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Der Verkehr ist unausweichlich: Das ist im Limmattal in Planung

Das Bevölkerungswachstum ist für das Limmattal eine Herausforderung, etwa bei der Verkehrsplanung.

Das Bevölkerungswachstum ist für das Limmattal eine Herausforderung, etwa bei der Verkehrsplanung.

Rund um die Planung von Schiene und Strasse ist einiges im Tun – eine Übersicht.

Die Bevölkerung im Limmattal wächst und damit auch die Herausforderung für die Region, dieser Entwicklung zu begegnen. Einen Überblick über relevante gesamträumliche Planungen und Projekte bietet eine dreiteilige Veranstaltungsreihe, welche die Professur für Raumentwicklung der ETH Zürich in Kooperation mit dem Verein Regionale Projektschau Limmattal ins Leben gerufen hat.

Nachdem sich Anfang November die erste Veranstaltung schwerpunktmässig mit dem Thema Freiräume auseinandersetzte, stand am Donnerstagabend der zweite Teil auf dem Programm. Er war dem Thema Mobilität und Verkehr gewidmet. Geboten wurde eine Übersicht, über das, was derzeit auf der Strasse wie auf der Schiene im Tun ist, um dem erwarteten Mehrverkehr Herr zu werden:

  • Wie Markus Hoenke, stellvertretender Sektionschef Bundesamt für Verkehr, erklärte, werden bis 2030 sowohl im Personen- als auch Güterverkehr Kapazitäten im Korridor Zürich-Aarau fehlen. Ein mögliches Ausbauprojekt sei eine unterirdische Direktverbindung von Zürich nach Aarau, mit einem Tunnelportal in Altstetten. Ein anderer Engpass bestehe im Güterverkehr vom Rangierbahnhof Limmattal in die Ostschweiz. «Um diesen langfristig zu beheben, ist die Idee einer Güterverkehrsumfahrungslinie aufgekommen, sodass die Güter direkt in den Raum Zürich-Seebach gebracht werden könnten», sagte Hoenke. Es gebe eine erste Skizze für eine Variante, die entweder teilweise oberirdische entlang der Autobahn oder gänzlich unterirdisch geführt werde. Eine andere bestünde darin, die Güter durch das Furttal zu transportieren. Zudem werde derzeit die Machbarkeit einer Haltestelle im Dietiker Industriegebiet Silbern geprüft.
  • Abgestimmt werden müssen diese Planungen auch auf den regionalen Schienenverkehr. Dort stehen im Limmattal bereits in naher Zukunft Änderungen an, wie Christian Vogt, Verkehrsplaner beim Zürcher Verkehrsverbund, ausführte. So werde die S3 ab Dezember in den Stosszeiten halbstündlich nach Aarau fahren. Ein Jahr später werde die S11 die S3 dann ersetzen. «Das wird mehr Kapazität bringen, weil die S11 mit längeren Zügen fahren kann als die S3», so Vogt. In einem grösseren zeitlichen Horizont ist das Projekt «S-Bahn 2G», die S-Bahn zweiter Generation, angelegt. Dabei sei einerseits eine «innere S-Bahn», andererseits eine «äussere Express-S-Bahn» vorgesehen. Erstere bediene im engeren Bereich des Kernnetzes mindestens in einem Viertelstundentakt alle Haltestellen. Letztere soll im Halb- oder Viertelstundentakt das weitere Umland erschliessen. Ein erster Umsetzungsschritt sei für 2030 geplant. In Dietikon sollen dann neu zwölf und nicht mehr acht Züge pro Stunde nach Zürich fahren. Langfristig brauche es jedoch 18 Züge. In Glanzenberg und Schlieren werden weiterhin vier Züge pro Stunde nach Zürich verkehren, wobei für Schlieren langfristig eine Verdoppelung vorgesehen sei.
  • Ebenfalls schienengebunden ist die Limmattalbahn. Laut Fabienne Chappuis, stellvertretende Gesamtprojektleiterin, ist der Baubeginn für die erste Etappe, die von Altstetten nach Schlieren Geissweid führt, nach wie vor für diesen Herbst geplant.
  • Einiges tut sich derweil auch auf der Nationaltrasse. So hat der Ausbau der Zürcher Nordumfahrung begonnen. Bereits in Betrieb genommen wurden die Ampeln, welche in Spreitenbach und Dietikon die Zufahrt auf die Autobahn Richtung Bern regeln. Um Engpässe im Limmattal zu beseitigen, könne etwa ein Vollausbau des Halbanschlusses Spreitenbach eine positive Wirkung haben, hielt Jörg Häberli, stellvertretender Bereichsleiter Bundesamt für Verkehr, fest. In der Projektierung sei zudem eine Direktausfahrtsrampe in Dietikon aus Fahrtrichtung Bern, um so die Mutschellenstrasse zu stärken. Fehlende Breiten würden hingegen eine schnelle Pannenstreifenumnutzung im Limmattal nicht möglich machen.
  • Planungen sind auch im Bereich Langsamverkehr im Gange. Rückgrat eines dichten Velowegnetzes soll eine Veloschnellroute von Zürich nach Baden werden, die im regionalen Richtplan eingetragen ist, sagte Heinz Schröder, Fachplaner bei der Zürcher Planungsgruppe Limmattal. Sie soll von Altstetten entlang der Bahngleise bis zum Bahnhof Schlieren führen, danach via Goldschlägistrasse weiter an die Überlandstrasse.
  • All diese Planungen geschehen vor dem Hintergrund einer rasanten Entwicklung im Mobilitätsmarkt, wie Markus Maibach, Geschäftsleiter des Forschungs- und Beratungsunternehmens Infras, erläuterte. Als Stichworte nannte er etwa das autonome Fahren oder die verschiedenen Formen von Car- oder Ridesharing, die angesichts des Wunsches nach autofreiem Wohnen immer mehr an Bedeutung gewinnen würden.

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