Birmensdorf
Der Wasserschmöcker erhält Daten aus dem All

Als Auftakt zur «Waldwoche» zeigte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Land, Schnee und Landschaft auf (WSL), wie unsere Wälder mittels ausgeklügelter Technik und intensiver Forschung geschützt werden können.

Flurina Dünki
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Dr. Valentin Queloz, Biologe, Leiter der Gruppe "Waldschutz" über die Pilze, die das Eschensterben auslösen
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Von Schädlingen befallene Proben.
Dr. Doris Hölling präsentiert die Larve des Asiatischen Laubholzbockkäfers.
Waldwoche im WSL
Gottardo Pestalozzi spricht über Bäume, die über 12000 Jahre alt sind.
Dr. Valentin Queloz über das Wirken seiner Abteilung "Waldschutz".

Dr. Valentin Queloz, Biologe, Leiter der Gruppe "Waldschutz" über die Pilze, die das Eschensterben auslösen

Flurina Dünki

«An den Ringen im Baumstamm kann man das Alter des Baumes abzählen», ruft eine Kinderstimme aus der Zuschauermenge. An der Baumscheibe, die das Mädchen zu diesem Ausruf bewogen hatte, hätte die Arme jedoch lange zu zählen gehabt. Über 300 Jahre alt sei dieser Baum gewesen, erklärt Beate Kittl, Kommunikationsmitarbeiterin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Land, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf. Nicht nur über alte Bäume, auch über neuste Technik und jüngst in die Schweiz eingewanderte Schädlinge wird im Rahmen der aktuellen Waldwoche am WSL informiert. Der gestrige Tag des Waldes bildete den Auftakt.

Die Mikrowellen-Antenne Gut 40 Personen hatten sich zur Führung mit dem Thema «Schadorganismen und Hochwasser» eingefunden und auch die Jüngsten unter ihnen zeigten keine Scheu, den Borkenkäfer und dessen riesige Larve hinter Glasplättchen von Nahem zu bestaunen.

Die meiste Aufmerksamkeit erhielt aber ein übergrosser, kegelförmiger Aluminiumkörper. Mike Schwank, wissenschaftlicher Mitarbeiter im WSL, stellte das Gerät als Radiometer vor, eine Antenne, die Mikrowellenstrahlung misst. Der Erdboden sendet Mikrowellen aus, die der Antenne Aufschluss auf den Wassergehalt und somit die Vegetation der gemessenen Erdfläche geben.

Anstelle von Bodensonden kann die vom WSL mitentwickelte Antenne heute aus der Luft die Feuchte eines Waldbodens messen und der Forschung aufschlussreiche Daten, etwa zur Vorbeugung von Naturkatastrophen, liefern. Das Radiometer in Birmensdorf ist Teil eines Grossprojekts der internationalen Wetterforschung.

Während ein 2009 ins All geschickter Satellit den Feuchtigkeitsgehalt grösserer Flächen misst und zur Erde sendet, messen die Radiometer-Antennen eine präzise Fläche jeweils knapp über dem Boden. Dies ermöglicht den Forschern, die Signale, die der Satellit überliefert, besser zu verstehen. Ob die «Wetterschmöcker», die mit Wünschelruten unterwegs sind, dieselben Mikrowellen spüren würden, fragt ein Teilnehmer. Der Wissenschafter hält kurz inne und antwortet dann mit einem bestimmten «Nein».

Tag des Waldes: WSL-Waldwoche

Der internationale Tag des Waldes wurde 1971 durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) eingeführt und auf den Tag des Frühlingsbeginns am 21. März gesetzt. Er soll der Gesellschaft die existenzielle Rolle des Waldes und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten durch den Menschen vermitteln. Das diesjährige von der FAO gesetzte Motto ist die Schlüsselrolle, die der Wald bei unserer Wasserversorgung spielt.

Das WSL nimmt den Tag des Waldes als Anlass für an mehreren Tagen stattfindende Informationsveranstaltungen und wiederholt heute Abend um 17 Uhr das Programm «Schadorganismen und Hochwasser». Am Donnerstag, 24. März, findet um 17 Uhr eine Führung zum Thema «Wie der Boden lebt und sich bewegt» statt. Dann wird für die Besucher unter anderem ein Erdrutsch simuliert und sie dürfen einige Waldbodenbewohner unter dem Mikroskop beobachten. (FDU)