Schlieren
Der Stadtrat muss für die Verlängerung des Färberhüsli-Tunnels sein

Das Schliermer Stadtparlament will, dass sich der Stadtrat bei der Limmattalbahn AG für eine Verlängerung des geplanten Färberhüsli-Tunnels im Spitalquartier einsetzt und nicht für die Suche nach Alternativlösungen.

Florian Niedermann
Drucken
Teilen
Die Limmattalbahn (LTB) soll im Spitalquartier vollständig unter der Erde verlaufen.

Die Limmattalbahn (LTB) soll im Spitalquartier vollständig unter der Erde verlaufen.

Zur Verfügung gestellt

Die Limmattalbahn wird weiterhin kontrovers diskutiert. Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP) und acht Mitunterzeichnende forderten den Stadtrat in ihrem Postulat dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Limmattalbahn (LTB) im Spitalquartier vollständig unter der Erde verlaufen wird.

Dazu müsste der geplante Tunnel von der Badenerstrasse her nicht – wie bisher geplant – nur bis zur Färberhüslistrasse, sondern bis zur Kantonsschule Limmattal weitergeführt werden. Gestern Abend nun überwies das Stadtparlament Buschs Postulat mit 19 zu 10 Stimmen an den Stadtrat, obwohl dieser es nicht entgegennehmen wollte.

Für Lösungen, gegen Verlängerung

Busch argumentierte, dass eine oberirdische Linienführung der LTB im Wohnquartier ein Sicherheitsrisiko und eine unerwünschte Lärmquelle darstellen würde. Ausserdem hätten aufgrund der Trasseeführung an der Spitalstrasse Feuerwehr-, Kranken- oder Zügelwagen zu mehreren Häusern keinen Zugang mehr.

Jean-Claude Perrin (SVP), Ressortvorsteher Bau und Planung, erklärte, dass der Stadtrat die Überweisung des Postulats ablehne. Man erkläre sich bereit, dass für Probleme, die durch die LTB im Quartier verursacht würden, Lösungen gesucht werden. Eine Verlängerung des Tunnels, so Perrin, lehnt der Stadtrat ab, weil eine Haltestelle im Quartier für ihn unerlässlich ist. Perrin: «Diese soll aus Sicherheitsgründen über und nicht unter der Erde liegen.»

Kunz: «Man soll Druck ausüben»

Auf diesen Punkt kam in der anschliessenden Diskussion auch Beat Rüst (Grüne) zu sprechen. Er wies darauf hin, dass Daniel Issler, Projektleiter bei der Limmattalbahn AG, an der Veranstaltung der IG Spitalquartier (siehe Ausgabe vom 17. 2.) eine unterirdische Station beim «Limmi» aus Gründen der Sicherheit ebenfalls ausgeschlossen habe. Seine Partei sei deshalb gegen die Überweisung, sagte Rüst. Dieser Haltung schloss sich auch Pascal Leuchtmann (SP) an.

Thomas Grädel (SVP) sagte, dass er darauf vertraue, dass die LTB kein Projekt sei, das «von oben verordnet» werde. Man sei seitens der SVP deshalb für die Überweisung. Stefano Kunz (CVP) erklärte, er erachte es als bedenklich, wenn Issler eine Verlängerung des Tunnels von vornherein ausschliesse. «Wenn dem so ist, soll man etwas Druck ausüben», so Kunz.

Die Überweisung des Postulats sei deshalb nötig, um überhaupt eine Überprüfung von Lösungen für die im Postulat genannten Probleme zu erwirken. Ebenfalls auf diese Position stellten sich Andreas Geistlich (FDP), auch wenn er eine unterirdische Station als undenkbar betrachte, und Jürg Naumann (QV).

Reto Bär (EVP) wies auf das Dilemma der Debatte hin: «Mit dem Postulat wird dem Stadtrat explizit der Auftrag erteilt, sich für eine Verlängerung des Tunnels einzusetzen, und nicht für die Suche nach Alternativlösungen.» Auf diese Weise würde auch gegenüber der Bevölkerung ein falsches Zeichen gesetzt. Dieses Argument verhinderte nicht, dass das Parlament das Postulat an den Stadtrat überwies.