Schlieren
Der Standortentscheid ist gefällt: Sandbühl-Ersatz kommt ins Zentrum

Der Schlieremer Stadtrat konnte sich endlich einigen: Das neue Alterszentrum soll an der Badenerstrasse erstellt werden.

Alex Rudolf
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Voraussichtlich Anfang 2019 soll der Baukredit für das neue Alterszentrum vors Volk kommen.

Voraussichtlich Anfang 2019 soll der Baukredit für das neue Alterszentrum vors Volk kommen.

Rudolf Alex

2017 jährt sich der Grundsatzentscheid des Schlieremer Stadtrates, das Alterszentrum Sandbühl nicht zu sanieren und stattdessen anderswo eine Alternative zu bauen, zum zehnten Mal. Nun gab die Exekutive bekannt, wo künftig für Ersatz gesorgt werden soll. Im Gebiet Stadtpark Ost, wo sich bereits heute ein rund 5000 Quadratmeter grosses Stück Land im Besitz der Stadt befindet, soll ein neues Angebot für betreutes Wohnen sowie Pflegeplätze entstehen.

Bereits im vergangenen März genehmigte der Stadtrat 50 000 Franken für eine Machbarkeitsstudie. Neben der Erarbeitung von Investoren- und Trägervarianten sowie Betreibermodellen stand der Standortentscheid zuoberst auf der Prioritätenliste. Neben dem nun ausgewählten Bauland an der Badenerstrasse sah die Stadt noch weitere Möglichkeiten. Diese vermochten jedoch nicht zu überzeugen.

So lehnte die AXA Winterthur ein Kaufangebot der Stadt für Land in Schlieren West ab und die Schärerwiese an der Zwiegartenstrasse eigene sich wegen der Topografie nicht, wie es im Stadtratsbeschluss heisst. Weiter komme das Areal Färberhüsli wegen der Distanz zum Zentrum nicht infrage und eine Realisierung auf dem Geistlich-Areal sei bei der Planungskommission ebenfalls nicht auf grossen Anklang gestossen.

Stadteigenes Land bevorzugt

In seinem Beschluss verweist der Stadtrat darauf, dass es notwendig sei, dass diese Alterseinrichtung auf einem stadteigenen Grundstück erstellt werde. «So können rund 8 Millionen Franken an Baulandkosten eingespart werden, was im Sinn des anstehenden Entlastungsprogramms ist», schreibt der Stadtrat. Dies im Hinblick auf die hohen Investitionen, die in den kommenden Jahren unter anderem mit dem Stadtplatz oder dem Stadtsaal-Bau auf Schlieren zukommen.

Nun soll es zügig vorwärtsgehen: Bereits im zweiten Quartal 2017 soll dem Gemeindeparlament der Projektierungskredit vorgelegt werden, ein Jahr später folgt der Baukredit, bevor dieser Anfang 2019 vors Volk kommen soll.

Die Stadt geht davon aus, dass der Anteil der 65- bis 79-Jährigen bis 2020 um über 700 Personen zunehmen wird, jener der über 80-Jährigen um 250 Personen. Der Stadtrat sei sich bewusst, dass das Wohnen im Altersheim je länger, je weniger gefragt sei.

So soll es sein:

210 Betten will Schlieren in seinen Alterseinrichtungen dereinst anbieten. Aktuell sind es deren 188. Wegfallen werden die 84 Betten, die derzeit im Alterszentrum Sandbühl untergebracht sind, fallen weg, wenn der Neubau an der Badenerstrasse dereinst steht. Das Volk wird voraussichtlich im 2019 darüber befinden können.

Im neuen Alterszentrum sollen mindestens 50 Wohneinheiten und 26 Pflegezimmer realisiert werden. Zudem soll die Anzahl der im Pflegezentrum des Spitals Limmattal beanspruchten Betten von 25 auf 55 aufgestockt werden.

«An der Badenerstrasse soll ein Angebot geschaffen werden, das Menschen die Möglichkeit gibt, sowohl mobil und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung zu leben, als auch bei Bedarf Dienstleistungen wie Pflege und Betreuung zu beanspruchen», schreibt der Stadtrat.

So sei auch bei der Wahl des Standortes darauf geachtet worden, dass sich dieser im Zentrum befindet. «Das selbstständige Haushalten soll durch eine zentrale Lage mit verschiedenen Dienstleistungen in der Nähe gewährleistet werden», schreibt der Stadtrat. Auch soll ein öffentliches Tagesrestaurant Besucher anziehen und dadurch eine natürliche Durchmischung gewährleistet werden.

Wie in der 2014 veröffentlichten «Strategie Altersplanung» ersichtlich ist, soll die heutige Bettenzahl in der Stadt von 188 auf 210 erhöht sowie rund 500 behindertengerechte Wohnungen bereitgestellt werden. Davon entfallen mindestens 50 Wohneinheiten und 26 Pflegezimmer auf den geplanten Neubau. Die 27 bereits bestehenden Pflegewohnungen bleiben, die Anzahl Betten im Pflegezentrum des Spitals Limmattal soll von 25 auf 55 mehr als verdoppelt werden.