Stadtrat Schlieren
Der Wald wird nicht zum Bike-Paradies

Nach der Absage zum Seilpark will der Stadtrat auch den vom Quartierverein geforderten Bike-Trail nicht weiterverfolgen.

Alex Rudolf
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Nach dem Seilpark, wird Schlieren so schnell auch keinen Bike-Trail bekommen. (Symbolbild)

Nach dem Seilpark, wird Schlieren so schnell auch keinen Bike-Trail bekommen. (Symbolbild)

Senada Haralcic

Zu einer Destination für Erlebnissportler wird der Schlieremer Wald so bald nicht. Gestern teilte der Stadtrat mit, dass er den Vorstoss von Gemeinderat Thomas Widmer (Quartierverein) vom Parlament abschreiben lassen will. Dieser verlangte die Erstellung eines Bikeparks, da dies eine sinnvolle Freizeit-Möglichkeit für Jugendliche, aber auch für aktive Erwachsene sei. Bei seiner Begründung für das Nein stützt sich die Exekutive auf die Absage vom vergangenen März gegenüber dem Postulat, das an derselben Stelle die Schaffung eines Seilparks verlangte.

Dabei rechnete Postulant Widmer einem Bikepark oder -trail wohl weitaus grössere Chancen aus, als dem von seinem Gemeinderatskollegen John Daniels (FDP) verlangten Seilpark. «Denn Biken hat sich zu einer etablierten Sportart entwickelt», schreibt er in seinem Vorstoss. Dies stehe ausser Frage, so der Stadtrat, und verweist darauf, dass Biken zu einem beliebten Breitensport geworden sei. Doch: Der Bau eines solchen Parks sei aus bewilligungstechnischer und aus Sicht der Grundeigentümer nur schwer realisierbar.

Holzkooperation sperrt sich

Anlässlich von Daniels’ Vorstoss traf sich der Schlieremer Stadtrat mit Vertretern der Holzkooperation, welche die Besitzerin des grössten Teils des betroffenen Waldgebiets ist. Von einem solchen Seilpark erhoffte sich Daniels eine regionale Ausstrahlung für den Schlieremer Wald. Doch zeigte sich, dass die Holzkooperation nur wenig Begeisterung für diese Idee übrig hat. «Die Holzkooperation lehnt einen Seilpark ab, da der Wald keine Ausweitung der Freizeitnutzung mehr verträgt», hiess es damals vonseiten des Stadtrates.

«Bikeparks sind eine sinnvolle Freizeit-Möglichkeit für Jugendliche, aber auch für aktive Erwachsene.» Thomas Widmer, Gemeinderat QV

«Bikeparks sind eine sinnvolle Freizeit-Möglichkeit für Jugendliche, aber auch für aktive Erwachsene.» Thomas Widmer, Gemeinderat QV

Zur Verfügung gestellt

An den Gesprächen zwischen Stadt und Kooperation wurde auch der Bikepark thematisiert und auch gegenüber diesem zeigte sich die Waldbesitzerin ablehnend. So stehe der Wald der Öffentlichkeit bereits heute für verschiedene Nutzungen zur Verfügung – mehr vertrage es jedoch nicht, lässt sich die Kooperation zitieren. Vor diesem Hintergrund sei die Realisierung eines solchen Projekts nur schwer möglich.

Da die Grundeigentümer dieser Idee ablehnend gegenüberstehen, verzichtete der Stadtrat auf die Erstellung einer detaillierten Machbarkeitsstudie, wie sie für den Seilpark erstellt wurde. Eine solche hätte externe Kosten von rund 5000 Franken verursacht.

Alternativen gesucht

Das Schlieremer Parlament lehnte im vergangenen Sommer einen Zusatzkredit für den Bau eines Skateparks im Zelgli-Quartier ab. Aufgrund von Einsprachen von Nachbarn verteuerte sich der Bau dieser Freizeit-Anlage massiv. Eigentlich hätten 350 000 Franken dafür ausgegeben werden sollen, der Zusatzkredit belief sich jedoch auf rund 231 000 Franken. Es waren also Ideen gefraget. Ideen, wo und in welcher Form sich Schlieremer Jugendliche treffen und die Freizeit verbringen können. Kurz darauf gingen die beiden genannten Vorstösse ein, welche auf den Schlieremer Wald als Ort für ein Freizeit-Angebot setzten.