Dietikon
Der Stein des Anstosses soll entschärft werden

Die Stadt reagiert auf den Ärger eines Geschäftsinhabers über die Schwelle auf dem Kirchplatz – Gespräche laufen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Peter Orsinger vor der Schwelle auf dem Dietiker Kirchplatz. CVE

Peter Orsinger vor der Schwelle auf dem Dietiker Kirchplatz. CVE

Limmattaler Zeitung

Eigentlich ist es eine unscheinbare Schwelle, bloss wenige Zentimeter hoch. Doch genau das macht sie für Peter Orsinger zu einem grossen Ärgernis. Denn wie der Inhaber des «Salon Peter» sagt, beobachte er regelmässig Personen, die unmittelbar neben seinem Coiffeurgeschäft über die Schwelle auf dem Kirchplatz stolperten.

«Jede Woche fallen mindestens drei Personen um, denen ich beim Aufstehen helfen muss», so Orsinger. Schon mehrmals habe er sich daher per Brief an den Stadtpräsidenten gewandt, sagt der Coiffeur. Seine Bitte: Die Stadt Dietikon solle die gefährliche Schwelle weiss markieren, um zukünftige Unfälle zu vermeiden.

Unterschriftensammlung läuft

Dass Orsinger sein Anliegen in der az Limmattaler Zeitung publik machte (Ausgabe vom 15. September), hat gemäss seinen eigenen Aussagen einiges ausgelöst. «Täglich besuchen mich zwei bis drei Leute in meinem Geschäft, die sich ebenfalls an der Schwelle stören», sagt er. Er habe nun sogar angefangen, Unterschriften zu sammeln, um seinem Begehren Nachdruck zu verleihen. «Bis anhin haben schon 17 Leute unterschrieben, die wollen, dass die Schwelle entschärft wird», sagt er. Auch hätte sich eine weitere Frau bei ihm gemeldet, die sich bei einem Sturz über die Schwelle verletzt habe, erzählt der Coiffeur.

Doch nicht nur Passanten haben sich bei Orsinger gemeldet. Auch die Stadt ist aktiv geworden. Letzte Woche durfte der Saloninhaber die Leiterin der Standortförderung, Jasmina Ritz, zu einem Gespräch empfangen. «Wir wollen die Leute anhören», sagt Ritz. «Es ist uns wichtig, dass sie sich ernst genommen fühlen.»

Dabei ist es nicht so, dass die Stadt im Zusammenhang mit der ungeliebten Schwelle bisher noch gar nichts unternommen hätte. Nachdem eine Frau über den Absatz gestolpert ist und sich den Arm verletzt hat, wurde an der entsprechenden Stelle eine Sitzbank aufgestellt, um weitere Unfälle zu vermeiden.

Da die Schwelle für Orsinger aber nach wie vor ein Ärgernis ist, hat sich die Stadt bereit erklärt, sich des Themas erneut anzunehmen. «Wir sind auf jeden Fall daran interessiert, hier eine zufriedenstellende Lösung zu finden», betont Ritz.

Lösungen werden gesucht

Da sich die Schwelle vor der katholischen Kirche befinde, falle sie theoretisch in den Zuständigkeitsbereich der katholischen Kirchgemeinde. Aus diesem Grund habe sich Andreas Petermann, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamts, letzte Woche mit Verantwortlichen der Kirchgemeinde getroffen. «Gemeinsam werden nun Lösungen besprochen, um die Schwelle zu entschärfen», sagt Ritz. Möglich sei eine Markierung oder eine weitere Sitzbank.

Für Orsinger ist damit zumindest ein wichtiges Ziel erreicht. Denn noch vor dem Gespräch mit Ritz hatte er gesagt: «Ich möchte, dass die Stadt mir zuhört und mit mir redet.» Nun hoffe er, dass sein Ärger über den Stolperstein vor seinem Geschäft bald der Vergangenheit angehöre.