Mit dem Tag der offenen Hoftüren will der Schweizer Bauernverband der Bevölkerung die Landwirtschaftsbetriebe näherbringen und den Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten fördern. Da heute über 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung in Städten und Agglomerationen wohnen, fühlen sich viele nicht mehr in der landwirtschaftlichen Welt daheim. Über 60 000 Besucherinnen und Besucher hätten bei 150 Bauernfamilien gestern diese für viele fremd gewordene Welt erkundet, teilte der Bauernverband mit.

Besonders gastfreundlich zeigten sich die Betriebe im Bezirk Dietikon. Denn sie machten gleich drei der sieben Zürcher Betriebe aus, die gestern ihre Türen öffneten. Neben dem Gut Sonnenberg in Unterengstringen und dem Hof Grob in Urdorf lud auch die Aescher Generationengemeinschaft Stalder zur Besichtigung. Festwirtschaft und Sandspielplatz für die Kinder inklusive.

Hofladen: Zahlen mit Twint

Jung und Alt bestaunten zum Beispiel die 23 Mutterkühe und ihre Kälber. Markus und Monika Stalder mit Sohn Andreas Stalder führten die Besucherinnen und Besucher durch den Hof und erklärten alles. So zeigte Monika Stalder etwa die Eierproduktion. Rund 400 Hühner leben auf dem Stalderhof. Auch gestern genossen sie den Schatten drinnen oder die Sonne draussen. Ein kleines Förderband bringt die frischen Eier in einen Nebenraum, wo Monika Stalder sie prüft und mithilfe einer Waage den verschiedenen Kategorien zuordnet. Eier, die zwar nicht perfekt, aber zu gebrauchen sind, verwendet sie für die Teigwarenproduktion. Und sie stempelt das «CH» auf die Eier, die es unter anderem in den Volg-Filialen Aesch und Uitikon zu kaufen gibt. Auch im eigenen Hofladen gibt es die Eier. Dort konnte früher nur bar bezahlt werden. Seit ein paar Wochen bieten Stalders und viele andere Betriebe an, auch mit der Schweizer Handy-App Twint zu bezahlen. «Dieses Angebot kommt bei den Kunden sehr gut an», sagt Monika Stalder. Überhaupt gebe es beim Hofladen eine positive Tendenz. Auch Bewohner des Aescher Neubauquartiers Heligenmatt-Feltsch holen sich bei Stalders Eier, Rindfleisch und mehr. Auch positiv wirke sich der Radweg von Aesch nach Arni aus, den Stalders einst kritisch sahen. Viele Konsumenten verbinden eine Velofahrt oder auch einen Spaziergang mit einem Abstecher zum Hofladen.

Den Tag der offenen Hoftüren nutzten zum Beispiel auch Peter Fischer aus Bergdietikon und Julia Thomi aus Dietikon, um mehr über die heimischen Nahrungsproduktion zu erfahren. «Ich koche sehr gerne. Und an einem schönen Tag wie heute hat es am See zu viel Volk», sagte Fischer, während ihm Stalders den Hof zeigten. Nicht gezeigt wurde die Kaninchenhaltung – mit dieser haben Stalders auf dieses Jahr hin aufgehört.

Dass Stalders den Kontakt mit ihren Kunden schätzen, zeigt sich am 29. Juni wieder. Dann laden sie zum Jassturnier auf dem Hof.