Es brauche einfach gute, griffige Regelungen für die Nutzung des Üetlibergs, sagt Gabriele Kisker. Die Stadtzürcher Gemeinderätin (Grüne) ist Vorstandsmitglied von Pro Üetliberg, der nun Rekurs gegen den überarbeiteten Gestaltungsplan «Uto Kulm» eingereicht hat. Nachdem das Amt für Raumentwicklung die neue Version Mitte Januar präsentierte, zeigte sich Vereinspräsidentin Margrith Gysel skeptisch und kritisierte zahlreiche Aspekte der neuen Regelung.

Konkret stört sich Pro Üetliberg an den Nutzungen im Aussenrestaurantbereich und auf der Aussichtsplattform. Neu sind dort an gewissen Stellen Anlässe, die bis zu zehn Tage andauern dürfen, erlaubt. Dies habe eine grosse Einschränkung der Terrassennutzung durch Erholungssuchende zur Folge. «Störend ist hierbei vor allem, dass der Gestaltungsplan nicht regelt, dass diese Veranstaltungen gestaffelt über das Jahr verteilt stattfinden sollen», so Kisker. 

Mit der vorgelegten Version könne auf dem Uto Kulm während der Sommermonate eine Veranstaltung nach der anderen durchgeführt werden – «genau dann, wenn der Üetliberg am intensivsten als Naherholungsgebiet genutzt wird».

Doch nicht nur die Üetliberg-Besucher, auch die Waldtiere würden mit dem neuen Gestaltungsplan verlieren. Denn: «Bei den Veranstaltungen ist dieselbe Anzahl Dezibel erlaubt wie in Diskotheken», sagt Kisker. «Für eine Erholungszone ist dies viel zu laut.»

«4000 Fahrten sind zu viele»

Die im alten wie auch neuen Gestaltungsplan erlaubten 4000 Fahrten pro Jahr stossen dem Verein ebenfalls sauer auf. Das seien zu viele, was der Verein schon seit längerem bemängelt. «Generell vermissen wir ein Konzept hinter der Fahrtenregelung», sagt Kisker.
Mit dem Rekurs steht nun fest, dass die überarbeitete Version des Gestaltungsplans Uto Kulm nicht ab Februar in Kraft tritt. Mit der markantesten darin enthaltenen Neuerung zeigte sich der Verein jedoch zufrieden.

So berücksichtigte der Kanton ein Gutachten der Natur- und Heimatschutzkommission des Bundes, wonach von der Turm- und Gebäudebeleuchtung eine Gefahr für Vögel und Insekten ausgehe. Künftig darf am Turm lediglich eine Sicherheitsbeleuchtung angebracht werden. Eine Ausnahme bildet die Weihnachtsbeleuchtung, die zwischen November und Januar aber nur während der Betriebszeiten der SZU-Bahn brennen darf.

Auch Fry ist nicht glücklich

Ausserdem dürfen im überarbeiteten Gestaltungsplan keine neuen Bauten, jedoch Zelte und Holzhütten temporär erstellt werden. Das Restaurant und Hotel Uto Kulm ist dazu verpflichtet, Veranstaltungen im Aussenrestaurant sieben Tage im Voraus bei der Gemeinde Stallikon zu melden. Vier grössere Aussenveranstaltungen pro Jahr, wie etwa ein Oktoberfest, sind erlaubt. Weiterhin dürfen Gebühren für die Nutzung der WC-Anlagen und des Aussichtsturms erhoben werden, es sind jedoch keine Helikopterflüge mehr erlaubt.

Mit dem Rekurs gegen die jüngste Version des Gestaltungsplans «Uto Kulm» wird der Streit um die Nutzung des Zürcher Hausbergs um ein Kapitel länger. Bereits im Jahr 2012 legte der Regierungsrat eine Version vor, mit der die vom Üetliberg-Gastronomen Giusep Fry ohne Bewilligung erstellten Bauten im Nachhinein hätten legalisiert werden sollen. Nach Rekursen von verschiedenen Seiten nahm sich der Gesamtregierungsrat des Geschäfts an und wies es zurück an die Baudirektion, die eine neue Version ausarbeitete.

Doch nicht nur Pro Üetliberg ist mit dem neuen Vorschlag unzufrieden. Auch der Üetliberg-Hotelier Fry liess nach der Veröffentlichung ausrichten, dass er nicht glücklich sei. Doch sehe er von einem Rekurs ab, da er nun Ruhe einkehren lassen wolle.