Bezirk Dietikon
Der Statthalter-Wahlkampf nimmt jetzt Fahrt auf

Noch einen guten Monat bis zur Wahl. Mit Internetseiten, Facebook-Profilen und Stand-Aktionen gehen die Kandidaten auf Stimmenfang.

Gabriele Heigl
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Simon Hofmann, Adrian Leimgrübler und Ramon Steffen (v.l.n.r.) kandidieren als Statthalter.

Simon Hofmann, Adrian Leimgrübler und Ramon Steffen (v.l.n.r.) kandidieren als Statthalter.

ZVG

Üblicherweise wird spätestens jetzt die heisse Phase eines Wahlkampfs eingeläutet. Momentan ist zwar noch wenig zu spüren, doch vieles spricht dafür, dass das nicht mehr lange so bleibt. Dass die Wahl des Statthalters am 12. Februar an der Urne stattfindet und nicht still verläuft, war im September des letzten Jahres noch nicht abzusehen.

37 Tage...

...sind es noch bis zur Wahl des neuen Statthalters für den Bezirk Dietikon am 12. Februar.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Interparteiliche Konferenz, ein Gremium mit Vertretern aller Bezirksparteien, den von der Bezirks-FDP vorgeschlagenen Kandidaten Simon Hofmann nominiert. Hofmann gehört der FDP an und damit der Partei, der das Amt nach dem Parteienproporz zusteht.

Der Bisherige hat es schwer

Doch dann tauchten zwei Mitbewerber auf: der frühere Amtsinhaber Adrian Leimgrübler und der parteiunabhängige Ramon Steffen. Ersterer hatte sich eigentlich schon selbst aus dem Rennen genommen. Denn Leimgrübler, wie Hofmann FDP-Mitglied, hatte zunächst auf eine erneute Kandidatur verzichtet, sich aber kurz nach der Nominierung Hofmanns umentschieden. Leimgrübler war 2015 wegen Unregelmässigkeiten im Amt von der Justizdirektion fristlos entlassen worden. Nach wie vor steckt er in gravierenden juristischen Scharmützeln.

Der Gesamtregierungsrat bestätigte zwar im November seine fristlose Entlassung, doch Leimgrübler zog den Rekurs ans Verwaltungsgericht weiter. Eine Entscheidung steht aus. Auch was das Gerichtsverfahren wegen der ihm zur Last gelegten Amtsverfehlungen anbelangt, muss Leimgrübler weiterhin Geduld aufbringen. Vor wenigen Tagen liess sich die Oberstaatsanwaltschaft wie folgt verlauten: «Das Verfahren ist nach wie vor pendent. Zum aktuellen Zeitpunkt können keine weiteren Informationen erteilt werden.» Man wollte sich nicht einmal dazu äussern, ob mit einem Entscheid noch vor der Abstimmung am 12. Februar zu rechnen ist.

«Kompetent und amtserfahren»

Wahrlich schwierige Voraussetzungen für den Wahlkämpfer Leimgrübler. Auf Nachfrage wollte der Schlieremer sich zwar zunächst nicht näher zu seiner Strategie äussern. Es gebe verschiedene Überlegungen, und auch Plakate, Auftritte und andere Aktionen seien geplant. Aber: «Nähere Angaben kann ich aus wahltaktischen Gründen nicht machen.»

Nur einen Tag später meldete sich allerdings sein Wahlkampfleiter von den Jungfreisinnigen Limmattal, der Ende November diese Aufgabe übernommen hat. «Ich habe viele unkonventionelle Ideen», meinte er. Auf Rückfrage bremst Leimgrübler allerdings: «Ausser Plakaten, Flyern und Bürgerbegegnungen ist noch nichts fest geplant.» Immerhin stehen ein Facebook-Profil und eine Homepage (www.adrian-leimgruebler.ch) bereits im Netz. Leimgrüblers Wahlkampf-Slogan: «Kompetent und amtserfahren, souverän und fair, verwurzelt im Bezirk Dietikon». Auf der Internetseite beeindruckt die lange, auch mit prominenten Namen gespickte Liste seines Wahlkomitees.

«Unterstützt von allen Parteien»

Auch Simon Hofmanns Unterstützerliste auf dessen Internetseite ist stattlich, wenn auch nicht ganz so lang wie die seines Konkurrenten (www.statthalteramt.ch). Dafür findet man bei ihm einige persönliche Testimonials hochrangiger Politiker. Das Pfund, mit dem Hofmann wuchern kann, ist der Rückhalt aller Parteien, den er geniesst: «Von der FDP nominiert. Unterstützt von sämtlichen Parteien des Bezirks Dietikon», lautet denn auch sein Slogan.

Als noch deutlicheren Seitenhieb auf den Mitbewerber Leimgrübler muss man diesen Werbespruch auffassen: «Ich bin integer und unbelastet für einen Neustart im Statthalteramt.» Die Werbetrommel für seine Person will auch er mithilfe eines Facebook-Profils sowie eines Twitter-Accounts rühren. Gezwitschert hat der junge Stadt-Zürcher Jurist allerdings bis gestern noch nichts. Gemäss der Internetseite finden in den nächsten Tagen diverse Stand-Aktionen und Veranstaltungen statt, auf welchen man Hofmann begegnen kann.

«Unabhängig und ortsverbunden»

Als Einzelkämpfer und somit ohne den Rückhalt einer Partei tritt der Dietiker Ramon Steffen auf. Sein Wahlkampf-Slogan passt dazu: «Parteilos, unabhängig, ortsverbunden». Auch er hat eine Homepage aufgeschaltet (www.ramonsteffen.ch), verzichtet aber auf Facebook- und Twitter-Account. Mehrfach verweist Steffen auf der Internetseite auf seine juristische Berufs- sowie seine zivile und militärische Führungserfahrung.

Darüber hinaus setzt der Dietiker auf Flugblätter und Plakate, die ihn bei seiner Kandidatur unterstützen sollen. Steffen: «Ich bin seit mehreren Wochen fast täglich im Bezirk unterwegs und im direkten Gespräch mit den Wählerinnen und Wählern auf der Strasse, in Cafés, an Anlässen, im Zug und Bus, dies abwechslungsweise in allen elf Gemeinden unseres Bezirks.» Einen Terminplan, wann er wo unterwegs sei, gebe es nicht, er entscheide das jeweils spontan.