Dietiker Bahnhof.

Anderen dagegen ist das Wetter zu kalt, die Strasse zu rutschig und die Hände sind ob der Temperaturen zu klamm. Die Schweizer Wettervorhersage SRF Meteo warnte am Mittwochabend vor Eisglätte und empfahl gar, früher aufzustehen, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Das lohnte sich dann auch, denn tatsächlich waren gestern Morgen schweizweit Strassen und Bahnhöfe verschneit.

Auf Rückfrage meldete die Kantonspolizei Zürich 20 schneebedingte Unfälle auf Zürcher Strassen. Das Limmattal blieb dabei allerdings von Unfällen verschont. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel wurden von den Schneemassen eingeschränkt und kamen teilweise zum Erliegen. Aufgrund einer Weichenstörung in Altstetten fiel beispielsweise gestern Morgen die S11 aus und es kam zu Verspätungen.

Damit die Autofahrer trotz der Schneepracht rechtzeitig zur Arbeit kamen, waren im Limmattal insgesamt zehn Salz-Fahrzeuge unterwegs. Überdies sorgten sechs weitere für freie Fahrt auf den Autobahnen. Trotz anhaltendem Schneefall reichte es jedoch, die Strassen mit Salz zu räumen. Nur in den höheren Lagen wie in Uitikon mussten die Gemeinden Schneepflüge einsetzen.

Mit Geduld auf die Strasse

Für die meisten Gemeinden in der Region bedeutete der Schneefall, dass die Schneeräumer früh Tagwache hatten: «Die erste Kontrollfahrt fand bereits um 3 Uhr morgens statt», sagt Thomas Maag, stellvertretender Kommunikationsleiter beim Tiefbauamt Zürich.

Ab 4 Uhr waren die Fahrzeuge dann regelmässig unterwegs um die Strassen zu salzen. Auch wenn der Kanton und die Gemeinden sich bemühten, die Strassen schneefrei zu halten, forderte das Wetter doch eine zusätzliche Portion Geduld von den Automobilisten. «Die Schwarzräumung ist kein Menschenrecht und die Verkehrsteilnehmer müssen akzeptieren, dass die Natur immer stärker ist als der Mensch», sagt Maag.

Um Unfälle zu vermeiden riet er den Mobilisten, sich bei schwierigen Verhältnissen nur mit Winterausrüstung auf die Strassen zu wagen. Zudem sollten sie genug Zeit einrechnen, ihre Geschwindigkeit der Witterung anpassen und immer genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug einhalten.

Skilift ist bereit

Auf vielen Wiesen liegt mittlerweile genug Schnee, um einen Schneemann zu bauen oder eine Schneeballschlacht zu auszufechten. Doch die weisse Pracht reicht noch nicht, um den Dietiker Skilift bei der Hundshütte in Betrieb zu nehmen. Der tiefstgelegene Skilift der Schweiz liegt 460 Meter über Meer und ist seit November bereit loszufahren, sobald genug Schnee liegt.

Im Januar 2017 wurde der Skilift zum letzten Mal in Betrieb genommen.

«Städtische Angestellte des Werkhofs kümmern sich jeweils darum, dass der Skilift aufgebaut und sicherheitstechnisch abgenommen wird», sagt Armin Strässle, Leiter Jugend und Freizeit in Dietikon. Am Wochenende wird der vorhergesagte Regen aber womöglich den Schnee bereits wieder zum Schmelzen bringen.

Im Januar 2017 konnten Schneebegeisterte den Skilift Röhrenmoos zum letzten mal benutzen, um den Dietiker Haushügel hinunterzusausen. «Damit wir den Lift laufen lassen, braucht es mindestens eine Schneedecke von 20 Zentimetern. Überdies wäre es ideal, wenn es noch ein wenig auf den harten Unterbelag schneien würde», sagt Strässle. Ob der Lift dieses Jahr noch in Betrieb genommen wird, liegt noch in den Sternen. «Doch wir wären auf alle Fälle bereit», so Strässle.