Schlieren
Der Trubel an der Chilibi in Schlieren steckt alle Generationen an

Ob auf den Bahnen oder in den Beizli – an der Chilbi vergnügen sich Jung und Alt. Beim Chilbirundgang steigen einem die herrlichsten Düfte in die Nase und abends singt der Männerchor Schlierens im Stürmeierhuus.

Simone Siegenthaler
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Chilbi Schlieren
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Den Schlieremerinnen und Schlieremern liegt viel an ihrer Chilbi. Der Anlass erfreut sich deshalb grosser Beliebtheit. Fotos: Simone Siegenthaler
Schluuch-Wägeli Bar steht im Feuerwehrbeizli
Heidi König und Willi Hauser betreiben den Marroni-Stand
Roberto Ciacciarelli verkauft süditalienische Köstlichkeiten nach altem Familienrezept
Aisha Rajaratnam, Depana Rajaratnam, Suritha Rasaratnam, Praveen Thilaganathan, Tharani Balamuraly und Bala Paramanantham (von links) aus Schlieren geniessen den Abend an der Chilbi.
Der Männerchor Schlieren ist auch in später Stunde noch wohl auf für eine Extra-Gesangseinlage im Stürmeierhuus an der Chilbi-Metzgete
Jessica Hartel und Seifendine Benkhehl fanden Gefallen am Glashaus

Chilbi Schlieren

Simone Siegenthaler

«D’Schliere isch Chilbi, det gömmer hi, dänn wänns es Fäscht git, simmer dä bi» – bereits für die legendären Schlieremer Chind war die Chilbi ein Highlight. Dass den Schlieremern viel daran liegt, diese alte Tradition mit Liebe aufrechtzuerhalten, ist offensichtlich. Auch dieses Jahr hat es für alle etwas dabei.

Um sich so richtig in Stimmung zu bringen, bietet es sich an, den Chilbirundgang im etwas gemütlicheren Bereich bei den bis ins letzte Detail geschmückten Ständen zu beginnen. Hier trifft man auf die diversesten Düfte – mal riecht es nach Käse, mal nach Marroni, mal nach Cervelat, Chnoblibrot oder Schoggibananen. Jung und Alt flaniert von Köstlichkeit zu Köstlichkeit, trifft sich, plaudert und weidet die Augen am vielfältigen Angebot. «Ich geniesse es. Das Wetter ist super und es hat auch nicht zu viele Leute», so die Schlieremerin Renate Wymann.

Jugend feiert bei den Autoscootern

Auf dem grossen Chilbiplatz angelangt, geht die Post ab. Das Karussell, Looping-Bahnen oder ein Glashaus mit Disco-Feeling lassen den Adrenalinpegel ansteigen. «Das Glashaus war sehr krass, ich möchte gleich noch einmal gehen», sagt die strahlende Jessica Hartel. Eigentliches Zentrum des feuchtfröhlichen Geschehens und Treffpunkt der Jugend sind die Autoscooter. Dort spielt auch die Musik am lautesten. Mit mehr oder weniger geglückten Fahrmanövern imponiert man hier der Geliebten oder ergötzt sich an den gummigepufferten Crashs.

Wer jedoch Glücksspiele den Fahrgeschäften vorzieht, macht es wie Suritha Rasaratnam und gewinnt beim Pistolenschiessen ein Nilpferd. So oder so – bei all dem Trubel werden die anfangs konsumierten Leckereien schnell verdaut; höchste Zeit, in einem der Festbeizli einen Abstecher zu machen. Hier gönnt man sich eine Wurst oder «Hörnli mit Gehacktem» und für den Durst Bier oder Kafi Luz. Miriam Tschopp an der Schluch-Wägeli-Bar im Feuerwehrbeizli ist es wohl: «Es ist lässig, unter all den Schlieremern zu sein.»

Wer dann immer noch nicht genug hat, hat guten Grund, weiterzuziehen. Im Stürmeierhuus wird das 25-Jahr-Jubiläum der traditionellen Chilbi-Metzgete des Männerchors Schlieren gefeiert. Tüchtige und fidele Männer des Vereins servieren diverse Fleischköstlichkeiten und geben ein kleines Konzert. Der 78-jährige Dölf Krüsi ist schon seit 35 Jahren im Männerchor und stolz, immer noch dabei zu sein: «Unser Verein ist mit 55 Aktiven einsame Spitze im Limmattal.»

Es ist nicht leicht einzuschätzen, wo die Stimmung heiterer ist: auf dem Chilbi-Platz oder an der Metzgete? Freude und Übermut herrschen in jeder Generation.