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Der Verein ohne Lizenz: Plausch statt Zwang

Den Badminton Club Oberurdorf gibt es seit über 12 Jahren. Seit genau so vielen Jahren gehört Präsident Rainer Bendel zum Verein dazu. Er erzählt, was das Vereinsleben ausmacht und warum grillieren so wichtig ist.

Florentina Spahr (Text und Foto)
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Reiner Bendel, Präsident des Badminton Clubs Oberurdorf.

Reiner Bendel, Präsident des Badminton Clubs Oberurdorf.

Florentina Spahr

Rainer Bendel, Präsident des Badminton Clubs Oberurdorf, ist seit der Gründung 1993 Mitglied im Verein. Das Amt des Präsidenten übt er seit neun Jahren aus, als direkter Nachfolger des Gründers Max Müller. «Wir sind ein reiner Plauschverein» sagt Bendel.

Als Mitglied des Badminton Club Oberurdorf müsse man keine Verbindlichkeiten eingehen: «Wir wollen nicht, dass die Mitglieder sich verpflichtet fühlen. ‹Spiel, Sport, Spass› ist das Motto unseres Vereins.»

Trainiert wird jeden Freitag in der Kantonsschule Limmattal in Urdorf von 20 bis 22 Uhr. In den Schulferien bleiben die Hallen geschlossen, deshalb pausiert dann auch der Verein gezwungenermassen. «Auch Anfänger können ohne Scheu vorbeikommen», sagt Bendel. Denn der Verein decke die gesamte Bandbreite an Spielern ab — von totalen Frischlingen bis hin zu spielstarken Routiniers.

So ergebe sich manchmal ein faszinierendes Duell unter den Routiniers. Aber man mische auch gerne, um die Anfänger zu fördern und ihnen etwas beizubringen. Badmintonspiele können im Einzel oder im Doppel bestritten werden.

Im Verein halten sich Frauen und Männer in etwa die Waage und die Altersverteilung ist breit: zwischen Ende 20 bis hin zu 50 Jahren und aufwärts. Da dem Vorstand aber wichtig ist, dass man im Verein keine Verpflichtungen eingehen muss, ist der Beitritt erst ab 18 Jahren gestattet.

Rainer Bendel erklärt: «Wir möchten keine Trainerfunktion übernehmen und zum Beispiel darauf achten, dass die Kinder oder Jugendlichen danach nach Hause gehen.»

Als reiner Plauschverein haben die Spieler des Klubs keine Lizenz und nehmen nicht an offiziellen Turnieren teil.

Jeder, der sich für den Verein oder die Sportart interessiert, ist herzlich zu einigen Probetrainings eingeladen. Die Ausrüstung wird dann vom Verein zur Verfügung gestellt.

Zusammen Spass haben

Das Beisammensein und der Spass stehen innerhalb des Vereins stark im Vordergrund . «Immer nach dem Training treffen wir uns im Tennisclub Weihermatt auf ein gemeinsames Bier», sagt Bendel.

Ab und zu bleibt das Training auch ganz auf der Strecke und man geht gleich zum Sozialen über. Wie am vergangenen Freitag, wo statt dem Training einen gemeinsamen Fondue-Abend stattfand.

Solche Veranstaltungen werden allesamt mit dem jährlichen Mitgliederbeitrag finanziert. «Der Zusammengehörigkeitsgefühl ist uns sehr wichtig», sagt Bendel. «Deshalb unternehmen wir immer viel in der Gruppe.»

So sind laut Bendel über die Jahre auch viele Freundschaften entstanden, die seit langem halten.

Präsident und Grillmeister

Die vielen Aktivitäten kommen auch dank Curzio Bertozzi, der Zuständige für die Finanzen, zustande. Er jongliert mit den Mitgliederbeiträgen und sorgt dafür, dass Markus Hogenschurz, der Zuständige für das Programm und die Organisation von Veranstaltungen, genügend finanzieller Spielraum für unterhaltsame Aktivitäten bleibt.

So unter anderem auch für den Sommerplausch. Dieser findet jedes Jahr vor den Sommerferien statt.

Ob Kuchen oder Salat, jedes Mitglied bringt etwas mit und sorgt so für ein reichhaltiges Buffet. Reiner Bendel amtet als Grillmeister und zusammen mit Familienangehörigen geniessen die Badminton-Spieler einen gemeinsamen Abend, um die Sommerferien einzuläuten.